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Nvidia gibt Humanoiden-Modell Isaac GR00T N1 frei, Neura Robotics aus Metzingen unter den ersten Partnern

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Nvidia gibt Humanoiden-Modell Isaac GR00T N1 frei, Neura Robotics aus Metzingen unter den ersten Partnern (Illustration: MEKAWIRE)

Nvidia hat am 18. März 2025 auf der GTC das Vision-Language-Action-Modell Isaac GR00T N1 für humanoide Roboter zum Herunterladen auf Hugging Face und GitHub veröffentlicht. Zu den Partnern mit frühem Zugang zählen 1X, Agility Robotics, Boston Dynamics, Mentee Robotics und Neura Robotics.

Zugleich kündigte Nvidia die quelloffene Physik-Engine Newton an, die es mit Google DeepMind und Disney Research entwickelt, sowie eine Vorlage für synthetische Trainingsdaten und einen 15 Terabyte großen offenen Datensatz.

Nvidia hat am 18. März 2025 Isaac GR00T N1 vorgestellt, ein offenes Basismodell für humanoide Roboter, dessen Gewichte Entwickler bei Hugging Face und GitHub herunterladen und für ihre eigenen Maschinen nachtrainieren können. Konzernchef Jensen Huang präsentierte das Modell in seiner GTC-Keynote im SAP Center in San Jose, die um 10 Uhr pazifischer Zeit begann. Nvidia bezeichnete GR00T N1 als das weltweit erste offene, vollständig anpassbare Basismodell für allgemeines Denken und Fähigkeiten humanoider Roboter. In derselben Mitteilung kündigte das Unternehmen die quelloffene Physik-Engine Newton an, die es gemeinsam mit Google DeepMind und Disney Research entwickelt, dazu eine Vorlage zur Erzeugung synthetischer Daten und einen offenen Datensatz für physische KI.

Gemessen an Sprachmodellen ist GR00T N1 klein. Laut Nvidias technischem Bericht, der am 18. März als Preprint unter der Nummer 2503.14734 auf arXiv erschien und am 27. März überarbeitet wurde, hat das Modell 2,2 Milliarden Parameter, davon 1,34 Milliarden im Bild-Sprach-Teil. Auf Hugging Face ist der Checkpoint mit Datum 17. März 2025 als GR00T-N1-2B gelistet. Das Vortraining beanspruchte nach Angaben des Preprints rund 50.000 GPU-Stunden auf H100-Chips, verteilt auf bis zu 1.024 Grafikprozessoren. Auf einer Nvidia L40 läuft das Planungsmodul mit 10 Hertz, das Aktionsmodul berechnet 16 Bewegungsschritte in 63,9 Millisekunden und liefert Motorbefehle mit 120 Hertz.

Nvidia beschreibt die Architektur mit Begriffen aus der Kognitionspsychologie. System 2, ein Bild-Sprach-Modell auf Basis von Nvidias Eagle-2 mit dem Sprachmodell SmolLM2 und dem Bildencoder SigLIP-2, wertet Kamerabilder und Anweisungen aus und plant die Handlung. System 1, ein mit Flow Matching trainierter Diffusion Transformer, übersetzt den Plan in kontinuierliche Gelenkbefehle. Beide Module werden gemeinsam trainiert. Nach Nvidias Angaben verallgemeinert das Modell über Aufgaben wie Greifen, Bewegen von Objekten mit einem oder zwei Armen und Übergeben von einer Hand in die andere und bewältigt mehrstufige Aufgaben mit langem Kontext. Für das Nachtraining genügt laut Entwicklerblog eine RTX A6000 oder eine GeForce RTX 4090, ausgeführt werden kann das Ergebnis auf einer RTX A6000 oder einem Jetson-AGX-Orin-Modul.

Frühen Zugang erhielten 1X Technologies, Agility Robotics, Boston Dynamics, Mentee Robotics und Neura Robotics aus Metzingen. Huang zeigte auf der Bühne einen Humanoiden von 1X, der mit einer auf GR00T N1 nachtrainierten Steuerung selbstständig eine Wohnung aufräumte, nach Nvidias Darstellung ein Ergebnis gemeinsamer Arbeit. 1X-Chef Bernt Børnich sagte in der Mitteilung, sein Unternehmen entwickle eigene Modelle, GR00T N1 habe Denkvermögen und Fertigkeiten der Roboter mit wenig Nachtrainingsdaten aber deutlich verbessert.

