Google DeepMind stellt Gemini Robotics vor und macht Gemini 2.0 zur Robotersteuerung, Apptronik wird Humanoid-Partner

Google DeepMind hat am 12. März 2025 Gemini Robotics vorgestellt, ein Vision-Language-Action-Modell auf Basis von Gemini 2.0, das direkt Motorbefehle ausgibt, sowie Gemini Robotics-ER, ein Modell für räumliches Verständnis.
Nach Angaben des Labors verdoppelt das Aktionsmodell die Leistung anderer führender Modelle in einem Generalisierungstest mehr als; Partner für Humanoide ist Apptronik, und unter den ersten Testern von Gemini Robotics-ER ist mit Agile Robots ein deutsches Unternehmen.
Google DeepMind hat am 12. März 2025 zwei Robotikmodelle auf Basis seiner Modellfamilie Gemini 2.0 vorgestellt. Es ist der bislang direkteste Versuch eines führenden KI-Labors, ein allgemeines multimodales Sprachmodell in die Steuerung einer realen Maschine zu verwandeln. Gemini Robotics ist ein Vision-Language-Action-Modell (VLA), das physische Aktionen als zusätzliche Ausgabe beherrscht. Dasselbe neuronale Netz, das Kamerabilder und gesprochene Anweisungen verarbeitet, bewegt auch die Roboterarme. Gemini Robotics-ER, wobei ER für Embodied Reasoning steht, ist ein auf räumliches Verständnis getrimmtes Bild-Sprach-Modell, das Hersteller an ihre eigenen Steuerungen anbinden können.
Das Unternehmen nannte zwei zentrale Kennzahlen. In der von Carolina Parada verfassten Mitteilung erklärte Google DeepMind, Gemini Robotics erziele in einem umfassenden Generalisierungs-Benchmark mehr als die doppelte Leistung anderer moderner VLA-Modelle. Werde Gemini Robotics-ER durchgängig für Wahrnehmung, Planung und Code-Erzeugung eingesetzt, liege die Erfolgsquote beim Zwei- bis Dreifachen von Gemini 2.0. Laut dem begleitenden technischen Bericht arbeitet das Aktionssystem mit einer effektiven Frequenz von 50 Hz; das in der Cloud betriebene Basismodell antwortet in weniger als 160 Millisekunden, die Gesamtlatenz von der Kamerabeobachtung bis zum Bewegungsbefehl liegt bei rund 250 Millisekunden.
Die Roboterdaten stammen überwiegend von Google DeepMinds eigener Flotte zweiarmiger ALOHA-2-Roboter. Dem Bericht zufolge sammelten Teleoperatoren über zwölf Monate Tausende Stunden an Expertendemonstrationen zu Tausenden Aufgaben; ergänzt wurde das um Webdokumente, Code, Bilder, Audio und Video. In Vorführungen faltete das Modell einen Origami-Fuchs und verstaute einen Snack in einem Ziploc-Beutel. Neue kurze Aufgaben lerne es mit nur 100 Demonstrationen; nach Spezialisierung mit 2.000 bis 5.000 Episoden je Aufgabe packte es eine Brotdose in 20 von 20 Versuchen erfolgreich. Übertragen wurde das Modell auch auf eine zweiarmige Franka-Plattform und auf den Humanoiden Apollo von Apptronik.
Für das Denkmodell entwickelte DeepMind den offenen Benchmark ERQA mit 400 Multiple-Choice-Fragen zur physischen Welt und stellte ihn unter der Lizenz CC BY 4.0 auf GitHub. Als Vergleichswerte nennt der Bericht 46,3 Prozent für Gemini 2.0 Flash, 48,3 Prozent für Gemini 2.0 Pro Experimental, 47,0 Prozent für GPT-4o von OpenAI und 35,5 Prozent für Claude 3.5 Sonnet von Anthropic; mit Chain-of-Thought-Prompting stieg Gemini 2.0 Pro Experimental auf 54,8 Prozent. Beim Zeigen auf Objekte, also der Frage, wo ein Greifer ansetzen soll, erreichte Gemini Robotics-ER auf Paco-LVIS 71,3 Punkte gegenüber 46,1 für Gemini 2.0 Flash und 16,2 für GPT-4o; bei der 3D-Erkennung auf SUN-RGBD kam es auf 48,3 AP@15.
