Doosan Robotics weitet Verlust 2025 auf 59,5 Mrd. Won aus, Cobot-Umsatz halbiert sich, US-Integrator erhält weitere 16 Mio. Dollar

Doosan Robotics hat 2025 laut Pflichtmeldungen im koreanischen DART-System einen Konzernumsatz von 32,98 Mrd. Won erzielt, 29,6 Prozent weniger als im Vorjahr, bei einem Betriebsverlust von 59,47 Mrd.
Won. Der Umsatz mit Cobot-Armen halbierte sich, weil das Nordamerikageschäft wegen der Zollunsicherheit um rund 50 Prozent einbrach. Am 26. März 2026 beschloss der Verwaltungsrat eine Kapitalspritze von 16,0 Mio.
Dollar für die US-Tochter, die frühere ONExia, um deren Werk zu erweitern.
Der koreanische Cobot-Hersteller Doosan Robotics hat das Jahr 2025 mit sinkendem Umsatz und höherem Verlust abgeschlossen und im ersten Quartal 2026 weiteres Geld in den US-Systemintegrator gelenkt, den er im September übernommen hatte. Nach vorläufigen Zahlen, die das Unternehmen am 11. Februar 2026 im Offenlegungssystem DART veröffentlichte, sank der Konzernumsatz um 29,6 Prozent auf 32,98 Mrd. Won (2024: 46,83 Mrd. Won). Der Betriebsverlust wuchs von 41,20 auf 59,47 Mrd. Won, der Nettoverlust von 36,56 auf 55,50 Mrd. Won.
Der am 18. März eingereichte Geschäftsbericht zeigt, wo der Umsatz wegbrach. Mit Cobot-Armen, dem Kernprodukt, setzte Doosan nur noch 19,89 Mrd. Won um, nach 38,89 Mrd. Won 2024 und 45,93 Mrd. Won 2023. Teile und Sonstiges brachten 7,08 Mrd. Won. Das neue Segment Automatisierungslösungen, also Verpackungszellen am Linienende (End of Line) und kundenspezifische Anlagenintegration, steuerte nach der ONExia-Übernahme 6,01 Mrd. Won bei. Der Rohertrag fiel auf 4,42 Mrd. Won, die Bruttomarge damit von 20,4 auf 13,4 Prozent, während die Vertriebs- und Verwaltungskosten um 25,9 Prozent auf 63,89 Mrd. Won stiegen.
Als Gründe nennt das Unternehmen die schwache Nachfrage in Industrieländern, die Eröffnung eines Forschungszentrums samt Neueinstellungen sowie einmalige Übernahmekosten. Im Lagebericht wird es deutlicher, dort heißt es, die Zollpolitik habe den Umsatz in Nordamerika um etwa 50 Prozent gedrückt. Die Forschungsausgaben erreichten 8,41 Mrd. Won oder 26 Prozent des Umsatzes. Für eingestellte Entwicklungsprojekte, darunter die Eigenfertigung von Komponenten, schrieb Doosan 1,47 Mrd. Won ab. Zum Jahresende beschäftigte das Unternehmen 255 Mitarbeiter.
Kern der neuen Strategie ist ONExia. Laut Anhang zum Unternehmenszusammenschluss erwarb Doosan am 17. September 2025 für 32,34 Mrd. Won in bar 87,98 Prozent der Stimmrechte des Integrators aus Pennsylvania. Dem identifizierbaren Nettovermögen von 12,66 Mrd. Won, darunter 11,66 Mrd. Won immaterielle Werte, stand ein Geschäftswert von 19,68 Mrd. Won gegenüber, 60,9 Prozent des Kaufpreises. Ende 2025 verschmolz ONExia mit Doosans eigener US-Vertriebsgesellschaft Doosan Robotics Americas, LLC. Die übernehmende Gesellschaft firmiert nun als Doosan Robotics Americas, Inc., Chef ist Andrew Cook.
Am 26. März 2026 beschloss der Verwaltungsrat, sich an einer Kapitalerhöhung dieser Tochter zu beteiligen. Doosan zeichnet 4.854 neue Aktien für 15.998.686,92 Dollar, nach dem Referenzkurs des Tages von 1.495,60 Won je Dollar 23,93 Mrd. Won. Die Einzahlung war für den 30. März vorgesehen, der Anteil steigt auf 94,12 Prozent. Als Zweck nennt die Meldung die Verlagerung und Erweiterung des Werks wegen wachsender Auftragsbestände sowie den Ausbau des Nordamerikageschäfts. Das Lösungssegment wies Ende 2025 Aufträge über 19,11 Mio. Dollar aus, davon 4,22 Mio. Dollar ausgeliefert, der Auftragsbestand lag bei 14,88 Mio. Dollar.
