Intellivix will beim KOSDAQ-Börsengang bis zu 22,5 Mrd. Won einsammeln, 2,5 Mrd. für einen vierbeinigen Patrouillenroboter
Der koreanische KI-Videoanalyse-Anbieter Intellivix bietet 2,5 Millionen neue Aktien zu 7.600 bis 9.000 Won an und würde damit 19,0 bis 22,5 Mrd. Won erlösen, wie aus dem am 14. Oktober bei DART eingereichten Prospekt hervorgeht.
Die Zeichnungsfrist für Privatanleger läuft vom 21. bis 22. Oktober, Konsortialführer ist Mirae Asset Securities. 2,5 Mrd. Won sind für ARGOS vorgesehen, einen Vierbeiner-Patrouillenroboter mit eigener Vision-Language-Software.
Anders als die meisten von MEKAWIRE erfassten koreanischen Roboterlistings geht das Unternehmen über das Gewinnsegment an die Börse.
Intellivix, ein Seouler Unternehmen, das seit zwei Jahrzehnten KI-Videoanalyse an Polizei, Kommunen und Fabriken verkauft, nutzt seinen Börsengang für den Einstieg in die Robotik. Laut dem am 14. Oktober im koreanischen Offenlegungssystem DART eingereichten Prospekt bietet das Unternehmen 2.500.000 neue Aktien in einer Spanne von 7.600 bis 9.000 Won an, was am unteren Ende 19,0 Mrd. und am oberen 22,5 Mrd. Won ergäbe. Den Endpreis bestimmt das Bookbuilding; Privatanleger zeichnen am 21. und 22. Oktober, die Zahlung folgt am 26. Oktober. Mirae Asset Securities übernimmt die Emission fest, Altaktionäre verkaufen nicht.
Das Roboterbudget ist klein, aber genau beziffert
Als neue Geschäfte nennt der Prospekt einen physischen KI-Sicherheitsagenten, die Allwetterkamera VIXallcam, Cloud-Abonnements und ARGOS. ARGOS soll autonom dort patrouillieren, wo Menschen schwer hinkommen, etwa in kontaminierten oder strahlenbelasteten Bereichen und toten Winkeln der Sicherheitstechnik. Die Lösung kombiniert einen vierbeinigen Roboter mit der Leitstellenplattform Gen AMS und der Engine VIXA und erstellt per Vision-Language-Modell Vorfallberichte aus Bildern und Video. Von rund 12 Mrd. Won für neue Geschäfte entfallen 2,5 Mrd. auf ARGOS, neben 5,0 Mrd. für den KI-Agenten und 3,5 Mrd. für VIXallcam. Vorstandschef Jang Jeong-hoon sagte am 16. Oktober vor Journalisten, das Unternehmen liefere die Software als Gehirn, ARGOS laufe als Machbarkeitstest in einem koreanischen Industriepark, berichtete TheElec. Den Roboterhersteller nennt der Prospekt nicht.
Gewinnbringend an die Börse, wo andere Verluste listen
Intellivix nutzt das reguläre KOSDAQ-Segment mit Gewinnanforderung statt des Technologie-Sondersegments, über das die meisten koreanischen Robotikfirmen kommen. Der Prospekt weist Umsätze von 18,3 Mrd. Won (2023), 34,0 Mrd. (2024) und 46,6 Mrd. Won (2025) aus, bei operativen Margen von 9,85, 6,83 und 10,47 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 8,18 Prozent auf 23,4 Mrd. Won bei 5,19 Prozent Marge; der Umsatz ballt sich laut Prospekt im vierten Quartal, weil öffentliche Kunden zum Jahresende kaufen, und der operative Cashflow lag im Halbjahr bei minus 3,2 Mrd. Won. Nach der Emission gibt es 11.335.408 Aktien, Großaktionär Kim Yong-sik hält 35,49 Prozent, 23,95 Prozent sind ab dem ersten Tag handelbar.