- Gemini Robotics-ER
- 71,3
- 49,5
- 45
- 48,3
- Gemini 2.0 Flash
- 46,1
- 25,8
- 33,8
- 30,7
- GPT-4o
- 16,2
- 5
- 20,6
- Keine Daten
- Claude 3.5 Sonnet
- 12,4
- 7,2
- 16,2
- Keine Daten
- Molmo 72B
- 47,1
- 12,5
- 63,8
- Keine Daten
Werte laut Tabellen 3 und 4 des technischen Berichts zu Gemini Robotics (arXiv-Preprint 2503.20020). Zeige-Werte geben den Anteil der vorhergesagten Punkte innerhalb der Referenzmaske an. Für GPT-4o, Claude 3.5 Sonnet und Molmo 72B wurde keine 3D-Erkennung berichtet, daher —. Auswahl und Messung durch Google DeepMind, nicht unabhängig repliziert.
Stand: 1. Okt. 2026
Vermarktet wird das Ganze nicht als Produkt, sondern über ein Partnerprogramm. Google DeepMind arbeitet nach eigenen Angaben mit dem US-Humanoidhersteller Apptronik an der nächsten Generation humanoider Roboter mit Gemini 2.0. Apptronik hatte am 13. Februar 2025 eine Series A über 350 Millionen US-Dollar unter Führung von B Capital und Capital Factory abgeschlossen, an der sich Google beteiligte, und eine strategische Zusammenarbeit mit dem Robotikteam von Google DeepMind bekanntgegeben. Gemini Robotics-ER erhielten zunächst ausgewählte Tester: Agile Robots aus Deutschland, Agility Robotics, Boston Dynamics und Enchanted Tools aus Frankreich. Das VLA-Modell selbst wurde nicht allgemein freigegeben, Preise nannte Google nicht.
Google DeepMind ist das in London ansässige KI-Labor von Alphabet; die Daten für diese Modelle stammen aus eigenen ALOHA-2-Zweiarmrobotern. Neu ist im März 2025 der Ausgangspunkt. Statt eine Roboterstrategie zu trainieren und Sprache später anzuflanschen, begann das Labor bei Gemini 2.0, das bereits weiß, was ein Ziploc-Beutel ist und wie eine Brotdose schließt, und brachte ihm das Handeln bei.
Der Wettbewerb ist dicht besetzt. Figure AI veröffentlichte am 20. Februar 2025 Helix, ein zweistufiges Modell: Ein Bild-Sprach-Modell mit 7 Milliarden Parametern denkt mit 7 bis 9 Hz, eine Steuerung mit 80 Millionen Parametern führt 35 Freiheitsgrade des Oberkörpers mit 200 Hz, trainiert mit rund 500 Stunden Teleoperation und vollständig auf eingebetteten GPUs im Roboter. Physical Intelligence verteilt seine π0-Modelle über das Repository openpi, die Basis-Checkpoints sind mit mehr als 10.000 Stunden Roboterdaten vortrainiert; der Gemini-Bericht nutzte eine Nachimplementierung von π0 als Vergleich. Sechs Tage nach Google stellte NVIDIA am 18. März auf der GTC das offene, anpassbare Humanoidmodell Isaac GR00T N1 vor und erklärte, binnen 11 Stunden 780.000 synthetische Trajektorien erzeugt zu haben, was die Leistung zusammen mit Realdaten um 40 Prozent steigerte. Zu den Erstnutzern von GR00T N1 zählt mit NEURA Robotics ebenfalls ein deutsches Unternehmen.
- Gemini Robotics
- Google DeepMind
- 2025-03-12
- 50
- Keine Daten
- Nicht freigegeben, ER nur für ausgewählte Tester
- Helix
- Figure AI
- 2025-02-20
- 200
- 500
- Proprietär (System 2 auf offenem 7B-VLM)
- Isaac GR00T N1
- NVIDIA
- 2025-03-18
- Keine Daten
- Keine Daten
- Offen, anpassbar
- π0 (openpi)
- Physical Intelligence
- Keine Daten
- Keine Daten
- 10.000
- Offen (Code unter Apache-2.0)
Angaben laut Primärquellen der Entwickler: Google-DeepMind-Blog und technischer Bericht (effektive Steuerfrequenz 50 Hz; Roboterdaten nur als Tausende Stunden beschrieben, daher —), Figure-Seite zu Helix (System 1 mit 200 Hz, rund 500 Stunden Teleoperation), NVIDIA-Newsroom (Frequenz und Realdaten-Stunden von GR00T N1 nicht genannt; 780.000 synthetische Trajektorien), openpi-Repository (Basis-Checkpoints mit mehr als 10.000 Stunden vortrainiert, als Untergrenze 10.000 eingetragen; Veröffentlichungsdatum nicht primär bestätigt, daher —). Keine Schätzungen.
