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Nvidia bringt mit Jetson Thor ab 3.499 Dollar Blackwell-Rechenleistung in Roboter, Figure, Agility und Boston Dynamics steigen ein

Nvidia hat am 25. August 2025 das Entwicklerkit Jetson AGX Thor und das Serienmodul Jetson T5000 allgemein verfügbar gemacht. Das Kit kostet ab 3.499 Dollar, bietet 128 GB Speicher und laut Nvidia die 7,5-fache KI-Rechenleistung des Vorgängers Jetson Orin. Figure, Agility Robotics, Boston Dynamics und Amazon Robotics zählen zu acht genannten frühen Anwendern, 1X, OpenAI und Physical Intelligence prüfen den Rechner.

MEKAWIRE-Redaktion5 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

Nvidia hat am 25. August 2025 den Verkauf von Jetson Thor gestartet, einem Rechner auf Basis der Blackwell-Architektur, der in humanoiden und anderen autonomen Robotern verbaut werden soll. Entwickler von Roboter-Basismodellen erhalten damit eine Standardplattform an Bord, auf der mehrere generative KI-Modelle gleichzeitig laufen können. Der Konzern aus Santa Clara setzt für das Entwicklerkit Jetson AGX Thor einen Einstiegspreis von 3.499 Dollar an. Die Serienmodule Jetson T5000 liefern nach Unternehmensangaben weltweite Distributionspartner, Trägerplatinen und Komplettsysteme kommen von Embedded-Partnern.

Laut Nvidias Mitteilung erreicht Thor bis zu 2.070 Teraflops KI-Rechenleistung in FP4 innerhalb eines Leistungsbudgets von 130 Watt und verfügt über 128 GB Speicher. Das entspreche der 7,5-fachen KI-Rechenleistung und der 3,5-fachen Energieeffizienz von Jetson Orin, der bisherigen Robotikplattform. Im technischen Blog präzisiert Nvidia, dass sich die 2.070 Teraflops auf dünnbesetzte FP4-Berechnungen beziehen, dicht besetzt sind es 1.035 Teraflops.

Das Modul kombiniert dem Blog zufolge eine Blackwell-GPU mit 2.560 Kernen und 96 Tensor Cores der fünften Generation mit einer 14-Kern-CPU vom Typ Arm Neoverse-V3AE und bis zu 2,6 GHz Takt. Der Speicher umfasst 128 GB LPDDR5X an einem 256-Bit-Bus mit 273 GB/s Bandbreite, die Leistungsaufnahme lässt sich zwischen 40 und 130 Watt einstellen. Die GPU unterstützt Multi-Instance-GPU über 10 TPCs, sodass ein Roboter Teile des Chips für getrennte Aufgaben wie Wahrnehmung und Bewegungsplanung reservieren kann. Das Entwicklerkit hat einen QSFP28-Anschluss mit vier 25-GbE-Verbindungen für Kamera- und Sensordaten. Die Software JetPack 7 basiert auf Ubuntu 24.04 LTS, Linux-Kernel 6.8 und CUDA 13.0.

Als frühe Anwender nennt Nvidia Agility Robotics, Amazon Robotics, Boston Dynamics, Caterpillar, Figure, Hexagon, Medtronic und Meta. 1X, John Deere, OpenAI und Physical Intelligence prüfen Thor demnach. Vier der zwölf Namen, Figure, Agility, Boston Dynamics und 1X, entwickeln humanoide Roboter, Physical Intelligence baut allgemeine Robotermodelle. Die übrigen reichen von Amazons Lagerrobotik über Bau- und Bergbaumaschinen von Caterpillar bis zu Landtechnik von Deere und Medizintechnik von Medtronic. Nvidia beziffert die Zahl der Entwickler auf seinem Robotik-Stack auf 2 Millionen, die Zahl der Hardware-, Software- und Sensorpartner auf mehr als 150 und die Kundenbasis von Jetson Orin auf mehr als 7.000.

Gründer und Vorstandschef Jensen Huang bezeichnete Thor als Supercomputer für das Zeitalter der physischen KI und der universellen Robotik und verwies darauf, dass mehrere generative KI-Modelle direkt am Gerät laufen können. Figure-Gründer und Chef Brett Adcock erklärte in der Mitteilung, die Serverleistung in einem kompakten, sparsamen Gehäuse erlaube es, große generative KI-Modelle auf den Robotern einzusetzen. Tye Brady, Chief Technologist von Amazon Robotics, hob Rechenleistung und Energieeffizienz für die nächste Robotergeneration hervor, Caterpillar-Chef Joe Creed verband das Modul mit künftigen Bau- und Bergbaumaschinen.