Das Trainingsrezept nennt Nvidia eine Datenpyramide. Die Basis bilden öffentliche Videos menschlicher Tätigkeiten wie Ego4D und EPIC-KITCHENS. In der Mitte liegen synthetische Daten, darunter 827 Stunden generierter Videotrajektorien und 780.000 mit DexMimicGen simulierte Trajektorien. An der Spitze stehen echte Roboterdaten, darunter 88 Stunden eigener Teleoperation auf dem Humanoiden GR-1 des chinesischen Herstellers Fourier, die Open-X-Embodiment-Sammlung und 140.000 Trajektorien aus dem Datensatz AgiBot-Alpha. Im Preprint schlug GR00T N1 die verbreitete Imitationslern-Referenz Diffusion Policy auf drei Simulations-Benchmarks und erreichte auf einem realen GR-1 eine durchschnittliche Erfolgsquote von 76,8 Prozent gegenüber 46,4 Prozent. Mit nur einem Zehntel der Daten wuchs der Abstand auf 42,6 zu 10,2 Prozent.

GR00T N1 gegen Diffusion Policy im Nvidia-Preprint
  • RoboCasa, Simulation
    GR00T-N1-2B Erfolgsquote (%)
    32,1
    Diffusion Policy Erfolgsquote (%)
    25,6
    Abstand (Prozentpunkte)
    6,5
  • DexMimicGen, Simulation
    GR00T-N1-2B Erfolgsquote (%)
    66,5
    Diffusion Policy Erfolgsquote (%)
    56,1
    Abstand (Prozentpunkte)
    10,4
  • GR-1-Humanoid, Simulation
    GR00T-N1-2B Erfolgsquote (%)
    50
    Diffusion Policy Erfolgsquote (%)
    32,7
    Abstand (Prozentpunkte)
    17,3
  • Fourier GR-1, realer Roboter, alle Daten
    GR00T-N1-2B Erfolgsquote (%)
    76,8
    Diffusion Policy Erfolgsquote (%)
    46,4
    Abstand (Prozentpunkte)
    30,4
  • Fourier GR-1, realer Roboter, 10 Prozent der Daten
    GR00T-N1-2B Erfolgsquote (%)
    42,6
    Diffusion Policy Erfolgsquote (%)
    10,2
    Abstand (Prozentpunkte)
    32,4

Durchschnittliche Erfolgsquoten laut Nvidia-Preprint arXiv 2503.14734 (v2); Simulation mit 100 Demonstrationen je Aufgabe; Abstand = GR00T N1 minus Diffusion Policy; nicht unabhängig repliziert; veröffentlichte, nicht geschätzte Werte.

Stand: 2. Okt. 2026

Parallel veröffentlichte Nvidia die Werkzeuge für synthetische Daten. Die Isaac GR00T Blueprint für synthetische Manipulationsbewegungen nutzt Omniverse und das Weltmodell Cosmos Transfer, um aus wenigen menschlichen Demonstrationen große Bewegungsdatensätze zu machen. Nvidia erzeugte nach eigenen Angaben in elf Stunden 780.000 Trajektorien, was 6.500 Stunden oder neun Monaten ununterbrochener menschlicher Vorführung entspricht. Gemischt mit echten Daten habe das die Leistung von GR00T N1 um 40 Prozent gegenüber reinen Echtdaten gesteigert. Ein separater offener Datensatz auf Hugging Face startete mit 15 Terabyte, mehr als 320.000 Robotertrajektorien und bis zu 1.000 OpenUSD-Objekten.

Newton ist die längerfristige Wette. Die Engine baut laut Nvidia auf dem hauseigenen Framework Warp auf, ist für Roboterlernen optimiert und soll im Laufe des Jahres 2025 verfügbar werden. Google DeepMind und Nvidia entwickeln zudem MuJoCo-Warp, das Robotik-Lernlasten nach Nvidias Erwartung um mehr als das 70-Fache beschleunigen soll. Disney Research will Newton für seine Plattformen robotischer Figuren nutzen, beginnend mit den von Star Wars inspirierten BDX-Droiden, von denen einer Huang auf der Bühne begleitete.

Huang stellte die Neuheiten in den Kontext des Arbeitskräftemangels. Bis zum Ende des Jahrzehnts würden weltweit mindestens 50 Millionen Arbeitskräfte fehlen, sagte er in der Keynote, und in der Mitteilung erklärte er, das Zeitalter der Generalisten-Robotik sei angebrochen. In derselben Keynote kündigte Nvidia an, dass General Motors Nvidias KI, Simulation und beschleunigtes Rechnen für Fahrzeuge, Fabriken und Robotik einsetzt. GR00T N1 baut auf der ersten Isaac GR00T Blueprint auf, die Nvidia am 6. Januar 2025 auf der CES vorgestellt hatte, wie MEKAWIRE damals berichtete.

