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Nvidia öffnet auf der CES 2025 seine Cosmos-Weltmodelle für Roboter und autonome Autos, Neura Robotics und Agile Robots unter den ersten Nutzern

MEKAWIRE-Redaktion
Veröffentlicht 6 Min. Lesezeit
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Nvidia öffnet auf der CES 2025 seine Cosmos-Weltmodelle für Roboter und autonome Autos, Neura Robotics und Agile Robots unter den ersten Nutzern (Illustration: MEKAWIRE)

Nvidia hat am 6. Januar 2025 auf der CES die Plattform Cosmos vorgestellt, deren Weltmodelle physikalisch plausible Videos zum Training von Robotern und autonomen Fahrzeugen erzeugen, und die ersten Modelle unter einer Lizenz veröffentlicht, die kommerzielle Nutzung erlaubt.

Als frühe Anwender nannte der Konzern 14 Robotik- und Autonomiefirmen sowie Uber, darunter die deutschen Unternehmen Neura Robotics und Agile Robots. Am selben Tag folgte ein Isaac GR00T Blueprint für synthetische Bewegungsdaten humanoider Roboter.

Nvidia hat seine Keynote auf der CES 2025 am 6. Januar 2025 genutzt, um Cosmos vorzustellen, eine Plattform aus Weltmodellen, Video-Tokenizern und Werkzeugen zur Datenaufbereitung. Die Modelle sollen physikalisch plausible Videos erzeugen, mit denen Roboter und autonome Fahrzeuge trainiert werden, bevor sie in die reale Welt gehen. Nvidia veröffentlichte die ersten Cosmos-Modelle unter der hauseigenen NVIDIA Open Model License, die kommerzielle Nutzung erlaubt, und nannte 14 Entwickler aus Robotik und autonomem Fahren sowie Uber als frühe Anwender. Am selben Tag stellte der Konzern den Isaac GR00T Blueprint vor, der wenige menschliche Demonstrationen in große synthetische Bewegungsdatensätze für Humanoide verwandelt.

Die Größenordnungen sind beträchtlich. Laut Nvidias Cosmos-Blog wurden die Modelle mit 9.000 Billionen Token trainiert, gewonnen aus 20 Millionen Stunden Daten zu menschlichen Interaktionen, Umgebungen, Industrie, Robotik und Straßenverkehr. Der begleitende Preprint, am 7. Januar 2025 auf arXiv unter der Nummer 2501.03575 veröffentlicht, beschreibt die Aufbereitung von rund 20 Millionen Stunden Rohvideo in Auflösungen von 720p bis 4K zu etwa 100 Millionen Clips für das Vortraining und rund 10 Millionen für das Feintuning. Nach Nvidias Angaben verarbeitet die Pipeline NeMo Curator diese 20 Millionen Stunden in 14 Tagen auf Blackwell-GPUs oder 40 Tagen auf Hopper-GPUs, während eine reine CPU-Pipeline mehr als drei Jahre bräuchte. Der Cosmos-Tokenizer komprimiere achtmal stärker und arbeite zwölfmal schneller als führende Alternativen.

Nvidia teilt die Modelle in drei Klassen ein. Nano ist für latenzarme Echtzeit-Inferenz am Edge gedacht, Super als leistungsstarke Basis, Ultra für maximale Wiedergabetreue und das Destillieren eigener Modelle. Die ersten offenen Checkpoints erschienen als Cosmos 1.0 auf Hugging Face in zwei Architekturen. Diffusionsmodelle mit 7 und 14 Milliarden Parametern erzeugen Videos aus Text oder setzen Bilder und Videos fort. Autoregressive Modelle mit 4 und 12 Milliarden Parametern sagen künftige Bilder voraus, ergänzt um Varianten mit 5 und 13 Milliarden Parametern, die zusätzlich Text verarbeiten. Laut Modellkarte liefert das 7B-Diffusionsmodell 121 Bilder in 1280x704 Pixeln, rund fünf Sekunden bei 24 Bildern pro Sekunde, und braucht dafür etwa 380 Sekunden auf einer H100. Das 4B-Modell erzeugt aus 9 Eingabebildern 24 neue in 1024x640 Pixeln in etwa 62 Sekunden.

