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China baut 2025 rund 773.000 Industrieroboter, ein Plus von 28 Prozent, doch Serviceroboter stagnieren zum Jahresstart

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China baut 2025 rund 773.000 Industrieroboter, ein Plus von 28 Prozent, doch Serviceroboter stagnieren zum Jahresstart (Illustration: MEKAWIRE)

Chinas Nationales Statistikamt meldete am 28. Februar 2026 eine Produktion von 773.074 Industrierobotern im Jahr 2025, ein vergleichbares Plus von 28,0 Prozent. Die Fertigung von Servicerobotern stieg um 16,1 Prozent auf 18.581.081 Einheiten, wuchs im Januar und Februar 2026 aber nur noch um 1,0 Prozent.

China hat im vergangenen Jahr 773.074 Industrieroboter produziert, 28,0 Prozent mehr als im Vorjahr auf vergleichbarer Basis. Das Nationale Statistikamt (NBS) bestätigte die Zahl in seinem am 28. Februar 2026 veröffentlichten Statistischen Kommuniqué über die Volkswirtschaft 2025. Die Produktion von Servicerobotern erreichte nach Angaben der Behörde 18.581.081 Einheiten, ein Zuwachs von 16,1 Prozent.

Die Robotik wuchs damit deutlich schneller als die Gesamtwirtschaft. Das NBS bezifferte das Bruttoinlandsprodukt 2025 auf 140.187,9 Milliarden Yuan, ein Plus von 5,0 Prozent. Die Wertschöpfung der Industrieunternehmen oberhalb der Erfassungsgrenze stieg um 5,9 Prozent, die Hochtechnologiefertigung um 9,4 Prozent und der Ausrüstungsbau um 9,2 Prozent. Industrieroboter legten stärker zu als Fahrzeuge mit neuer Antriebsenergie, deren Produktion um 25,1 Prozent auf 16,524 Millionen stieg, und als integrierte Schaltkreise mit plus 10,9 Prozent. Nur 3D-Drucker wuchsen mit 52,5 Prozent schneller.

Der Schwung hielt bis zum Jahresende an. Laut der Dezember-Veröffentlichung vom 19. Januar 2026 wurden im Dezember 90.116 Industrieroboter gefertigt, 14,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, sowie 1.564.018 Serviceroboter, ein Plus von 4,6 Prozent. NBS-Chef Kang Yi nannte am selben Tag das Wachstum von 28 Prozent bei Industrierobotern und 37,3 Prozent bei zivilen Drohnen als Beleg für die von Peking propagierten neuen Produktivkräfte. Humanoide Roboter, sagte er, seien von der Bühne der Frühlingsfest-Gala über Roboter-Sportwettbewerbe nun geschlossen in die Fabriken vorgedrungen.

Die ersten Daten für 2026 senden gemischte Signale. Am 16. März meldete das NBS für Januar und Februar zusammen 143.608 Industrieroboter, ein Plus von 31,1 Prozent, aber nur 2.547.480 Serviceroboter, ein Zuwachs von 1,0 Prozent. Die Industriewertschöpfung stieg im selben Zeitraum um 6,3 Prozent, die Hochtechnologiefertigung um 13,1 Prozent. Sun Xiao, Chefstatistiker der Industrieabteilung, verwies auf Zuwächse von 90,0 Prozent bei industriellen Steuerungsrechnern, 54,1 Prozent bei 3D-Druckern und 31,1 Prozent bei Industrierobotern. Den Anstieg im allgemeinen Maschinenbau um 8,9 Prozent führte er unter anderem auf Ausrüstungserneuerung und schnellere Roboterproduktion zurück.

Bei den absoluten Zahlen ist Vorsicht geboten. Das Kommuniqué für 2024 hatte 556.000 Industrieroboter (plus 14,2 Prozent) und 10,519 Millionen Serviceroboter (plus 15,6 Prozent) ausgewiesen. Wer die Summen von 2025 schlicht durch die von 2024 teilt, käme auf rund 39 beziehungsweise 77 Prozent Wachstum. Das NBS erläutert, dass sich der Kreis der erfassten Unternehmen jedes Jahr ändert und die Vorjahreswerte für die Wachstumsberechnung so weit wie möglich auf denselben Unternehmenskreis bezogen werden. Maßgeblich für den Vergleich sind daher die veröffentlichten Raten.

Die International Federation of Robotics (IFR) mit Sitz in Frankfurt zählt Installationen, nicht Produktion, liefert aber den nächstliegenden internationalen Maßstab. Laut ihrem am 25. September 2025 vorgelegten Bericht World Robotics 2025 wurden 2024 weltweit 542.000 Industrieroboter installiert, davon 295.000 oder 54 Prozent in China, so viele wie nie zuvor. Chinesische Hersteller kamen im Heimatmarkt auf 57 Prozent Anteil, nach rund 28 Prozent vor einem Jahrzehnt. In Deutschland sanken die Installationen um 5 Prozent auf 26.982 Einheiten, in Japan um 4 Prozent auf 44.500, in den USA um 9 Prozent auf 34.200 und in Südkorea um 3 Prozent auf 30.600.