Die Konkurrenz rückte in denselben Wochen vor. Figure AI stellte am 20. Februar 2025 Helix vor, ein zweiteiliges Modell mit einem Bild-Sprach-Modul von 7 Milliarden Parametern bei 7 bis 9 Hertz und einer Steuerung mit 80 Millionen Parametern bei 200 Hertz, deren Gewichte im Haus bleiben. Google DeepMind kündigte am 12. März 2025 Gemini Robotics auf Basis von Gemini 2.0 an und öffnete es nur Apptronik und ausgewählten Testern, darunter die Münchner Agile Robots. Physical Intelligence beschrieb sein π0-Modell mit 3,3 Milliarden Parametern und bis zu 50 Hertz Regelfrequenz in einem am 31. Oktober 2024 veröffentlichten Preprint.

Humanoiden- und Generalisten-Robotermodelle rund um die GTC 2025
  • Isaac GR00T N1
    Entwickler
    Nvidia
    Erstmals vorgestellt
    2025-03-18
    Parameter (Milliarden)
    2,2
    Schneller Regelkreis (Hz)
    120
    Gewichte zum Start herunterladbar
    Ja
  • Helix
    Entwickler
    Figure AI
    Erstmals vorgestellt
    2025-02-20
    Parameter (Milliarden)
    7,08
    Schneller Regelkreis (Hz)
    200
    Gewichte zum Start herunterladbar
    Nein
  • π0
    Entwickler
    Physical Intelligence
    Erstmals vorgestellt
    2024-10-31
    Parameter (Milliarden)
    3,3
    Schneller Regelkreis (Hz)
    50
    Gewichte zum Start herunterladbar
    Keine Daten
  • Gemini Robotics
    Entwickler
    Google DeepMind
    Erstmals vorgestellt
    2025-03-12
    Parameter (Milliarden)
    Keine Daten
    Schneller Regelkreis (Hz)
    Keine Daten
    Gewichte zum Start herunterladbar
    Nein, nur ausgewählte Tester

Laut Seiten oder Preprints der Entwickler. Helix = 7 Milliarden (System 2) + 80 Millionen (System 1). π0 = 3 Milliarden PaliGemma + 300 Millionen Aktionsexperte, bis 50 Hz. GR00T N1: Aktionsausgabe mit 120 Hz. — = nicht veröffentlicht.

Stand: 2. Okt. 2026

Für Europa ist die Personalie Neura bemerkenswert. Das schwäbische Unternehmen, das laut MEKAWIRE-Daten im Januar 2025 eine Series-B-Finanzierung über 120 Millionen Euro abgeschlossen hatte, war der einzige europäische Hersteller auf Nvidias Liste. Für Mittelständler im Maschinen- und Anlagenbau senkt ein frei verfügbares Modell, das sich auf einer einzigen Workstation-GPU nachtrainieren lässt, die Einstiegshürde in lernende Roboter deutlich. Zugleich bindet es Training, Simulation und Steuerung an Nvidia-Hardware, und mit Newton und MuJoCo-Warp entsteht auch der Simulator unter Beteiligung zweier US-Konzerne und der Londoner DeepMind.

Offene Fragen bleiben. Der Preprint vergleicht GR00T N1 nur mit Diffusion Policy und einem BC-Transformer, nicht mit π0, Helix oder Gemini Robotics, und ist nicht begutachtet. Laut Modellkarte ist GR00T N1 weder für sicherheitskritische Anwendungen mit funktionaler Sicherheit getestet noch vorgesehen, für die Industrie ein zentraler Punkt. Die Gewichte stehen unter Nvidias eigener Lizenz, nicht unter einer Standard-Open-Source-Lizenz, und Newton existierte nur als Plan. Am 18. Mai 2025 teilte Nvidia auf der Computex mit, es habe das Nachfolgemodell GR00T N1.5 mit synthetischen Daten in 36 Stunden entwickelt, statt in fast drei Monaten manueller Datensammlung.

MEKAWIRE-Analyse

Mit GR00T N1 will Nvidia zum Standard-Ausgangspunkt für die Steuerungsintelligenz humanoider Roboter werden, sodass jedes Unternehmen, das darauf aufbaut, auf Nvidia-Hardware trainiert, simuliert und ausliefert.