Offene Cosmos-1.0-Checkpoints vom Januar 2025
  • Cosmos-1.0-Diffusion-7B-Text2World
    Architektur
    Diffusion
    Eingabe
    Text
    Parameter (Mrd.)
    7
  • Cosmos-1.0-Diffusion-14B-Text2World
    Architektur
    Diffusion
    Eingabe
    Text
    Parameter (Mrd.)
    14
  • Cosmos-1.0-Diffusion-7B-Video2World
    Architektur
    Diffusion
    Eingabe
    Bild oder Video plus Text
    Parameter (Mrd.)
    7
  • Cosmos-1.0-Diffusion-14B-Video2World
    Architektur
    Diffusion
    Eingabe
    Bild oder Video plus Text
    Parameter (Mrd.)
    14
  • Cosmos-1.0-Autoregressive-4B
    Architektur
    Autoregressiv
    Eingabe
    Bild oder Video
    Parameter (Mrd.)
    4
  • Cosmos-1.0-Autoregressive-5B-Video2World
    Architektur
    Autoregressiv
    Eingabe
    Bild oder Video plus Text
    Parameter (Mrd.)
    5
  • Cosmos-1.0-Autoregressive-12B
    Architektur
    Autoregressiv
    Eingabe
    Bild oder Video
    Parameter (Mrd.)
    12
  • Cosmos-1.0-Autoregressive-13B-Video2World
    Architektur
    Autoregressiv
    Eingabe
    Bild oder Video plus Text
    Parameter (Mrd.)
    13

Modellnamen und Parameterzahlen laut Nvidias Modellkarten auf Hugging Face; offengelegte Werte, keine Schätzungen.

Stand: 2. Okt. 2026

Verteilt werden die Modelle über Hugging Face, Nvidias NGC-Katalog und GitHub, mit Zugriff über den API-Katalog, späteren NIM-Microservices und Betrieb in DGX Cloud. Cosmos Guardrails prüfen nach Unternehmensangaben Eingaben vor der Generierung und Videos danach. Videos aus dem API-Katalog tragen ein unsichtbares Wasserzeichen, das sie als KI-generiert kenntlich macht.

Die Anwenderliste in Nvidias Mitteilung umfasst 1X, Agile Robots, Agility, Figure AI, Foretellix, Fourier, Galbot, Hillbot, IntBot, Neura Robotics, Skild AI, Virtual Incision, Waabi und XPENG sowie Uber. Waabi nutze Cosmos für Datenkuratierung und Simulationsbewertung beim autonomen Fahren, Hillbot für die Erzeugung von Terabytes an 3D-Umgebungen für das Robotertraining, teilte Nvidia mit. Agility-Technikchef Pras Velagapudi erklärte, Cosmos erlaube fotorealistische Trainingsszenarien ohne so viel teure Datenerfassung in der realen Welt. Uber-Chef Dara Khosrowshahi sagte, die Zusammenarbeit mit Nvidia könne den Zeitplan für sicheres und skalierbares autonomes Fahren beschleunigen.

Nvidia-Gründer und Vorstandschef Jensen Huang sprach von einem Wendepunkt. „Der ChatGPT-Moment für die Robotik kommt“, sagte er. Weltmodelle seien für Roboter und autonome Fahrzeuge so grundlegend wie große Sprachmodelle für Chatbots, doch nicht jeder Entwickler habe die Mittel, eigene zu trainieren. Cosmos solle physische KI demokratisieren.

Der am selben Tag vorgestellte Isaac GR00T Blueprint besteht aus drei Arbeitsabläufen. GR00T-Teleop erfasst menschliche Bewegungen mit einer Apple Vision Pro in einem digitalen Zwilling, ein simulierter Roboter ahmt sie nach und liefert Referenzdaten. GR00T-Mimic vervielfacht diese Demonstrationen zu einem größeren synthetischen Datensatz, GR00T-Gen auf Basis von Omniverse und Cosmos erweitert ihn per Domain Randomization und 3D-Upscaling. Trainiert wird in Isaac Lab, Nvidias quelloffenem Framework für Roboterlernen. Boston Dynamics und Figure setzten Isaac GR00T bereits ein, erklärte Nvidia und verwies auf die Erwartung, dass der Markt für Humanoide im nächsten Jahrzehnt 38 Milliarden Dollar erreicht.