Thor unterstützt laut Nvidia den gesamten Robotik-Software-Stack des Konzerns, darunter Isaac für Simulation und Entwicklung, die humanoiden Basismodelle Isaac GR00T einschließlich GR00T N1.5, Metropolis für Bildverarbeitung und Holoscan für Echtzeit-Sensorverarbeitung. Im Blog testete Nvidia unter anderem Llama 3.1 8B, Qwen3-32B, Qwen2.5-VL-7B, GR00T N1.5 und Cosmos Reason 7B. Generatives Schlussfolgern laufe bis zu fünfmal schneller als auf Orin, DeepSeek-R1-Distill-Qwen-32B um den Faktor 4,87.

Wichtiger als die Teraflops ist der Speicher. Ein Vision-Language-Action-Modell, wie es Humanoid-Entwickler einsetzen, übersetzt Kamerabilder und eine Anweisung mehrmals pro Sekunde in Gelenkbefehle. Wer ein solches Modell zusammen mit einem Sprachmodell und der Wahrnehmung auf einem Roboter betreiben will, stößt zuerst an Grenzen bei Speichergröße und Bandbreite. Thor verdoppelt die 64 GB des größten Jetson-AGX-Orin-Moduls und hebt die Bandbreite von 204,8 auf 273 GB/s, nach MEKAWIRE-Berechnung ein Plus um den Faktor 1,33. Die maximale Leistungsaufnahme steigt dafür von 75 auf 130 Watt.

Jetson Thor im Vergleich mit Jetson AGX Orin 64GB
  • GPU-Kerne
    Jetson AGX Thor (T5000)
    2560
    Jetson AGX Orin 64GB
    1792
    Thor / Orin (MEKAWIRE-Berechnung)
    1,43
  • Tensor Cores
    Jetson AGX Thor (T5000)
    96
    Jetson AGX Orin 64GB
    56
    Thor / Orin (MEKAWIRE-Berechnung)
    1,71
  • CPU-Kerne
    Jetson AGX Thor (T5000)
    14
    Jetson AGX Orin 64GB
    8
    Thor / Orin (MEKAWIRE-Berechnung)
    1,75
  • CPU-Maximaltakt (GHz)
    Jetson AGX Thor (T5000)
    2,6
    Jetson AGX Orin 64GB
    2
    Thor / Orin (MEKAWIRE-Berechnung)
    1,3
  • Speicher (GB)
    Jetson AGX Thor (T5000)
    128
    Jetson AGX Orin 64GB
    64
    Thor / Orin (MEKAWIRE-Berechnung)
    2
  • Speicherbandbreite (GB/s)
    Jetson AGX Thor (T5000)
    273
    Jetson AGX Orin 64GB
    204,8
    Thor / Orin (MEKAWIRE-Berechnung)
    1,33
  • Maximale Leistung (W)
    Jetson AGX Thor (T5000)
    130
    Jetson AGX Orin 64GB
    75
    Thor / Orin (MEKAWIRE-Berechnung)
    1,73
  • Minimale Leistung (W)
    Jetson AGX Thor (T5000)
    40
    Jetson AGX Orin 64GB
    15
    Thor / Orin (MEKAWIRE-Berechnung)
    2,67

Angaben aus Nvidias technischem Blog zu Jetson Thor (25. August 2025) und der Jetson-Orin-Produktseite. Verhältnisspalte ist eine MEKAWIRE-Berechnung (Thor-Wert / Orin-Wert, auf zwei Stellen gerundet). KI-Leistung wird nicht direkt verglichen, da Nvidia Thor in FP4-TFLOPS und Orin in INT8-TOPS angibt; Nvidias eigener Vergleich lautet 7,5-fach bei KI-Leistung und 3,5-fach bei Energieeffizienz. Veröffentlichte Werte, keine Schätzungen.

Stand: 25. Aug. 2025

Zwei Tage nach dem Start meldete Nvidia für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 46,743 Milliarden Dollar, 56 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Segment Automotive und Robotik kam auf 586 Millionen Dollar, ein Plus von 69 Prozent zum Vorjahr und 3 Prozent zum Vorquartal. Die Ergebnismitteilung hob Thor als Plattform für Millionen von Robotern hervor. Nach MEKAWIRE-Berechnung entspricht das Segment rund 1,25 Prozent des Konzernumsatzes, Robotik weist Nvidia nicht gesondert aus.