Die Zahlen der Tochter erklären den Kapitalbedarf. Ende 2025 standen Vermögenswerten von 43,87 Mrd. Won Schulden von 42,76 Mrd. Won gegenüber, das Eigenkapital betrug nur 1,11 Mrd. Won. Der Umsatz lag bei 19,06 Mrd. Won, der Nettoverlust bei 0,13 Mrd. Won. Der Abschlussprüfer JLK LLP erteilte einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk, die Muttergesellschaft nannte dafür keine Gründe.
Doosan Robotics wurde am 31. Juli 2015 gegründet und ist seit dem 5. Oktober 2023 an der Börse in Seoul notiert. Nach eigenen Angaben gehörte das Unternehmen 2021 nach Stückzahlen zu den vier größten Cobot-Anbietern der Welt, im Ausland verkauft es überwiegend über Händler. Die fünf größten Kunden standen 2025 für 16,68 Prozent des Umsatzes. Die Strategie hat zwei Ebenen. Zum einen sollen Plug-and-Play-Lösungen aus Arm, Software und KI den separaten Integrator überflüssig machen, zum anderen arbeitet Doosan an einem "Industrial Humanoid" für Facharbeiteraufgaben in klar definierten Fabrikumgebungen. Im Forschungsbericht stehen Kollisionsvermeidung mit Nvidias cuRobo und Isaac Sim sowie ein kostenpflichtiger App-Store in der Software Dart-Suite.
Für europäische Anwender und Integratoren ist der Befund aufschlussreich. Doosan betreibt seit April 2024 eine Europaniederlassung in Düsseldorf und nennt den langwierigen Krieg in der Ukraine als Grund für die schwache europäische Industrie. Auf dem Heimatmarkt verlief das Jahr für Wettbewerber ganz anders. Rainbow Robotics steigerte den Umsatz dank Zweiarmrobotern um 76,4 Prozent auf 34,12 Mrd. Won bei einem Betriebsverlust von 2,48 Mrd. Won und einem Nettogewinn von 1,43 Mrd. Won. Robotis, Lieferant von Aktuatoren für Humanoide, wuchs um 29,64 Prozent auf 38,94 Mrd. Won und drehte mit Exporten nach Nordamerika ins operative Plus von 3,36 Mrd. Won. Der Cobot-Konkurrent Neuromeka verlor 25,0 Prozent Umsatz auf 18,95 Mrd. Won bei einem Betriebsverlust von 14,86 Mrd. Won.
- Doosan Robotics
- 32,98
- 46,83
- -29,6
- -59,47
- -55,5
- 2026-02-11
- Rainbow Robotics
- 34,12
- 19,35
- 76,4
- -2,48
- 1,43
- 2026-02-27
- Robotis
- 38,94
- 30,04
- 29,64
- 3,36
- 5,38
- 2026-01-28
- Neuromeka
- 18,95
- 25,27
- -25
- -14,86
- -21,99
- 2026-03-12
Vorläufige IFRS-Konzernzahlen aus den DART-Pflichtmeldungen der Unternehmen zu Umsatz- oder Ergebnisveränderungen von mindestens 30 Prozent, gerundet auf 0,01 Mrd. KRW; negative Werte sind Verluste. Veränderung laut Meldung. Offengelegte Werte, keine Schätzungen.
Stand: 1. Okt. 2026
Die Bilanz verschafft Doosan Zeit. Barmittel und kurzfristige Finanzanlagen summierten sich Ende 2025 auf 197,14 Mrd. Won nach 275,22 Mrd. Won ein Jahr zuvor. Aus dem operativen Geschäft flossen 17,3 Mrd. Won ab, aus Investitionen einschließlich der Übernahme 90,2 Mrd. Won. Die Verbindlichkeiten stiegen auf 50,78 Mrd. Won, der Verschuldungsgrad von 4,77 auf 14,57 Prozent. Die verbleibende Liquidität entspricht etwa dem 3,3-Fachen des Betriebsverlusts 2025.
- Cobot-Arme
- 45,93
- 38,89
- 19,89
- Teile und Sonstiges
- 7,11
- 7,94
- 7,08
- Automatisierungslösungen (EOL/CMI)
- Keine Daten
- Keine Daten
- 6,01
- Gesamt
- 53,04
- 46,83
- 32,98
Aus dem Geschäftsbericht 2025 (DART, 18.03.2026), Konzern. Automatisierungslösungen seit Übernahme von ONExia am 17.09.2025 konsolidiert. Offengelegte Werte.