Später lieferte Nvidia Zahlen nach. In einem 2025 überarbeiteten Entwicklerblog heißt es, GR00T-Mimic habe in 11 Stunden 780.000 synthetische Trajektorien erzeugt, was 6.500 Stunden menschlicher Demonstration entspreche, und die Kombination mit realen Daten habe die Leistung gegenüber rein realen Daten um 40 Prozent gesteigert. Auf der Computex am 18. Mai 2025 erklärte Nvidia, mit dem auf Cosmos Predict aufbauenden GR00T-Dreams habe man das Humanoidenmodell GR00T N1.5 in 36 Stunden entwickelt statt in rund drei Monaten manueller Datensammlung.

Für Europa ist bemerkenswert, dass mit Neura Robotics und Agile Robots zwei deutsche Robotikfirmen auf der Liste standen, während europäische Autohersteller unter den Autonomie-Anwendern fehlten. MEKAWIRE hat seither berichtet, wie sich das Ökosystem in Deutschland verdichtet hat. Schaeffler will Gelenke für Neura bauen, Wandelbots, SCHUNK und EY bringen Nvidia-basierte physische KI in den Mittelstand, und Neura sammelte im Juni 2026 eine Series C von bis zu 1,4 Milliarden Dollar ein. Für Mittelständler mit kleinen Losgrößen ist das Versprechen verlockend, Roboter mit wenigen Demonstrationen anzulernen, statt teure Datensammlungen aufzubauen.

Die Robotik-Anwender waren überwiegend wagnisfinanzierte Firmen ohne nennenswerte Serienumsätze. Nach verifizierten MEKAWIRE-Daten war Figures letzte offengelegte Runde vor der CES eine Series B über 675 Millionen Dollar im Februar 2024, Skild AI hatte im Juli 2024 300 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 1,5 Milliarden Dollar eingesammelt.

Frühe Cosmos-Anwender aus der Robotik: letzte offengelegte Finanzierungsrunde vor der CES 2025
  • Figure AI
    Land
    USA
    Runde
    Series B
    Betrag (USD)
    675.000.000
    Post-Money-Bewertung (USD)
    Keine Daten
    Bekanntgabe
    2024-02-29
  • Skild AI
    Land
    USA
    Runde
    Series A
    Betrag (USD)
    300.000.000
    Post-Money-Bewertung (USD)
    1.500.000.000
    Bekanntgabe
    2024-07-09
  • Agility Robotics
    Land
    USA
    Runde
    Series B
    Betrag (USD)
    150.000.000
    Post-Money-Bewertung (USD)
    Keine Daten
    Bekanntgabe
    2022-04-22
  • 1X Technologies
    Land
    USA
    Runde
    Series B
    Betrag (USD)
    100.000.000
    Post-Money-Bewertung (USD)
    Keine Daten
    Bekanntgabe
    2024-01-13
  • Virtual Incision
    Land
    USA
    Runde
    Series-C-Erweiterung
    Betrag (USD)
    30.000.000
    Post-Money-Bewertung (USD)
    Keine Daten
    Bekanntgabe
    2023-09-19

Letzte vor dem 6. Januar 2025 bekanntgegebene Runde laut verifizierten MEKAWIRE-Unternehmensdaten auf Basis von Unternehmens- und Investorenmitteilungen; — = unbekannt; offengelegte Werte, keine Schätzungen.

Stand: 2. Okt. 2026

Im Wettbewerb kam Cosmos wenige Wochen nach zwei viel beachteten Modellen. Google DeepMind stellte am 4. Dezember 2024 Genie 2 vor, das steuerbare 3D-Welten für das Training von Agenten bis zu einer Minute konsistent erzeugt, aber nicht breit verfügbar war. OpenAI öffnete am 9. Dezember 2024 Sora Turbo für zahlende ChatGPT-Kunden mit Videos von bis zu 20 Sekunden in 1080p. Cosmos unterschied sich durch herunterladbare Gewichte mit kommerzieller Lizenz und die Ausrichtung auf Roboter- und Fahrzeugdaten.

Offene Fragen blieben erheblich. Nvidia legte keine Feldergebnisse vor, wonach mit Cosmos-Videos trainierte Roboter besser abschneiden als mit realen Daten trainierte, und generierte Videos können plausibel aussehen und dennoch physikalisch falsch sein. Nvidias eigene Seiten beschrieben den Trainingsdatensatz unterschiedlich. Der GR00T-Blog nannte 18 Billiarden Token einschließlich 2 Millionen Stunden Fahr-, Roboter-, Drohnen- und synthetischer Aufnahmen, der Cosmos-Blog 9.000 Billionen Token aus 20 Millionen Stunden. Hinzu kommen Rechenkosten von Minuten H100-Zeit pro Fünf-Sekunden-Clip und eine Lizenz, die Nvidia selbst formuliert hat und keine Standard-Open-Source-Lizenz ist.