Für Europa ist der Befund gemischt. Mit Hexagon steht ein schwedischer Messtechnik- und Industriekonzern auf der Anwenderliste, europäische Humanoid-Entwickler fehlen dagegen. Für Autobauer und Mittelständler, die humanoide Roboter in Werken testen, wird die Wahl des Bordrechners zur Frage von Abhängigkeit und Kosten. Figure hatte bei seiner Serie-B-Finanzierung 2024 eine kommerzielle Vereinbarung mit BMW Manufacturing gemeldet, Roboter mit Thor an Bord könnten damit auch in deutschen Konzernstrukturen ankommen. Wer Modelle mit Nvidias Simulations- und Trainingswerkzeugen entwickelt, hat einen Anreiz, auch an Bord bei Nvidia zu bleiben.

Offene Fragen bleiben. Nvidia nannte weder Volumenpreise für T5000-Module noch Stückzahlen und ließ offen, welche Anwender Thor in Serienroboter statt in Entwicklungsmuster einbauen. Chinesische Humanoid-Hersteller und Teslas Optimus-Programm tauchen in der Liste nicht auf. In einem batteriebetriebenen Humanoiden konkurriert ein Rechner mit bis zu 130 Watt mit den Antrieben um Energie, jeder Hersteller muss diesen Zielkonflikt im eigenen Design lösen.

MEKAWIRE-Analyse

Mit Jetson Thor wird Nvidia zum Standard-Bordrechner der meisten führenden westlichen Humanoid-Entwickler, nennenswerten Umsatz bringt das aber erst, wenn Roboter in Zehntausender-Stückzahlen ausgeliefert werden.

Dafür spricht die Kundenliste. Figure, Agility und Boston Dynamics sind Anwender, 1X prüft, damit sind alle drei US-Humanoid-Entwickler aus der Tabelle unten mit veröffentlichten Runden im dreistelligen Millionenbereich abgedeckt. Die 128 GB Speicher zielen genau auf die Mehrmodell-Lasten, die diese Firmen beschreiben, und Nvidia koppelt die Hardware an GR00T-Modelle und Isaac-Simulation.

Das stärkste Gegenargument lautet, dass ein Eintrag als früher Anwender in einer Herstellermitteilung noch keinen Serienauftrag bedeutet. Keiner der genannten Humanoid-Entwickler hat Stückzahlen veröffentlicht, und Firmen mit ausreichender Größe könnten eigene Inferenzchips entwerfen. Zudem steht kein chinesischer Humanoid-Hersteller auf der Liste.

Positivszenario. Die Humanoid-Produktion wächst von Hunderten auf Zehntausende Einheiten, die meisten westlichen Hersteller standardisieren auf T5000-Module, und Robotik wird bei Nvidia zu einem eigenständig ausgewiesenen Geschäft. Die Bindung über GR00T und Isaac erhöht die Wechselkosten der Kunden.

Negativszenario. Die Stückzahlen bleiben klein, große Hersteller holen die Inferenz ins eigene Haus, und in China setzen sich günstigere oder heimische Chips durch. Thor bleibt dann eine Entwicklerplattform für Labore, und das Segment Automotive und Robotik verharrt bei rund einem Prozent des Umsatzes.

In Nvidias Thor-Mitteilung genannte Humanoid-Entwickler: letzte veröffentlichte Runde vor dem 25. August 2025
  • Figure AI
    Status laut Nvidia
    Früher Anwender
    Runde
    Serie B
    Bekanntgabe
    2024-02-29
    Betrag (USD)
    675.000.000
    Bewertung (USD)
    2.600.000.000
  • Agility Robotics
    Status laut Nvidia
    Früher Anwender
    Runde
    Serie B
    Bekanntgabe
    2022-04-22
    Betrag (USD)
    150.000.000
    Bewertung (USD)
    Keine Daten
  • 1X Technologies
    Status laut Nvidia
    In Prüfung
    Runde
    Serie B
    Bekanntgabe
    2024-01-13
    Betrag (USD)
    100.000.000
    Bewertung (USD)
    Keine Daten
  • Boston Dynamics
    Status laut Nvidia
    Früher Anwender
    Runde
    Tochtergesellschaft, keine Runde veröffentlicht
    Bekanntgabe
    Keine Daten
    Betrag (USD)
    Keine Daten
    Bewertung (USD)
    Keine Daten

Status laut Nvidia-Mitteilung vom 25. August 2025. Finanzierungsdaten aus den Mitteilungen der Unternehmen; bei Figure ist offen, ob die 2,6 Milliarden Dollar vor oder nach der Investition gelten. Figures Serie C vom 16. September 2025 liegt nach dem Start und ist nicht enthalten. null = nicht veröffentlicht. Keine Schätzungen.

