Midea-Beteiligung Jodell zeigt taktile Hand Mozart und visuo-taktile Sensoren auf der CIIF
Jodell Robotics, Greiferhersteller aus Suzhou mit strategischer Beteiligung von Midea, teilte am 16. Oktober in einer Pressemitteilung mit, auf der China International Industry Fair in Shanghai die Fünffingerhand Mozart mit Tastsensorik in jedem Finger, eigene visuo-taktile Sensoren und ein Kit zur Datenerfassung vorgestellt zu haben.
Das Unternehmen gibt mehr als 50 Serienprodukte, über 6.000 Kunden und eine Jahreskapazität von über 100.000 Einheiten an. Beteiligungshöhe und Preise wurden nicht genannt.
Ein chinesischer Greiferlieferant mit mehr als 6.000 Kunden arbeitet sich von der Fingerspitze zur ganzen Hand vor. Jodell Robotics teilte am 16. Oktober mit, auf der China International Industry Fair (CIIF) in Shanghai, die vom 12. bis 16. Oktober lief, drei Produkte vorgestellt zu haben: die bionische Fünffingerhand Mozart, eigene visuo-taktile Sensoren und ein Kit zur Erfassung von Embodied-AI-Daten. Vorausgegangen sei eine strategische Industriebeteiligung der Midea Group. Höhe der Beteiligung und Preise blieben offen.
Was vorgestellt wurde
Mozart trägt laut Mitteilung in jedem Finger hochauflösende Tastsensoren, die Kontaktkraft und Position in Echtzeit erfassen. Zielmärkte sind Halbleiter, Elektronik, Lithiumbatterien und Life-Science-Automatisierung, also Präzisionsmontage, Probenhandhabung und flexibles Greifen unregelmäßiger Teile. Freiheitsgrade, Traglast und Greifkraft wurden nicht genannt.
Bei der Sensorik kooperiert Jodell nach eigenen Angaben mit Gerald E. Loeb, Gründer von SynTouch und Mitglied der US National Academy of Sciences, auf Basis der von Shadow Robot genutzten BioTac-Technologie. Die Sensoren sollen Kraft, Vibration und Temperatur erfassen und gegen elektromagnetische Störungen in der Fabrik robust sein; die Serienfertigung in Suzhou werde beschleunigt.
MEKAWIRE-Analyse: Über den Greifer zur Hand
Jodell setzt darauf, dass ein Lieferant, der bereits Greifer für 100.000 Roboter im Jahr baut, Roboterhände besser verkauft als ein Humanoiden-Start-up, das Hände für den eigenen Roboter entwickelt.
Für Europa ist das relevant, weil der Greifer- und Endeffektormarkt bisher von Mittelständlern wie Schunk und Zimmer geprägt ist. Mit Midea, Eigentümer des Augsburger Roboterbauers KUKA, steht hinter Jodell ein Konzern, der Komponenten in eigene Zellen und Roboterprogramme ziehen kann. Für deutsche Anbieter wächst damit der Preisdruck aus China nun auch bei taktilen Händen. Gegenargument: Taktile Hände sind in der Fabrik noch teuer und empfindlich, und wo ein Zweifingergreifer genügt, ist Nachfrage nach Fünffingerhänden nicht gesichert.
Worauf zu achten ist
Ob Jodell technische Daten und Preise für Mozart veröffentlicht, ob Midea oder KUKA Jodell als Lieferanten benennt und ob die Loeb-Sensoren 2027 in Serie gehen.
- Pressemitteilung Jodell Robotics, 16. Oktober 2026
- CIIF Shanghai, 12. bis 16. Oktober 2026
- Fünffingerhand Mozart mit Tastsensorik, visuo-taktile Sensoren, Datenerfassungskit
- Midea Group (strategische Beteiligung, Konditionen offen)
- Gerald E. Loeb, SynTouch-Gründer (BioTac)
- 17 Serien, über 50 Serienprodukte, über 100.000 Einheiten Kapazität pro Jahr, über 6.000 Kunden