Stand: 1. Okt. 2026
Offen bleibt vieles beim US-Engagement. Standort, Größe und Kosten des neuen Werks hat Doosan nicht genannt, ebenso wenig, wie viel des Auftragsbestands 2026 umsatzwirksam wird. Den eingeschränkten Prüfungsvermerk erläuterte das Unternehmen nicht. Das Armgeschäft, noch immer der größte Umsatzträger, steht in den USA und in Europa unter demselben Zoll- und Preisdruck. Eine Prognose für 2026 enthalten die Meldungen nicht.
MEKAWIRE-Analyse
Doosan Robotics will das schrumpfende Cobot-Hardwaregeschäft durch Systemintegration in den USA ersetzen, doch 2025 fiel die Hardware schneller, als der Integrator wuchs.
Die Belege liegen im Umsatzmix. Der Armumsatz sank binnen eines Jahres um 19,0 Mrd. Won, das zugekaufte Lösungsgeschäft lieferte in dreieinhalb Monaten 6,0 Mrd. Won. Auf den Kaufpreis von 32,3 Mrd. Won folgten binnen sechs Monaten weitere 23,9 Mrd. Won, zusammen rund 56,3 Mrd. Won in sieben Monaten und damit deutlich mehr als der gesamte Rohertrag des Armsegments.
Das stärkste Gegenargument lautet, dass Lösungsumsätze stabiler und margenstärker sind als Armverkäufe über Händler. Ein Auftragsbestand von 14,9 Mio. Dollar bei 6,0 Mrd. Won Umsatz in dreieinhalb Monaten deutet an, dass die US-Tochter auf Jahressicht an den Armumsatz der Mutter heranreichen könnte, und Doosan behält die Integrationsmarge, die bisher an Dritte ging.
Bull-Case: Die US-Tochter arbeitet 2026 ihren Auftragsbestand ab, das neue Werk erhöht die Kapazität, und standardisierte End-of-Line-Zellen mit Doosan-Armen heben Stückzahl und Preise zugleich. Die Verluste sinken, sobald der Personalaufbau in der Forschung endet, und 197 Mrd. Won Liquidität tragen den Umbau.
Bear-Case: Der Armumsatz sinkt weiter, weil chinesische und dänische Anbieter über den Preis angreifen, und die Tochter bleibt dünn kapitalisiert mit eingeschränktem Testat. Lassen US-Aufträge nach, droht beim Geschäftswert von 19,7 Mrd. Won eine Abschreibung, und das Humanoidenprogramm erhöht zuerst die Kosten.
- Quartalsbericht Q1 2026 im Mai 2026: Stabilisiert sich der Armumsatz, und wie viel bringt das Lösungssegment im vollen Quartal?
- Halbjahresbericht im August 2026: Angaben zu Standort, Kapazität und Investitionen des verlagerten US-Werks.
- Geschäftsbericht 2026 im März 2027: Werthaltigkeitstest des Geschäftswerts und Status des Prüfungsvermerks der US-Tochter.
- 32,98 Mrd. Won (minus 29,6 %)
- 59,47 Mrd. Won (2024: 41,20 Mrd. Won)
- 55,50 Mrd. Won
- 19,89 Mrd. Won (2024: 38,89 Mrd. Won)
- rund 50 % niedriger (Unternehmensangabe)
- 87,98 % für 32,34 Mrd. Won, Vollzug 17.09.2025
- 16,0 Mio. Dollar, Beschluss 26.03.2026, Anteil 94,12 %
- 14,88 Mio. Dollar (Ende 2025)
- 197,14 Mrd. Won (Ende 2025)
- 8,41 Mrd. Won, 26 % des Umsatzes
Warum das wichtig ist
Doosan Robotics galt beim Börsengang 2023 als Aushängeschild des koreanischen Cobot-Exports. Die Zahlen für 2025 zeigen, dass dieses Modell unter Druck steht. Der Armumsatz fiel um 48,9 Prozent, während Rainbow Robotics und Robotis wuchsen. In Korea hat sich das Interesse von Cobot-Armen zu Humanoid-Plattformen und Schlüsselkomponenten verschoben.
Für europäische Industrieunternehmen und den Mittelstand ist der Fall ein Lehrstück. Der Cobot selbst wird zur Ware, die Wertschöpfung wandert zur Integration. Doosan kauft sich diese Integrationskompetenz in den USA zu und finanziert sie aus der Bilanz, solange der Verlust bei fast 60 Mrd. Won im Jahr liegt.