Dafür spricht das Paket vom 18. März 2025. Modell, Blueprint, Datensatz und Physik-Engine decken Vortraining, Datenerzeugung, Simulation und Bewertung ab, und jede Leistungsangabe hängt an Nvidia-Chips, von 50.000 H100-Stunden über 63,9 Millisekunden auf der L40 bis zum Einsatz auf Jetson AGX Orin. Dass ein Nachtraining auf einer RTX 4090 möglich ist, zielt auf Start-ups, Institute und Mittelständler, die keine eigene KI-Plattform aufbauen.

Das stärkste Gegenargument lautet, dass die finanzstärksten Entwickler das Modell nicht brauchen. Figure hält Helix geschlossen, Google DeepMind gibt Gemini Robotics nur ausgewählten Partnern, und selbst 1X-Chef Børnich betonte in Nvidias Mitteilung die eigenen Modelle. Ein überwiegend auf Fouriers GR-1 erprobtes Modell könnte zudem für neue Roboterkörper weit mehr Nachtraining brauchen, als der Preprint nahelegt.

Optimistisches Szenario. GR00T N1 und seine Nachfolger werden für Humanoide, was Llama für Sprachmodelle wurde, eine freie Basis, auf der die meisten Hersteller der zweiten Reihe aufbauen, während Newton zum gemeinsamen Simulator wird. Nvidia verdient an Trainingsclustern, Simulation und dem Chip in jedem Roboter.

Pessimistisches Szenario. Die Marktführer behalten überlegene geschlossene Modelle, offene Rivalen wie π0 bieten Standardlizenzen, und GR00T N1 bleibt eine Forschungsreferenz. Nvidia verkauft weiter GPUs, setzt mit dem Modell aber keinen Standard.

  • Mai 2025, Computex Taipeh: ob Nvidia ein verbessertes Modell und weitere Hersteller mit Pilotanwendungen nennt.
  • Zweites Halbjahr 2025: ob Newton und MuJoCo-Warp wie angekündigt erscheinen und die 70-fache Beschleunigung extern bestätigt wird.
  • Im Lauf des Jahres 2025: ob Neura Robotics Ergebnisse mit GR00T-basierten Steuerungen außerhalb von Messe-Demos vorlegt.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Ankündigung
18. März 2025, GTC-Keynote in San Jose
Modell
Isaac GR00T N1 (GR00T-N1-2B), offene Gewichte auf Hugging Face und GitHub
Parameter (Preprint)
2,2 Milliarden, davon 1,34 Milliarden im Bild-Sprach-Modul
Architektur
System 2 Bild-Sprach-Modell plus System 1 Diffusion Transformer, gemeinsam trainiert
Tempo auf Nvidia L40
16 Aktionen in 63,9 ms; Aktionen mit 120 Hz, Planung mit 10 Hz
Vortraining
Rund 50.000 H100-GPU-Stunden
Partner mit frühem Zugang
1X, Agility Robotics, Boston Dynamics, Mentee Robotics, Neura Robotics
Synthetische Daten
780.000 Trajektorien (6.500 Stunden) in 11 Stunden; plus 40 Prozent Leistung
Newton
Mit Google DeepMind und Disney Research, Verfügbarkeit im Lauf von 2025 erwartet
Quellen
MEKAWIRE Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Mit GR00T N1 ging Nvidia vom Verkauf von Werkzeugen rund um das Roboterlernen zur Auslieferung der Robotersteuerung selbst über. Bis März 2025 bestand das Humanoiden-Angebot aus Simulation in Isaac Sim und Isaac Lab, den Daten-Workflows der Januar-Blueprint und Jetson-Chips im Roboter. Nun kann ein kleiner Hersteller eine vortrainierte Steuerung herunterladen, auf einer Workstation-GPU nachtrainieren und auf Jetson ausliefern.

    Für die deutsche Industrie verschiebt das die Make-or-buy-Frage. Ein Mittelständler, der bisher kein eigenes KI-Team für lernende Roboter aufbauen konnte, erhält eine Basis, muss aber akzeptieren, dass Modell, Lizenz und Hardware-Ökosystem in Kalifornien definiert werden. Dass Neura als einziges europäisches Unternehmen unter den ersten Partnern war, zeigt, wie dünn Europas Präsenz in dieser Schicht ist.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Figures Helix nutzt dieselbe Zwei-System-Idee, betreibt Planer mit 7 Milliarden Parametern und 200-Hertz-Steuerung aber ausschließlich auf eigenen Robotern. Googles Gemini Robotics erbt die Größe von Gemini 2.0, hat Apptronik als Hardwarepartner und unter anderem Agile Robots, Agility und Boston Dynamics als Tester. Agility und Boston Dynamics stehen zugleich auf Nvidias Liste, Hersteller testen also mehrere Steuerungsmodelle parallel.