- 2023
- 18,3
- Keine Daten
- 9,85%
- 2024
- 34,0
- 85,90%
- 6,83%
- 2025
- 46,6
- 37,19%
- 10,47%
- 1. Hj. 2026
- 23,4
- 8,18% ggü. Vorjahr
- 5,19%
Quelle: Intellivix-Prospekt (DART rcpNo 20261014000008). Offengelegte Werte, keine Schätzungen.
Stand: 14. Okt. 2026
Was die MEKAWIRE-Daten über den Preis sagen
In der Spanne wird Intellivix mit 86,1 bis 102,0 Mrd. Won bewertet, dem 1,8- bis 2,2-Fachen des Umsatzes 2025 und etwa dem 18- bis 21-Fachen des operativen Gewinns (MEKAWIRE-Rechnung: Aktienzahl nach Emission mal Preis, geteilt durch Prospektzahlen). Das ist eine andere Welt als die Robotik-Börsengänge, die MEKAWIRE dieses Jahr erfasst hat: Unitree ging im August in Schanghai zum 219,23-Fachen des Gewinns 2025 an die Börse, und Agility Robotics wird bei der Nasdaq-Fusion mit 2,5 Mrd. Dollar vor Kapitalzufluss bewertet, bei 1,78 Mio. Dollar Umsatz 2025. Der koreanische Logistikroboter-Hersteller Twinny, der 2027 an die KOSDAQ will, erhielt im September eine Pre-IPO-Bewertung von berichteten 204,4 Mrd. Won, rund das Doppelte der Intellivix-Obergrenze. Für europäische Beobachter ist das ein Hinweis, dass Seoul Robotik-Fantasie bei Softwarehäusern bislang nicht einpreist.
Offen bleibt, ob Anleger einem Videoanalyse-Geschäft mit 2,5 Mrd. Won Roboterbudget ein Robotik-Multiple zubilligen. Der Endpreis vor dem 21. Oktober ist die erste Antwort, die zweite, ob ARGOS in Fabriken, Kraftwerken und militärischen Anlagen über den Machbarkeitstest hinaus einen namentlich genannten Kunden gewinnt.
- 2.500.000 neue Aktien, keine Abgabe durch Altaktionäre
- 7.600 bis 9.000 Won je Aktie
- 19,0 bis 22,5 Mrd. Won
- Zeichnung 21. bis 22. Oktober, Zahlung 26. Oktober 2026
- Mirae Asset Securities (Festübernahme)
- 2,5 Mrd. Won für den Vierbeiner-Patrouillenroboter ARGOS
- Umsatz 46,6 Mrd. Won, operative Marge 10,47 Prozent
- Großaktionär Kim Yong-sik 35,49 Prozent nach Emission, 23,95 Prozent frei handelbar
- Intellivix-Prospekt bei DART, 14. Oktober 2026
Warum das wichtig ist
Koreanische Videoanalyse- und Kamerahersteller verfügen über die Wahrnehmungssoftware, die Patrouillen- und Inspektionsroboter brauchen, und Intellivix finanziert als erster einen Robotikzweig über die Börse. Für europäische Anbieter von Inspektionsrobotern wie ANYbotics entsteht damit in Korea ein Softwarepartner oder Konkurrent auf der Integrationsebene.
Bewertungskontext
Die Spanne entspricht dem 1,8- bis 2,2-Fachen des Umsatzes und etwa dem 18- bis 21-Fachen des operativen Gewinns 2025, laut Prospekt über einen KGV-Vergleich mit börsennotierten Vergleichsunternehmen ermittelt.
Worauf jetzt zu achten ist
Endpreis vor dem 21. Oktober; Zeichnungsquote am 22. Oktober; erster Handelstag; ein namentlich genannter ARGOS-Kunde oder Roboterlieferant; Viertquartalsanteil im Geschäftsbericht 2026.