Origami Robotics startet Serienfertigung des S1-Handschuhs für 20 Fingergelenke und Tastsinn
Das Start-up Origami Robotics aus San Francisco hat nach eigenen Angaben in einem Blogbeitrag vom 21. Oktober die Serienfertigung von S1 begonnen, einem Handschuh, der 20 Fingergelenkwinkel per Encoder, den Druck an Fingerspitzen und Handfläche sowie das Video einer Handgelenkkamera auf einer Zeitachse aufzeichnet.
Menschliche Vorführungen sollen sich so Gelenk für Gelenk auf die eigene Roboterhand übertragen lassen. Gegenüber OptiTrack meldet das Unternehmen Genauigkeit im Millimeterbereich; Preis und Liefertermin nannte es nicht.
Origami Robotics setzt darauf, dass das Rennen um Roboterdaten über den Inhalt jeder aufgezeichneten Stunde entschieden wird und nicht über deren Zahl. In einem Blogbeitrag vom 21. Oktober mit dem Titel "A million hours of what?" stellte das Start-up aus San Francisco den Handschuh S1 vor und teilte mit, die Serienfertigung habe begonnen.
Was S1 misst
Nach Unternehmensangaben liest S1 20 Fingergelenkwinkel direkt über Gelenkencoder, misst den Druck an Fingerspitzen und Handfläche und zeichnet das Video einer Global-Shutter-Kamera am Handgelenk auf derselben Zeitachse auf. Arbeitete die Hand in einem Behälter außerhalb des Kamerablicks, maß der Handschuh weiter, während die als Vergleich genutzten Bildverfahren (MediaPipe sowie WiLoR mit anschließender HaMeR-Rekonstruktion) die Hand verloren oder zwischen Fingerstellungen sprangen. Im Abgleich mit OptiTrack-Motion-Capture lagen die aus dem Handschuh berechneten Fingerspitzenpositionen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger im Millimeterbereich. Träger lösten 30 anspruchsvolle Aufgaben, vom schnellen Zauberwürfel bis zum Kartenmischen, ein Musiker spielte damit Geige, Klavier und Schlagwerk.
Das Design ist an Origamis eigene Roboterhand gekoppelt: Beide teilen Gelenkanordnung und Tastsensoren, sodass jeder Handschuhwinkel ohne Retargeting-Löser zum Positionssollwert des passenden Robotergelenks wird. Eine frühere Version mit fester Schale, vor sieben Monaten gebaut, lief in einigen Fabriken, passte aber zu wenigen Händen; daraus entstand die heutige weiche Schale. Ein Modell, das Kontaktunterschiede zwischen menschlicher und robotischer Fingerspitze ausgleicht, ist noch in Entwicklung, eine Roboterhand der zweiten Generation soll folgen. Preis, Kunden und Liefertermin blieben offen.
MEKAWIRE-Analyse
Origami verkauft das Gegenteil von Massenvideo: weniger Stunden, aber jede mit Gelenkwinkeln und Kontaktkräften, die keine Kamera sieht.
Damit steht das Unternehmen am einen Ende eines Spektrums, das MEKAWIRE in diesem Monat verfolgt hat. Figures Index-App soll 37,5 Millionen Handyvideos gesammelt haben, Maxinsights erhielt 30 Millionen Dollar Seed-Kapital auf Basis von über 2 Millionen Stunden Kopfkamera-Material, und Sharpa koppelt wie Origami einen haptischen Handschuh mit der eigenen Hand.
- Origami Robotics
- S1-Handschuh: Gelenkencoder, Druck an Handfläche und Fingerspitzen, Handgelenkkamera
- 20 Gelenke; Serienfertigung
- 21. Okt.
- Figure AI
- Index-Handy-App, bezahlte Beitragende
- 37,5 Mio. Uploads, 112 Länder (berichtet)
- 22. Okt.
- Maxinsights
- Kopfkameras, über 5.000 Auftragnehmer
- über 2 Mio. Stunden; 30 Mio. Dollar Seed
- 22. Okt.
- Nature Will
- Egozentrische Menschendaten für das Handmodell Natura-1
- über 1 Mio. Stunden
- 13. Okt.
- Sharpa
- Haptischer Handschuh AE01 plus Hand W02
- Hand mit 21 aktiven Freiheitsgraden
- 29. Sept.
Angaben der Unternehmen laut den verlinkten Berichten; Figures Zahlen vom 22. Okt. stammen aus Berichten über das Video der Mitarbeiterversammlung. Einheiten unterscheiden sich und sind nicht direkt vergleichbar.
Stand: 25. Okt. 2026
Die Schwäche liegt in Skalierung und Bindung: Daten eines auf eine bestimmte Hand abgestimmten Handschuhs übertragen sich am saubersten auf genau diese Hand, und die Genauigkeitswerte stammen aus eigenen Tests. Für europäische Greifer- und Handhersteller zeigt das Modell, dass sich mit Datenerfassung ein zweites Geschäft neben der Hardware aufbauen lässt.
Warum das wichtig ist
Humanoid- und Handentwickler, die aus Video keine kraftsensible Manipulation lernen, erhalten eine weitere kontaktreiche Datenquelle. Zu beobachten sind Origamis Hand der zweiten Generation, das Kontaktabgleichsmodell und erste namentlich genannte S1-Kunden. Mehr im Profil von Origami Robotics.
- Datenhandschuh S1 zur Erfassung von Fertigkeiten für das Roboterlernen
- 20 Fingergelenkwinkel per Encoder; Druck an Fingerspitzen und Handfläche; Global-Shutter-Kamera am Handgelenk
- Fingerspitzenposition im Millimeterbereich gegenüber OptiTrack (Zeige-, Mittel-, Ringfinger; eigener Test)
- Gleiche Gelenkanordnung und Tastsensoren wie Origamis Roboterhand; kein Retargeting nötig
- Serienfertigung begonnen; Preis und Liefertermin offen
- Blogbeitrag des Unternehmens, 21. Oktober 2026
- San Francisco, USA