MEKAWIRE-Analyse

Mit Cosmos wollte Nvidia synthetisches Video zum Standardrohstoff des Roboterlernens machen und den Datenmangel der Roboterhersteller in Nachfrage nach Nvidia-GPU-Stunden verwandeln.

Dafür spricht, dass die am 6. Januar 2025 vorgestellten Bausteine den gesamten Datenkreislauf abdecken, von der Kuratierung in NeMo Curator über Kompression und Generierung bis zur roboterspezifischen Vervielfachung in GR00T-Mimic und GR00T-Gen. Jede Beschleunigungsangabe war an Nvidias eigene GPU-Generationen gekoppelt. Die Gewichte gab es kostenlos, Training und Inferenz laufen auf Hopper und Blackwell. Die weitere Entwicklung stützt diese Lesart. Cosmos Predict speiste im Mai 2025 GR00T-Dreams, und MEKAWIRE berichtete später über Cosmos Reason 2 auf der CES 2026 und das auf Geräten laufende Cosmos 3 Edge im Juli 2026.

Das stärkste Gegenargument lautet, dass führende Humanoid-Entwickler eigene Modelle und Datenpipelines aufbauen. MEKAWIRE berichtete im Januar 2026, dass 1X seinen NEO mit einem eigenen Videoweltmodell mit 14 Milliarden Parametern steuert, und Figure setzt auf sein Helix-Modell. Ein überwiegend mit Fahr- und Allgemeinvideos trainiertes Modell könnte kontaktreiche Manipulation, den schwierigsten Teil des Roboterlernens, schlecht abbilden.

Bull-Szenario. Synthetische Daten erweisen sich für die meisten Aufgaben als günstiger als Teleoperationsflotten, Cosmos wird zur Standardbasis für das Nachtraining, und Nvidia verdient beim Training wie bei den Bordrechnern.

Bear-Szenario. Die finanzstärksten Entwickler halten ihre Weltmodelle proprietär, kleinere Anwender nutzen Cosmos nur zur Bewertung und Datenergänzung. Physikfehler begrenzen den Transfer auf echte Hardware, und Cosmos bleibt ein Schaufenster für GPU-Verkäufe.

  • Januar 2027, CES: ob Nvidia Nutzungszahlen zu Cosmos wie Downloads oder zahlende Kunden nennt statt Partnerlogos.
  • November 2026, Nvidias Zahlen zum dritten Geschäftsquartal: ob Robotik- und Autoumsätze mit Software für physische KI verknüpft werden.
  • Zweite Jahreshälfte 2026: ob Neura Robotics, Agile Robots oder Mittelstandsprojekte wie das von Wandelbots und SCHUNK messbare Ergebnisse mit synthetischen Daten veröffentlichen.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Vorgestellt
6. Januar 2025, CES-Keynote
Trainingsdaten (Nvidia-Blog)
9.000 Billionen Token aus 20 Millionen Stunden
Preprint
arXiv 2501.03575, 7. Januar 2025
Offene Cosmos-1.0-Modelle
Diffusion 7 und 14 Mrd.; autoregressiv 4, 5, 12 und 13 Mrd. Parameter
Lizenz
NVIDIA Open Model License, kommerzielle Nutzung erlaubt
Frühe Anwender
14 Robotik- und Autonomiefirmen plus Uber, darunter Neura Robotics und Agile Robots
GR00T Blueprint
GR00T-Teleop, GR00T-Mimic, GR00T-Gen
Datenaufbereitung (Unternehmensangabe)
20 Mio. Stunden in 14 Tagen auf Blackwell, 40 Tagen auf Hopper
Quellen
MEKAWIRE Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Cosmos markiert den Moment, in dem Nvidia Trainingsdaten für Roboter nicht mehr als Problem des Kunden behandelte, sondern als Markt für eigene Produktionsmittel. Zuvor ruhte das Robotikgeschäft auf Simulatoren und Bordrechnern. Cosmos schob eine generative Schicht dazwischen, sodass Entwickler von wenigen realen Aufnahmen bis zum fertig trainierten Verhalten innerhalb der Nvidia-Welt bleiben.

