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US-Behörde FCC sperrt neue Zulassungen für im Ausland gefertigte Roboter, Koreas Roboterverband richtet Taskforce ein

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Quelle
PolitikBrils

Der koreanische Verband der KI- und Roboterindustrie (KAR) teilte am 16. September mit, gemeinsam mit dem Korea Institute for Robot Industry Advancement (KIRIA) und externen Handelsjuristen eine FCC-Taskforce gegründet zu haben.

Die US-Kommunikationsbehörde FCC hatte am 28. Juli mit der Bekanntmachung DA 26-786 alle im Ausland produzierten fortgeschrittenen Robotergeräte auf ihre Covered List gesetzt; sie erhalten keine neue Gerätezulassung mehr, es sei denn, das US-Kriegsministerium erteilt eine bedingte Genehmigung.

Nach Lesart des Verbands zählt der Produktionsort, Modelle mit weniger als 65 Prozent US-Teilen könnten als ausländisch gelten.

Ein koreanischer Roboter, der nach dem 28. Juli in die USA geliefert werden soll, braucht mehr als einen Käufer. Er braucht den Nachweis, nicht im Ausland produziert zu sein, oder eine bedingte Genehmigung des US-Kriegsministeriums. So wirkt die Bekanntmachung DA 26-786, mit der das Public Safety and Homeland Security Bureau der FCC im Ausland produzierte fortgeschrittene Robotergeräte auf die Covered List gesetzt hat, das Verzeichnis von Geräten ohne Anspruch auf FCC-Zulassung. Am 16. September informierte der koreanische Verband KAR seine Mitglieder über eine eigens gegründete FCC-Taskforce.

Die Mitteilung zeigt, wie die koreanische Industrie die Regel liest, und erklärt, warum Unternehmen wie Brils nun über Fertigung in Michigan sprechen.

Was die FCC gelistet hat

Laut Bekanntmachung übermittelte ein vom Weißen Haus einberufenes Gremium der Exekutive der FCC am 27. Juli 2026 zwei Feststellungen zur nationalen Sicherheit, zu Wechselrichtern und zu fortgeschrittenen Robotergeräten. Vernetzte Roboter böten weitreichende Angriffsflächen, ihre Daten könnten zur Überwachung von Amerikanern oder zur Fernübernahme der Roboter genutzt werden. Die FCC sah sich zur Aufnahme verpflichtet und listete am 28. Juli im Ausland produzierte fortgeschrittene Robotergeräte, ausgenommen solche mit bedingter Genehmigung des Kriegsministeriums.

Nach FCC-Regel 2.903(a) erhalten gelistete Geräte keine neue Gerätezulassung; jeder Antragsteller muss bestätigen, dass sein Gerät nicht erfasst ist. Die Behörde betonte, dass nach Produktionsort und nicht nach Unternehmen gelistet wird. Hersteller im Ausland können beim Kriegsministerium eine Prüfung für eine befreiende bedingte Genehmigung beantragen.

Die Definitionen stehen in einem nur als Bild beigefügten Anhang, deshalb ist die Auslegung des Verbands praktisch wichtig.

Wie der Verband die Regel für koreanische Hersteller liest

Nach Angaben des KAR erfasst die Regel mobile Roboter wie AMR, Humanoide und Vierbeiner, die alle sieben Kriterien erfüllen, darunter Mobilität, Fern- oder Autonombetrieb, mehr als 2 kg Gewicht, Umgebungssensoren, Netzanbindung und Steuerungssoftware oder KI. Die Herkunft richte sich nach dem Buy-American-Standard in 48 CFR 25.101(a); neue Modelle koreanischer Firmen unter 65 Prozent US-Teileanteil könnten als ausländisch gelten. Neue Importe, Vermarktung und Verkauf solcher Modelle wären praktisch blockiert, Produktionsstandorte, Design und Markteinführung müssten neu geplant werden.