Chinas Roboterproduktion im Vergleich zu Installationen in großen Märkten
  • China, Produktion Industrieroboter (NBS)
    Jahr
    2025
    Einheiten
    773.074
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    28
  • China, Produktion Industrieroboter (NBS)
    Jahr
    2024
    Einheiten
    556.000
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    14,2
  • China, Produktion Serviceroboter (NBS)
    Jahr
    2025
    Einheiten
    18.581.081
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    16,1
  • China, Installationen (IFR)
    Jahr
    2024
    Einheiten
    295.000
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    Keine Daten
  • Deutschland, Installationen (IFR)
    Jahr
    2024
    Einheiten
    26.982
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    -5
  • Japan, Installationen (IFR)
    Jahr
    2024
    Einheiten
    44.500
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    -4
  • USA, Installationen (IFR)
    Jahr
    2024
    Einheiten
    34.200
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    -9
  • Südkorea, Installationen (IFR)
    Jahr
    2024
    Einheiten
    30.600
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    -3

NBS-Werte sind Produktion der Unternehmen oberhalb der Erfassungsgrenze; Wachstumsraten wie vom NBS auf vergleichbarer Unternehmensbasis veröffentlicht, nicht das Verhältnis der Jahressummen. IFR-Werte sind Installationen, ein anderes Maß. Alle Werte veröffentlicht, nicht geschätzt.

Stand: 1. Okt. 2026

Für die europäische Industrie ist das eine doppelte Botschaft. Der wichtigste Absatzmarkt für Roboter wächst weiter kräftig, während der deutsche Markt schrumpft, doch mehr als die Hälfte der chinesischen Nachfrage bedienen bereits heimische Anbieter. Für Hersteller wie ABB und die zum chinesischen Midea-Konzern gehörende Kuka sowie für deutsche Zulieferer von Getrieben, Antrieben und Sensorik verschiebt sich der Wettbewerb damit zunehmend auf Preis und Lokalisierung. Das NBS schlüsselt die Produktion allerdings weder nach Robotertyp, Preis noch Exportziel auf und weist humanoide Roboter nicht gesondert aus.

Auffällig ist die Abkühlung bei Servicerobotern. Laut den Kommuniqués wuchs deren Produktion 2023 um 23,3 Prozent, 2024 um 15,6 Prozent und 2025 um 16,1 Prozent, im Dezember 2025 aber nur noch um 4,6 Prozent und im Januar und Februar 2026 um 1,0 Prozent. Das NBS fasst die beiden ersten Monate wegen des Frühlingsfests zusammen, das 2026 auf den 17. Februar fiel; ein einzelner Zweimonatswert kann dennoch verzerrt sein.

Als Nächstes folgen die NBS-Daten für März und das erste Quartal, die für Mitte April angesetzt sind, sowie im September der IFR-Bericht World Robotics 2026.

MEKAWIRE-Analyse

Chinas Roboterboom 2025 war ein Boom der Industrieroboter, und die fast stagnierende Servicerobotik zu Jahresbeginn 2026 ist die erste amtliche Zahl, die gegen eine einfache Fortschreibung auf Konsum- und Humanoidroboter spricht.

Die Belege liefert die amtliche Statistik selbst. Das Wachstum bei Industrierobotern beschleunigte sich von 14,2 Prozent 2024 auf 28,0 Prozent 2025 und 31,1 Prozent im Januar und Februar 2026, während Serviceroboter von 16,1 Prozent im Gesamtjahr auf 4,6 Prozent im Dezember und 1,0 Prozent zu Jahresbeginn zurückfielen. Die IFR-Daten zeigen zudem, dass China 2024 gut die Hälfte aller Installationen aufnahm, während Deutschland, Japan, die USA und Südkorea schrumpften.

Das stärkste Gegenargument lautet, die Schwäche der Serviceroboter sei ein statistischer Effekt. Zwei Monate rund um das Frühlingsfest, eine Kategorie, die Saugroboter und Empfangsroboter zusammenfasst, und ein jährlich wechselnder Unternehmenskreis können die Vergleichsrate drücken, ohne dass sich die Nachfrage ändert.

Optimistisches Szenario. Hält das Wachstum bei Industrierobotern 2026 nahe 30 Prozent, festigt China seine Rolle als größter Markt und baut eine Zulieferbasis für Getriebe, Servos und Steuerungen aus, von der auch Humanoid-Entwickler profitieren. Europäische Anbieter mit lokaler Fertigung in China könnten am Volumen teilhaben.

Pessimistisches Szenario. Rasantes Mengenwachstum ohne veröffentlichte Preis- und Margendaten kann fallende Stückpreise und Überkapazitäten verdecken. Ein anhaltender Stillstand bei Servicerobotern würde die Konsumthese schwächen, auf der ein Großteil der chinesischen Finanzierungsrunden für verkörperte KI 2026 beruht.