Stand: 1. Okt. 2026
Vereinfacht gibt es zwei Wege. Ein Hersteller überlässt Gemini Robotics die ganze Arbeit, Bilder und Worte hinein, Gelenkbefehle heraus. Oder er behält seine eigene Bewegungssteuerung und fragt Gemini Robotics-ER nur das, woran klassische Software scheitert, etwa wo eine Tasse zu greifen ist oder in welche Richtung sich eine Schublade öffnet, und erhält Punkte, Boxen und Bahnen zurück. Für Außenstehende geöffnet hat Google zuerst den zweiten Weg, ein Zeichen dafür, wie vorsichtig das Labor mit der direkten Motorsteuerung umgeht.
Für Europas Industrie ist dieser zweite Weg der interessantere. Maschinenbauer und Automobilzulieferer haben jahrzehntelang in sichere, zertifizierte Steuerungen investiert und werden diese nicht gegen ein Cloud-Modell tauschen. Ein Denkmodell, das Greifpunkte und Bahnen liefert, während die bewährte Steuerung die Bewegung ausführt, passt dagegen zur Logik des Mittelstands. Dass Agile Robots unter den ersten Testern ist und NEURA früh Zugang zu NVIDIAs Modell erhielt, zeigt, dass deutsche Hersteller sich zwischen den US-Plattformen positionieren, statt eigene Großmodelle zu bauen. Offen bleibt, wie sich cloudgestützte Robotersteuerung mit europäischen Anforderungen an Maschinensicherheit und Datenhaltung verträgt.
Die Risiken sind beträchtlich. Die zentrale Generalisierungszahl ist relativ, gemessen auf Googles eigenem Benchmark gegen selbst gewählte Vergleichsmodelle, darunter eine eigene Nachimplementierung eines Konkurrenzmodells. Die geteilte Architektur hängt an Cloud und Netzverbindung, die in Fabrikhallen nicht immer stabil ist. Auch gewann Google nicht jeden Test. Beim Zeige-Benchmark Where2Place erreichte das offene Modell Molmo 72B 63,8 Punkte, Gemini Robotics-ER 45,0. Für die Sicherheit präsentierte DeepMind den Datensatz ASIMOV zur Bewertung semantischer Sicherheit und datengetriebene Regelwerke, die es Verfassungen nennt; zertifizierte Sicherheitssteuerungen auf der Maschine ersetzen beide nicht.
MEKAWIRE-Analyse
Mit Gemini Robotics will Google das Gehirn des Roboters verkaufen, nicht den Roboter, und der Erfolg bemisst sich daran, wie viele Hardwarehersteller darauf aufbauen, nicht an Benchmark-Vorsprüngen.
Dafür spricht die Anlage des Starts. Google nennt einen Humanoid-Partner und vier Tester mit sehr unterschiedlichen Maschinen, von Industriearmen über Laufroboter bis zu Servicerobotern, und veröffentlicht mit ERQA einen offenen Benchmark, an dem sich die Branche nach Googles Maßstäben messen soll. Ein Labor mit eigenen Roboterplänen würde Boston Dynamics und Agility Robotics keinen frühen Zugang gewähren.
Das stärkste Gegenargument ist die vertikale Integration. Figures Helix läuft an Bord, mit der vierfachen von Google genannten Steuerfrequenz, auf einer Hardware, die das Modellteam selbst ändern kann. Integrierte Anbieter kontrollieren den Datenkreislauf, und in der Robotik zählt dieser womöglich mehr als die Größe des vortrainierten Modells.