Die Taskforce teilt die Arbeit auf: KIRIA finanziert, der KAR führt Erhebungen und Informationsveranstaltungen durch, Kanzleien prüfen Handelsrecht und begleiten Anträge auf bedingte Genehmigung. Angeboten werden Einzelfallprüfungen, Rechtsberatung, eine Anfrage-Website und in Vorbereitung eine Checkliste zu den sieben Kriterien, eine Anleitung zur 65-Prozent-Berechnung und ein Handbuch für Genehmigungsanträge.

Leistungen der koreanischen FCC-Taskforce
  • Politische Vorschläge, Regierungskanal
    Zuständig
    KAR und Regierung
    Stand (16.09.2026)
    In Betrieb
  • Budget
    Zuständig
    KIRIA
    Stand (16.09.2026)
    In Betrieb
  • Erhebungen, Informationsveranstaltungen
    Zuständig
    KAR
    Stand (16.09.2026)
    In Betrieb
  • Handelsrecht, Anträge auf bedingte Genehmigung
    Zuständig
    Kanzleien
    Stand (16.09.2026)
    In Betrieb
  • Einzelfallprüfung, Anfrage-Website
    Zuständig
    Taskforce
    Stand (16.09.2026)
    In Betrieb
  • Checkliste zu den 7 Kriterien
    Zuständig
    Taskforce
    Stand (16.09.2026)
    In Vorbereitung
  • Anleitung zur 65-Prozent-Berechnung
    Zuständig
    Taskforce
    Stand (16.09.2026)
    In Vorbereitung
  • Handbuch bedingte Genehmigung
    Zuständig
    Taskforce
    Stand (16.09.2026)
    In Vorbereitung

Quelle: KAR-Mitteilung vom 16. September 2026.

Stand: 16. Okt. 2026

MEKAWIRE-Analyse

Für koreanische Hersteller wird die vor allem gegen China gerichtete Sicherheitsmaßnahme zu einer Local-Content-Regel; der günstigste Weg ist für die meisten Montage in den USA mit US-Teilen, nicht eine Prüfung durch das Pentagon.

Die Covered List folgt einem Muster: im Ausland produzierte Drohnen am 22. Dezember 2025, Router am 23. März 2026, Roboter und Wechselrichter am 28. Juli, jeweils nach Produktionsort mit Ausweg über bedingte Genehmigungen. Bei Drohnen wurden die Ausnahmen seither mehrfach erweitert, für Roboter ist eher Einzelfallanpassung als Aufhebung zu erwarten.

Für Europa gilt dasselbe: Roboter aus deutscher oder Schweizer Fertigung sind nach dieser Regel ebenso ausländisch produziert. Hersteller wie KUKA, Neura Robotics oder ANYbotics, die in die USA liefern, stehen vor derselben Wahl zwischen Genehmigungsantrag und US-Montage. In Korea ist die erste Reaktion sichtbar: Brils, seit April mit einer Tochter in Michigan, kündigte laut Electronic Times am 16. Oktober AMR-Fertigung vor Ort und mehr US-Zulieferteile an.

FCC Covered List: nach Produktionsort gelistete Geräte
  • Im Ausland produzierte Drohnen und Kernkomponenten
    Aufnahme
    22.12.2025 (Ausnahmen aktualisiert 07.01., 18.03., 15.06.2026)
    Ausnahmeweg
    Blue-UAS-Liste, Buy-American-Inlandsprodukte, bedingte Genehmigung DoW/DHS, Spielzeugdrohnen
  • Im Ausland produzierte Router
    Aufnahme
    23.03.2026
    Ausnahmeweg
    Bedingte Genehmigung DoW/DHS
  • Im Ausland produzierte Wechselrichter
    Aufnahme
    28.07.2026
    Ausnahmeweg
    Bedingte Genehmigung DoW/DHS
  • Im Ausland produzierte fortgeschrittene Robotergeräte
    Aufnahme
    28.07.2026
    Ausnahmeweg
    Bedingte Genehmigung DoW

Quelle: FCC-Bekanntmachung DA 26-786, Anhang A (Covered List, Stand 28.07.2026). Abstand Drohnen zu Robotern: 7,2 Monate.