Worauf zu achten ist:

  • Mitte April 2026: NBS-Quartalsdaten, ob sich das Wachstum der Serviceroboter nach dem Feiertagseffekt erholt
  • Monatlich 2026: ob das Wachstum bei Industrierobotern über dem Tempo von 28,0 Prozent aus 2025 bleibt
  • September 2026: IFR World Robotics 2026 mit Chinas Installationen 2025 und dem Anteil heimischer Anbieter

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Produktion Industrieroboter 2025
773.074 Einheiten, plus 28,0 %
Produktion Serviceroboter 2025
18.581.081 Einheiten, plus 16,1 %
Industrieroboter Dezember 2025
90.116 Einheiten, plus 14,7 %
Industrieroboter Jan. bis Feb. 2026
143.608 Einheiten, plus 31,1 %
Serviceroboter Jan. bis Feb. 2026
2.547.480 Einheiten, plus 1,0 %
Installationen China 2024 (IFR)
295.000, 54 % weltweit
Installationen Deutschland 2024 (IFR)
26.982, minus 5 %
Veröffentlichung Kommuniqué
28. Februar 2026
Quellen
MEKAWIRE Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Das Kommuniqué des NBS ist die einzige amtliche, gesamtwirtschaftliche Zählung der chinesischen Roboterproduktion. Ein Plus von 28,0 Prozent in einem Jahr mit 5,0 Prozent BIP-Wachstum macht die Robotik zu einer der am schnellsten wachsenden physischen Produktgruppen, die Peking erfasst.

    Ebenso wichtig sind die Daten für Anfang 2026. Industrieroboter beschleunigten auf 31,1 Prozent, Serviceroboter fielen auf 1,0 Prozent. Für Investoren, die chinesische Firmen der verkörperten KI auf Basis von Konsum- und Serviceanwendungen bewerten, weichen die beiden amtlichen Reihen damit deutlich voneinander ab.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Nach IFR-Zählung sanken die Installationen 2024 in Deutschland um 5 Prozent auf 26.982, in Japan um 4 Prozent, in den USA um 9 Prozent und in Südkorea um 3 Prozent, während China 295.000 Einheiten aufnahm. Die europäischen und japanischen Anbieter, die China lange dominierten, treffen dort inzwischen auf einen Markt, in dem heimische Hersteller 57 Prozent halten.

    Das NBS nennt keine Unternehmen. Ob das Mengenwachstum bei Umsatz und Marge ankommt, lässt sich nur an den Berichten börsennotierter chinesischer Roboterhersteller und an den China-Umsätzen europäischer Anbieter ablesen.

  3. 03

    Bewertungskontext

    Die Statistik enthält keine Preise. Fielen die Durchschnittspreise, könnte der Branchenumsatz trotz 28 Prozent mehr Einheiten deutlich langsamer gewachsen sein.

    Für die Bewertung börsennotierter Roboterwerte bietet sich der Abgleich zwischen dem Roboterumsatzwachstum einzelner Firmen und der amtlichen Mengenrate von 28,0 Prozent an. Wer deutlich darunter liegt, verliert vermutlich Anteile oder senkt Preise.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Eine Produktion dieser Größenordnung zieht Nachfrage nach Getrieben, Servomotoren, Steuerungen und Encodern nach sich. Sun Xiao vom NBS brachte das Wachstum des allgemeinen Maschinenbaus von 8,9 Prozent Anfang 2026 ausdrücklich mit der schnelleren Roboterproduktion in Verbindung.

    Für deutsche Mittelständler in Antriebstechnik und Sensorik ist China damit Wachstumsmarkt und Wettbewerbsquelle zugleich. Dieselbe Komponentenbasis versorgt auch die Humanoid-Entwickler des Landes.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    Die NBS-Quartalszahlen Mitte April 2026 zeigen, ob sich die Servicerobotik nach dem Frühlingsfest erholt. Ein März-Wert deutlich über 1,0 Prozent stützt die Feiertagserklärung, eine erneute Schwäche spräche für eine echte Abkühlung.

    Der IFR-Bericht im September 2026 liefert Chinas Installationen 2025 und den aktualisierten Anteil heimischer Anbieter und erlaubt einen Abgleich mit der NBS-Produktionsreihe.

  6. 06

    Analystensicht

    These: Chinas Roboterwachstum 2025 wurde von Fabrikautomatisierung getragen, die zunehmend heimische Marken liefern; die Daten zu Servicerobotern stützen noch keinen konsumgetriebenen Roboterzyklus. Zuversicht: mittel.

    Mittel deshalb, weil die NBS-Reihe bekannte Grenzen hat: wechselnder Unternehmenskreis, keine Aufschlüsselung nach Produkt, keine Preise und keine eigene Position für Humanoide. Der Zweimonatswert enthält das Frühlingsfest. Die Aussage zu Industrierobotern stützt sich dagegen auf drei konsistente Datenpunkte und die IFR-Installationen.

  7. 07

    Offene Fragen

    Wie viele der 773.074 im Jahr 2025 gebauten Industrieroboter gingen in den Export, und in welche Märkte? Das NBS schweigt dazu.

    Warum klaffen bei Servicerobotern das Verhältnis der Jahressummen und die amtliche Rate von 16,1 Prozent so weit auseinander? Eine Angabe zur Zahl neu erfasster Unternehmen würde die Interpretation erleichtern.