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Rhoda AI baut eigenen Tastsensor und lässt sein Videomodell einen blinden Roboter per Berührung steuern

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Rhoda AI, das Start-up aus Palo Alto mit einer Series A über 450 Mio. Dollar vom März, teilte am 13. Oktober in einem Forschungsbeitrag mit, einen eigenen günstigen Tastsensor entwickelt und sein Direct-Video-Action-Modell um die Vorhersage künftiger Tastsignale erweitert zu haben.

Mit abgedeckten Kopf- und Handgelenkkameras fand ein Roboter strukturierte Bälle allein durch Tasten, darunter zwei unbekannte; Erfolgsquote und Versuchszahl nennt der Beitrag nicht.

Rhoda AI hat einem Roboter beigebracht, ein Objekt zu finden, das er nicht sieht. Im Forschungsbeitrag vom 13. Oktober beschreibt das Unternehmen aus Palo Alto, wie es Kopf- und Handgelenkkameras abdeckte, einen glatten und einen strukturierten Ball in eine Kiste legte und das Modell den Greifer allein über Berührung führen ließ, bis der strukturierte Ball gefunden, gegriffen und herausgenommen war. Dasselbe, nur mit diesen zwei Bällen trainierte Modell holte danach laut Unternehmen alle drei strukturierten Bälle aus einer Kiste mit sieben, zwei davon in Durchmesser, Härte und Oberfläche anders als der Trainingsball.

Die Vorführung stützt sich auf zwei Eigenentwicklungen: einen Tastsensor und eine Version des Direct-Video-Action-Modells (DVA), die neben Bildern auch Berührung vorhersagt. Beides ist wichtiger als der Ballversuch, denn es zeigt, wofür das Unternehmen die vor sieben Monaten eingesammelten 450 Mio. Dollar ausgibt.

Ein Sensor, der eine Feder spürt und 40 Newton trägt

Nach Angaben von Rhoda registriert der für Greifer verpackte Sensor die Berührung einer Feder mit wenigen Millinewton, die getestete optische und magnetische Standardsensoren nicht unterschieden, und misst zugleich Lasten über 40 N. Er trennt Normal- von Scherkräften, tastet Kontaktvibrationen mit etwa 500 Hz ab, genug, um Spiralbindung und Reißverschluss zu unterscheiden, erfasst einen Puls am Handgelenk und die Temperaturverteilung. Messprinzip, Preis und Vertriebspläne nannte das Unternehmen nicht, nur dass der Sensor kompakt, günstig und mit Kalibrieralgorithmen gegen Drift und Hysterese entwickelt sei.

Rhoda baute die Sensoren zudem in ein handgeführtes Universal Manipulation Interface ein, mit dem Menschen Demonstrationen ohne Roboter aufzeichnen; die Daten enthalten nun die aufgebrachten Kräfte.

Wie ein Videomodell fühlen lernt

DVA ist Rhodas Wette, dass ein Videomodell im Web-Maßstab selbst als Roboter-Policy dienen kann: Es sagt voraus, wie die nächsten Augenblicke aussehen sollten, ein separates inverses Dynamikmodell übersetzt das in Gelenkbefehle. Die multimodale Version nimmt eine Historie taktiler Videos auf und erzeugt künftige Tastbilder, die das inverse Modell in Bewegungen umsetzt; neue Sensorwerte schließen den Regelkreis.

MEKAWIRE-Analyse

Rhoda will Sensor und Modell zugleich besitzen, weil eine Policy, die Berührung vorhersagt, nur so gut ist wie ihre Tastdaten, und solche Daten gibt es noch nicht in großem Maßstab.

Rhodas Runde im Vergleich mit anderen Foundation-Model-Start-ups der Robotik
  • Rhoda AI
    Runde
    Series A
    Betrag
    450 Mio. Dollar
    Datum
    10.03.2026
    Status
    Unternehmensangabe
  • Generalist AI
    Runde
    Wachstumsrunde
    Betrag
    400 Mio. Dollar
    Datum
    04.06.2026
    Status
    Unternehmensangabe
  • Physical Intelligence
    Runde
    Series B
    Betrag
    600 Mio. Dollar (Post-Money 5,6 Mrd.)
    Datum
    20.11.2025
    Status
    Berichtet
  • Physical Intelligence
    Runde
    Finanzierungsrunde
    Betrag
    400 Mio. Dollar (Post-Money 2,4 Mrd.)
    Datum
    04.11.2024
    Status
    Berichtet
  • Dyna Robotics
    Runde
    Series A
    Betrag
    120 Mio. Dollar
    Datum
    15.09.2025
    Status
    Unternehmensangabe

Verifizierte MEKAWIRE-Finanzierungsdaten. Rhoda Series A / Dyna Series A = 450/120 = 3,75. Tage von Rhodas Series A bis zum Tastbeitrag: 217.