Im optimistischen Szenario gibt Geminis Weltwissen Robotern einen gesunden Menschenverstand, den kein Robotikunternehmen allein sammeln kann, und das ER-Modell wird zur Standard-Wahrnehmungs- und Planungsschicht, die Dutzende Hersteller per API aufrufen. Google sichert sich eine Plattformposition, bevor ein einzelner Hardwareanbieter Größe erreicht.
Im pessimistischen Szenario halten Latenz, Konnektivität und Sicherheitszertifizierung die cloudabhängige Steuerung aus den Fabriken fern, während offene Modelle von NVIDIA und Physical Intelligence den Herstellern ausreichend gute Gehirne liefern, die sie lokal betreiben und verändern können. Gemini Robotics bliebe dann ein Forschungsschaufenster.
- Google I/O am 20. und 21. Mai 2025: ob Gemini Robotics-ER über die Tester hinaus als Entwickler-API verfügbar wird.
- Im Laufe von 2025: ob Google DeepMind eine Version des Aktionsmodells vorlegt, die ohne Cloud auf dem Roboter läuft.
- 2025 und 2026: ob Apptroniks Apollo mit Gemini-Modellen in bezahlte Einsätze kommt und ob Agile Robots die Tests in Industrieprodukte überführt.
- 12. März 2025
- Gemini Robotics (VLA) und Gemini Robotics-ER (Embodied Reasoning), beide auf Basis von Gemini 2.0
- Mehr als doppelte Leistung anderer führender VLA-Modelle im Generalisierungstest von Google
- Zwei- bis dreifache Erfolgsquote von Gemini 2.0
- Effektiv 50 Hz, rund 250 ms Gesamtlatenz, Basismodell unter 160 ms
- Tausende Stunden ALOHA-2-Teleoperation über 12 Monate
- ERQA, 400 Fragen, CC BY 4.0
- Apptronik (Apollo)
- Agile Robots, Agility Robotics, Boston Dynamics, Enchanted Tools
- Keine allgemeine Freigabe, keine Preise
Warum das wichtig ist
Bis März 2025 verstanden die stärksten multimodalen Modelle der großen KI-Labore Bilder und Text, steuerten aber keine Motoren. Gemini Robotics ist der erste Fall, in dem ein Spitzenlabor seine Hauptmodellfamilie direkt in den Regelkreis eines Roboters setzt und einen technischen Bericht mit Latenz-, Daten- und Benchmarkzahlen vorlegt. Damit verschiebt sich der Wettbewerb um Robotik-Basismodelle von Start-ups und Chipherstellern zu einem Konzern mit Googles Rechenleistung, Daten und Vertriebskraft.
Zugleich ändert sich die Frage, was ein Roboterhersteller selbst besitzen muss. Liefert ein allgemeines Modell Wahrnehmung, räumliches Denken und Aufgabenplanung per API, können sich Hardwareanbieter auf Antriebe, Sicherheit und Kosten konzentrieren und Intelligenz zukaufen. Für den deutschen Maschinenbau, der seine Stärke in Mechanik und Sicherheitstechnik hat, ist diese Arbeitsteilung Chance und Abhängigkeitsrisiko zugleich.
Wettbewerbsanalyse
Das klarste strategische Gegenmodell ist Figure AI. Helix, drei Wochen zuvor veröffentlicht, betreibt ein 7-Milliarden-Parameter-Modell und eine 80-Millionen-Parameter-Steuerung auf eingebetteten GPUs, regelt 35 Freiheitsgrade mit 200 Hz und wurde mit rund 500 Stunden Teleoperation trainiert. Figure verkauft Roboter und behält das Modell; Google verkauft weder Roboter noch bislang das Modell und baut stattdessen eine Partnerriege auf.
NVIDIA und Physical Intelligence greifen von der offenen Seite an. NVIDIAs GR00T N1 vom 18. März ist frei verfügbar, weil NVIDIA an Chips, Omniverse und Cosmos verdient; NEURA Robotics gehört zu den Erstnutzern. Die openpi-Checkpoints von Physical Intelligence, mit mehr als 10.000 Stunden vortrainiert, geben jedem Labor eine starke Ausgangsbasis. Googles Vorteil ist das breite Weltwissen von Gemini, sein Nachteil, dass Partner das Aktionsmodell weder einsehen noch selbst betreiben können.