    Für die deutsche Industrie ist das ambivalent. Neura Robotics und Agile Robots waren von Beginn an dabei und profitieren vom Zugang. Zugleich wächst die Abhängigkeit europäischer Automatisierer von einer US-Plattform bei einem Kernrohstoff des Roboterlernens.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Google DeepMinds Genie 2 vom 4. Dezember 2024 erzeugte steuerbare 3D-Welten, blieb aber Forschungsvorschau. OpenAIs Sora Turbo vom 9. Dezember 2024 zielte auf kreative Videos ohne offene Gewichte. Nur Cosmos bündelte Datenaufbereitung, Tokenizer und roboterspezifische Arbeitsabläufe.

    Die eigentliche Konkurrenz sind die Eigenentwicklungen der Anwender, wie bei 1X und Figure. In Europa könnten zudem Industriekonzerne mit großen Beständen an Produktionsdaten, etwa Automobilhersteller und Zulieferer, eigene domänenspezifische Modelle bevorzugen.

  3. 03

    Bewertungskontext

    Cosmos ist kostenlos, der wirtschaftliche Effekt zeigt sich indirekt in der Nachfrage nach Rechenzentrums-GPUs und DGX Cloud. Auf Anwenderseite lagen die Referenzwerte vor der CES bei Figures Series B über 675 Millionen Dollar und Skild AIs Series A über 300 Millionen Dollar bei 1,5 Milliarden Dollar Bewertung. Beide sammelten später ein Vielfaches ein.

    Senken synthetische Daten die Kosten für neue Roboterfähigkeiten, steigt der Wert softwarelastiger Robotikfirmen gegenüber hardwarelastigen. Neuras Series C von bis zu 1,4 Milliarden Dollar im Juni 2026 zeigt, dass Investoren auch in Europa auf diese Logik setzen.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Cosmos verknüpft die Datenlieferkette an mehreren Stellen mit Nvidia-Silizium. Die Kuratierung dauert laut Nvidia 14 Tage auf Blackwell gegenüber 40 auf Hopper, ein Clip des 7B-Diffusionsmodells rund 380 Sekunden auf einer H100. Der Teleoperationsweg im GR00T Blueprint hängt an Apples Vision Pro.

    Für den Mittelstand verschiebt sich der Aufwand von Personal und Messtechnik für Datensammlung hin zu Cloud-Rechenzeit. Europäische Rechenzentrumskapazität und Energiepreise werden damit zu einem Faktor der Automatisierungskosten.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    Zu beobachten ist, ob Nvidia auf der CES im Januar 2027 Nutzungskennzahlen zu Cosmos veröffentlicht und ob die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal im November 2026 Robotikumsätze gesondert ausweisen.

    In Deutschland zählt, ob Neura Robotics, Agile Robots oder Projekte von Wandelbots, SCHUNK und Schaeffler belastbare Ergebnisse mit synthetischen Daten vorlegen und ob europäische Autohersteller Cosmos für Fahrsimulation offiziell einsetzen.

  6. 06

    Analystensicht

    These: Cosmos ist strategisch schlüssig und prägt Nvidias spätere Robotikprodukte, bleibt für Roboterhersteller aber ein Werkzeug zur Datenergänzung, bis Feldergebnisse anderes belegen. Zuversicht: mittel.

    Gründe: Die Produktlinie von Cosmos über GR00T-Dreams und Cosmos Reason bis Cosmos 3 Edge ist auf Nvidias eigenen Seiten belegt. Dagegen stehen widersprüchliche Angaben zum Trainingskorpus, fehlende unabhängige Feldtests zum Start und die Abwanderung finanzstarker Anwender zu eigenen Weltmodellen.

  7. 07

    Offene Fragen

    Welcher Anteil der 20 Millionen Stunden zeigt tatsächlich Roboter, die Objekte handhaben? Nvidia schlüsselte das nicht auf, und die beiden Blogs nannten unterschiedliche Token- und Stundenzahlen.

    Welche messbaren Verbesserungen erzielten Neura Robotics und Agile Robots auf echter Hardware? Wie verträgt sich die Nvidia-Lizenz mit den Anforderungen europäischer Industriekunden an Datenherkunft und Haftung?