Stand: 16. Okt. 2026

Rhodas Series A war 3,75-mal so groß wie die von Dyna Robotics (120 Mio. Dollar) und größer als die berichtete Runde von Physical Intelligence 2024. Eigene Hardware ist ein Weg, diesen Vorsprung dort einzusetzen, wo reine Softwarekonkurrenz nicht schnell folgen kann. Dagegen spricht, dass der Markt für Tastsensorik mit optischen, magnetischen und kapazitiven Spezialisten gut besetzt ist und ein proprietärer Sensor den Datenpool auf die eigene Flotte verengt.

Für europäische Anbieter von Greifern und Sensorik, etwa Schunk oder Zimmer Group, und für Automobilwerke mit kraftsensiblen Montageaufgaben ist das ein Signal, dass Kontaktdaten zum Wettbewerbsfaktor für lernende Systeme werden. Der Beitrag nennt weder Erfolgsquote noch Versuchszahl noch Zeit je Entnahme; gezeigt wird Machbarkeit, nicht Zuverlässigkeit. Bull-Case: taktile UMI-Aufnahmen werden zum Datenvorsprung für kontaktreiche Aufgaben wie Kabelverlegung oder Griff in die Kiste. Bear-Case: Der Sensor bleibt Forschungswerkzeug, rein visuelle Rivalen holen über Datenmenge auf. Zu beobachten sind ein Sensorprodukt oder Fertigungspartner, ein Kundeneinsatz mit Tastfeedback und ein quantitativer Vergleich mit visuellem DVA.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Bekanntgabe
Rhoda-AI-Forschungsbeitrag 'Giving Robots a Sense of Touch', 13. Oktober 2026
Messbereich
Von wenigen Millinewton (Feder) bis über 40 N (Hantel), laut Unternehmen
Erfassung
Normal- und Scherkraft, Vibrationen mit etwa 500 Hz, Temperatur
Modell
Multimodales DVA sagt künftige Tastbilder vorher, inverses Dynamikmodell erzeugt Aktionen
Demo
Kameras abgedeckt; Training mit 1 glatten und 1 strukturierten Ball; alle 3 strukturierten Bälle aus 7 geholt
Nicht genannt
Erfolgsquote, Versuchszahl, Messprinzip, Preis und Verfügbarkeit
Finanzierung
Series A über 450 Mio. Dollar, bekanntgegeben am 10. März 2026
Quellen
MEKAWIRE Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Die meisten VLA- und Videomodell-Policies lernen nur aus Bildern und Gelenkpositionen und wissen daher nicht, wie fest sie greifen müssen oder wann ein Griff rutscht. Dass ein Start-up mit 450 Mio. Dollar eigene Tasthardware baut, zeigt: Kontaktdaten werden nach Bilddaten zum nächsten Engpass.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Physical Intelligence, Generalist AI und Dyna trainieren überwiegend mit Bild und Propriozeption. Tast-Spezialisten wie GelSight, Xense oder Sharpa verkaufen Hardware ohne Videomodell-Policy. Rhoda zeigt als erstes Unternehmen dieser Finanzierungsklasse beides zusammen.

  3. 03

    Bewertungskontext

    Eine Bewertung hat Rhoda nicht genannt. Die Series A über 450 Mio. Dollar ist in den MEKAWIRE-Daten die größte erste institutionelle Runde eines Robotik-Foundation-Model-Start-ups; ein Sensorprogramm deutet auf eine Kapitalintensität näher an einem Hardwarehersteller.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Material und Fertigung des Sensors sind nicht bekannt. Bleibt er intern, braucht Rhoda Auftragsfertigung für greifertaugliche Tastpads und UMI-Geräte für die Datenerhebung, beides derzeit in kleinen Stückzahlen.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    1) Sensorprodukt, Lizenz oder Fertigungspartner. 2) Quantitativer Vergleich von Tast- und reinem Bild-DVA bei kontaktreichen Aufgaben. 3) Ein Kundeneinsatz mit Tastfeedback.

  6. 06

    Analystensicht

    These: Rhoda integriert vertikal in die Tastsensorik, um eigene Kontaktdaten aufzubauen. Zuversicht: gering bis mittel, da nur Videos ohne Zuverlässigkeitsstatistik vorliegen.

  7. 07

    Offene Fragen

    Welches Messprinzip und welche Stückkosten? Welche Erfolgsquote über wie viele Versuche erreichte die Blindaufgabe? Wird das taktile UMI Partnern zur Datenerhebung geöffnet?