Bewertungskontext
Alphabet weist Robotikumsätze oder Investitionen nicht gesondert aus, ein direkter Bewertungsmaßstab fehlt also. Sichtbar wird Kapital bei den Partnern. Apptronik sammelte am 13. Februar 2025 eine Series A über 350 Millionen US-Dollar unter Führung von B Capital und Capital Factory mit Beteiligung von Google ein und legte laut Unternehmen am 18. März 53 Millionen US-Dollar nach. Agile Robots meldete zuletzt 2021 eine Series C über 220 Millionen US-Dollar, Agility Robotics 2022 eine Series B über 150 Millionen US-Dollar.
Unter den Modellentwicklern sammelte Figure in der Series B 2024 675 Millionen US-Dollar ein, Skild AI im Juli 2024 eine Series A über 300 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 1,5 Milliarden US-Dollar. Investoren bezahlten also schon vor Googles Einstieg für Robotergehirne; Googles Start erhöht die Messlatte, die unabhängige Modell-Start-ups für ihre Bewertungen überspringen müssen.
Folgen für die Lieferkette
Entscheidend ist hier die Datenlieferkette, nicht die Komponenten. Gemini Robotics beruht auf Teleoperationsdemonstrationen, die eine ALOHA-2-Flotte über zwölf Monate gesammelt hat. Teleoperationsarbeit und die Zweiarmgeräte selbst sind die Einsatzfaktoren, mit denen das Modell skaliert; dass laut Bericht 2.000 bis 5.000 Episoden eine Aufgabe spezialisieren, beziffert den Aufwand je neuer Fähigkeit.
Rechnerseitig liegt das große Modell in Googles Cloud, ein kleiner Aktionsdecoder auf dem Roboter. Das senkt die Rechenkosten an Bord gegenüber Figures zwei eingebetteten GPUs oder NVIDIAs Jetson-Ansatz, verlagert aber Kosten auf Netzanbindung und nicht genannte Inferenzgebühren. Für Fabriken in Deutschland rücken damit private 5G-Netze und Edge-Rechenzentren als Voraussetzung in den Blick.
Worauf jetzt zu achten ist
Erstens der Zugang. Gemini Robotics-ER ging an vier Tester; eine Entwickler-API würde zeigen, dass Google branchenweit um die Wahrnehmungs- und Planungsschicht konkurriert. Die Google I/O am 20. und 21. Mai 2025 ist der naheliegende Ort.
Zweitens die Architektur. Ein Aktionsmodell, das ohne Cloud auf dem Roboter läuft, würde den wichtigsten Einwand von Fabrikkunden entkräften. Drittens die Partner: bezahlte Apollo-Einsätze mit Gemini-Modellen bei Apptronik und Produktankündigungen von Agile Robots wären die ersten kommerziellen Belege der Partnerstrategie.
Analystensicht
These: Google DeepMind verfügt im März 2025 über das stärkste allgemeine Modell der Robotik, hat aber noch keinen Weg zu Umsätzen gezeigt; die Partnerstrategie braucht mindestens zwei Jahre, um sich zu bewähren. Zuversicht: mittel.
Mittel statt hoch, weil der technische Bericht detailliert ist und die ERQA- und Zeige-Ergebnisse nachprüfbar sind, was die Leistungsbehauptung stützt. Dagegen steht, dass die zentrale Generalisierungszahl selbst gemessen und relativ ist, das VLA nicht für Dritte verfügbar ist und integrierte Wettbewerber wie Figure an Bord schnellere Regelkreise fahren. Eine API, ein Modell auf dem Gerät und ein namentlich genannter kommerzieller Einsatz würden die Zuversicht erhöhen.
Offene Fragen
Wie wird Google den Zugang zu Gemini Robotics und Gemini Robotics-ER bepreisen, und können Partner das Aktionsmodell mit eigenen Daten feinjustieren, ohne diese mit Google zu teilen?
Was geschieht bei schlechter Netzverbindung mit der Regelgüte, und wie geht der Decoder an Bord in einen sicheren Zustand? Wem gehören die auf Partnerrobotern gesammelten Demonstrationsdaten? Und wie lässt sich eine cloudgestützte Steuerung mit europäischen Vorgaben zu Maschinensicherheit und Datenhaltung vereinbaren?