Stand: 16. Okt. 2026

Gegenargument: Werden bedingte Genehmigungen für Verbündete zur Routine, entfällt der Zwang zur lokalen Fertigung. Die Bekanntmachung nennt aber weder Fristen noch Kriterien. Bull-Case: Hersteller mit US-Werken gewinnen Anteile von chinesischen Konkurrenten. Bear-Case: kleinere Anbieter ohne US-Kapazität verlieren ihren am schnellsten wachsenden Exportmarkt. Zu beobachten: die erste veröffentlichte Genehmigung für einen Roboter, die 65-Prozent-Anleitung des KAR und weitere Ankündigungen von US-Montage bis Jahresende.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
FCC-Maßnahme
Bekanntmachung DA 26-786 vom 28. Juli 2026: im Ausland produzierte fortgeschrittene Robotergeräte und Wechselrichter auf der Covered List
Wirkung
Keine neue FCC-Gerätezulassung für gelistete Geräte (47 CFR 2.903(a))
Ausnahme
Bedingte Genehmigung des US-Kriegsministeriums für ein Gerät oder eine Geräteklasse
Umfang laut KAR
AMR, Humanoide, Vierbeiner, die alle 7 Kriterien erfüllen, u. a. über 2 kg, vernetzt, Steuerungssoftware oder KI
Herkunftstest laut KAR
Produktionsort nach 48 CFR 25.101(a); unter 65 Prozent US-Teilen möglicherweise ausländisch
Koreanische Reaktion
FCC-Taskforce von KAR, KIRIA und Kanzleien (16. September 2026)
Unternehmensbeispiel
Brils plant AMR-Fertigung in Michigan (Electronic Times, 16. Oktober 2026)
Quellen
MEKAWIRE Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Die USA sind für viele Anbieter von AMR und Servicerobotern der wichtigste Exportmarkt. Eine Regel nach Produktionsort schützt keine Marke: Ein in Korea, Deutschland oder Japan gebauter Roboter gilt ohne lokalen Anteil oder Genehmigung als ausländisch.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Chinesische Hersteller wie Unitree und AgiBot sind ebenso blockiert und haben geringere Chancen auf Genehmigungen. Europäische und japanische Hersteller sind gleichermaßen betroffen. In den USA montierende Anbieter wie Boston Dynamics, Agility und Figure gewinnen relativ.

  3. 03

    Bewertungskontext

    Kein Unternehmen hat gefährdete Umsätze beziffert. Die von Electronic Times berichteten US-Exporte von Brils von rund 3,71 Mio. Dollar im ersten Halbjahr (vom Unternehmen nicht bestätigt) zeigen die Größenordnung für einen börsennotierten Mittelständler.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Ein US-Anteil von 65 Prozent (Lesart des KAR) erfordert US-Bezug von Motoren, Akkus, Rechentechnik und Strukturteilen, die heute meist aus Asien kommen. Nachfrage nach US-Auftragsfertigung und US-Antrieben dürfte steigen.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    1) Erste bedingte Genehmigung für einen Roboter und ihre Kriterien. 2) KAR-Anleitung zur 65-Prozent-Berechnung. 3) Weitere Ankündigungen von US-Montage bis Ende 2026.

  6. 06

    Analystensicht

    These: Für ausländische Hersteller wirkt die Regel wie eine Local-Content-Vorgabe. Zuversicht: mittel. Produktionsortprinzip und Genehmigungsweg stehen im FCC-Text; 65 Prozent und sieben Kriterien stammen aus der Verbandslesart eines Anhangs, den MEKAWIRE nicht als Text auslesen konnte.

  7. 07

    Offene Fragen

    Wie lange dauern bedingte Genehmigungen, werden Verbündete anders behandelt? Löst ein reines Software-Update eine neue Zulassung aus? Fördert KIRIA US-Zertifizierung oder Werkskosten für KMU?