Wettbewerbsanalyse
Hauptwettbewerber weltweit ist Universal Robots aus Odense, Teil von Teradyne, das für das vierte Quartal 2025 einen Robotikumsatz von 89 Mio. Dollar meldete. Hinzu kommen chinesische Anbieter, die über den Preis konkurrieren. In Europa ringen zudem Integratoren und Komponentenhersteller aus dem Mittelstand um dieselben Palettier- und Verpackungsanwendungen, auf die ONExia spezialisiert ist.
In Korea zeigt Rainbow Robotics mit Zweiarmrobotern Dynamik und erzielte einen Nettogewinn, Robotis profitiert als Aktuatorlieferant für Humanoide. Neuromeka, der direkteste Cobot-Rivale, verlor ein Viertel seines Umsatzes. Die Schwäche betrifft also den gesamten Cobot-Sektor, nicht nur Doosan.
Bewertungskontext
Für 87,98 Prozent an ONExia zahlte Doosan 32,34 Mrd. Won, bei einem identifizierbaren Nettovermögen von 12,66 Mrd. Won entfielen 60,9 Prozent auf Geschäftswert. Mit der Kapitalerhöhung von 23,93 Mrd. Won flossen binnen sieben Monaten rund 56,27 Mrd. Won in eine Tochter mit 19,06 Mrd. Won Umsatz und 1,11 Mrd. Won Eigenkapital.
Konzernweit bieten 348,6 Mrd. Won Eigenkapital und 197,1 Mrd. Won Liquidität einen Puffer, der Bilanzverlust erreichte aber 192,2 Mrd. Won. Bewertet wird die Aktie damit nach der Strategie für Lösungen und Humanoide, nicht nach laufenden Gewinnen.
Folgen für die Lieferkette
Im Ausland verkauft Doosan Arme überwiegend über Händler und ist damit Lagerzyklen im Kanal und US-Zöllen auf koreanische Hardware ausgesetzt. Montage und Vertrieb kompletter Systeme in den USA mindern dieses Risiko teilweise.
Die Abschreibung auf das Projekt zur Eigenfertigung von Komponenten deutet darauf hin, dass Getriebe und Antriebe weiter zugekauft werden. Das hält die Tür für Zulieferer offen, auch aus Europa und Japan. In der Software setzt Doosan auf Nvidia mit cuRobo und Isaac Sim, wie viele europäische Wettbewerber.
Worauf jetzt zu achten ist
Erstens das erste volle Quartal mit konsolidiertem Lösungsgeschäft, das zeigen wird, ob der Auftragsbestand schnell genug Umsatz wird. Zweitens Standort und Investitionsvolumen des neuen US-Werks, die über die genehmigten 16 Mio. Dollar hinausgehen könnten.
Drittens der Prüfungsvermerk für Doosan Robotics Americas im Abschluss 2026. Viertens Kundenpiloten für den Industrial Humanoid, auf dem ein Großteil der Bewertungsgeschichte ruht. Für den europäischen Markt lohnt zudem der Blick auf die Düsseldorfer Niederlassung und mögliche Lösungsangebote nach US-Vorbild.
Analystensicht
These: Doosan Robotics kauft Wachstum in den USA, um ein 2025 halbiertes Armgeschäft zu ersetzen. Die Wette ist plausibel, aber früh. Zuversicht: mittel. Die Meldungen belegen Richtung und eingesetztes Kapital, die Liquidität schließt kurzfristige Finanzierungsrisiken aus.
Höher fällt die Zuversicht nicht aus, weil eine Prognose fehlt, die US-Tochter ein eingeschränktes Testat hat und das Lösungswachstum auf dreieinhalb Monaten und 14,9 Mio. Dollar Auftragsbestand beruht. Fällt der Armumsatz im Tempo von 2025 weiter, müsste das Lösungsgeschäft um ein Vielfaches wachsen.
Offene Fragen
Wo entsteht das verlagerte US-Werk, wie groß ist es, und wie hoch sind die Gesamtinvestitionen über die 16,0 Mio. Dollar hinaus?
Worauf beruht der eingeschränkte Bestätigungsvermerk von JLK LLP für Doosan Robotics Americas, und ist er ausgeräumt?
Welcher Teil des Auftragsbestands von 14,88 Mio. Dollar wird 2026 ausgeliefert, und wie viele dieser Systeme nutzen Doosan-Arme?
Ab wann flacht der Anstieg von Forschungs- und Verwaltungskosten ab, und welcher Umsatz wäre für die Gewinnschwelle nötig?