    Das offene Gegenstück ist π0 von Physical Intelligence mit 3,3 Milliarden Parametern und rund 10.000 Stunden Roboterdaten. Nvidias Stärke ist die Verbreitung über Entwicklerbasis und Hardware, seine Schwäche, dass der Preprint keinen direkten Vergleich mit diesen Modellen liefert.

  3. 03

    Bewertungskontext

    Nvidia weist für GR00T N1 keinen Umsatz aus, die Gewichte sind kostenlos. Der Wert fließt über GPUs für Vortraining, Simulation und Nachtraining sowie Jetson-Module in Robotern zurück. Huangs These von mindestens 50 Millionen fehlenden Arbeitskräften bis Ende des Jahrzehnts liefert die Marktbegründung.

    Nach MEKAWIRE-Daten hatte Neura im Januar 2025 eine Series B über 120 Millionen Euro abgeschlossen, 1X im Januar 2024 eine Series B über 100 Millionen Dollar und Agility im April 2022 eine Series B über 150 Millionen Dollar. Ein freies, leistungsfähiges Basismodell senkt den Kapitalbedarf für KI-Teams und verlagert den Wettbewerb zu Hardwarekosten, Zuverlässigkeit und Einsatz beim Kunden, Feldern, auf denen europäische Industrieunternehmen traditionell stark sind.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Die veröffentlichten Zahlen legen die gesamte Rechenkette in Nvidias Hand: H100-Cluster fürs Vortraining, L40 für Benchmarks, RTX A6000 oder GeForce RTX 4090 fürs Nachtraining und Jetson AGX Orin im Roboter. Als Desktop-System zur Erweiterung empfahl Nvidia DGX Spark.

    Datenseitig stützt sich das Rezept auf Fouriers GR-1, den AgiBot-Datensatz mit 140.000 Trajektorien, öffentliche Videos und Simulation in Omniverse mit Cosmos Transfer. Chinesische Hardware und Daten stecken also in einem US-Modell. Für europäische Anwender wird damit die Herkunft von Trainingsdaten und die Dokumentation ein Thema, etwa im Rahmen der EU-KI-Verordnung.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    Erster Prüfstein ist die Computex in Taipeh im Mai 2025, wo Nvidia ein verbessertes Modell und neue Partner zeigen könnte. Zweitens die für das zweite Halbjahr 2025 versprochene Veröffentlichung von Newton und MuJoCo-Warp und die Frage, ob externe Nutzer den Faktor 70 bestätigen.

    In Europa ist entscheidend, ob Neura Robotics, Agile Robots oder große Industriekonzerne GR00T-basierte Steuerungen in Pilotanlagen einsetzen und Ergebnisse veröffentlichen.

  6. 06

    Analystensicht

    These: GR00T N1 ist für Nvidia strategisch stark und für kleinere Hersteller nützlich, wird aber kaum zur Steuerung der finanzstärksten Humanoiden-Entwickler. Zuversicht: mittel.

    Gründe. Modell, Daten und Simulation sind auf Nvidias Primärseiten belegt und fügen sich zu einer Plattform, die Effizienzergebnisse auf einem realen GR-1 mit 10 Prozent der Daten sind bemerkenswert. Dagegen stehen der Vergleich mit älteren Referenzen, die proprietäre Lizenz, die noch nicht verfügbare Engine Newton und die Aussage von 1X, eigene Modelle zu entwickeln.

  7. 07

    Offene Fragen

    Wie gut überträgt sich GR00T N1 auf andere Humanoide als Fouriers GR-1 und den Roboter von 1X, und wie viele Stunden Nachtrainingsdaten braucht ein neuer Roboterkörper? Ergebnisse der übrigen Partner veröffentlichte Nvidia nicht.

    Welche kommerziellen Bedingungen gelten unter Nvidias Lizenz für abgeleitete Modelle, und bleiben sie stabil? Hält der Leistungsgewinn von 40 Prozent durch synthetische Daten auch jenseits der von Nvidia gewählten Aufgaben, und wie lässt sich das Modell für funktionale Sicherheit nach europäischen Normen qualifizieren?