Stand: 25. Aug. 2025

Signale, die zu beobachten sind:

  • November 2025: Nvidias Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 und ob Automotive und Robotik schneller wächst als der Konzern.
  • Im Lauf des Jahres 2026: Serienspezifikationen von Figure, Agility, Boston Dynamics und 1X mit Angabe des Bordrechners.
  • Im Lauf des Jahres 2026: ein günstigeres Modul der Thor-Familie, das Blackwell in preiswertere Roboter bringt.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Produkt
Entwicklerkit Jetson AGX Thor, Serienmodul Jetson T5000
Verfügbarkeit
Allgemeine Verfügbarkeit am 25. August 2025 angekündigt
Preis Entwicklerkit
ab 3.499 Dollar
KI-Rechenleistung
2.070 TFLOPS FP4 dünnbesetzt (1.035 dicht)
Speicher
128 GB LPDDR5X, 273 GB/s
Leistungsaufnahme
40 bis 130 Watt einstellbar
Gegenüber Jetson Orin
7,5-fache KI-Leistung, 3,5-fache Energieeffizienz (Nvidia)
Frühe Anwender
Agility Robotics, Amazon Robotics, Boston Dynamics, Caterpillar, Figure, Hexagon, Medtronic, Meta
In Prüfung
1X, John Deere, OpenAI, Physical Intelligence
Umsatz Automotive und Robotik, Q2 GJ 2026
586 Millionen Dollar, plus 69 Prozent zum Vorjahr
Quellen
MEKAWIRE Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Vor Thor mussten viele Humanoid-Entwickler ihre größten Modelle außerhalb des Roboters rechnen lassen oder sie in Orin-Module mit 64 GB Speicher zwängen. Thor verdoppelt den Speicher, bringt eine Blackwell-GPU mit nativer FP4-Unterstützung und passt zu der Nvidia-Software, die viele Entwickler ohnehin für Training und Simulation nutzen. Damit sinken die Kosten, ein VLA-Modell, ein Sprachmodell und die Wahrnehmung direkt im Roboter zu betreiben, was für Latenz, Datenschutz im Haushalt und den Einsatz in Hallen mit schwacher Funkabdeckung zählt.

    Für Nvidia schließt Thor eine Lücke. Der Konzern verkauft bereits Rechenzentrums-GPUs für das Training und Simulationssoftware für die Datenerzeugung, nun auch den Rechner im Roboter. Jeder ausgelieferte Roboter mit Thor bringt Hardwareumsatz und vertieft die Bindung an Nvidias Werkzeuge.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Die Mitteilung nennt keinen Wettbewerber, doch Kunden haben Alternativen. Große Hersteller können bei ausreichenden Stückzahlen eigene Inferenzchips entwickeln, in China stehen heimische Edge-KI-Anbieter für lokale Humanoid-Hersteller bereit, die auf Nvidias Liste fehlen. Auch Mobilfunk-Chiphersteller mit Edge-KI-Prozessoren könnten in niedrigeren Preis- und Leistungsklassen konkurrieren.

    In Europa fehlen Humanoid-Entwickler wie Neura Robotics auf der Liste, ebenso Apptronik, das im Februar 2025 eine Serie A über 350 Millionen Dollar gemeldet hatte, und Tesla. Das heißt nicht, dass sie Thor ablehnen, ihre Wahl des Bordrechners ist aber nicht öffentlich. Für Industriekonzerne wie Siemens oder Zulieferer, die Robotik in Fabriken integrieren, wird entscheidend, ob sich Thor als Industriestandard durchsetzt.

  3. 03

    Bewertungskontext

    Nvidia meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Konzernumsatz von 46,743 Milliarden Dollar und 586 Millionen Dollar im Segment Automotive und Robotik, nach MEKAWIRE-Berechnung rund 1,25 Prozent. Robotik wird nicht separat ausgewiesen. Ein Entwicklerkit für 3.499 Dollar fällt bei Nvidia heute kaum ins Gewicht, der Wert liegt in der Plattformstellung.

    Auf Kundenseite haben die genannten Humanoid-Entwickler große Runden in Erwartung der Serienfertigung eingeworben. Figure meldete im Februar 2024 eine Serie B über 675 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 2,6 Milliarden Dollar, Agility im April 2022 eine Serie B über 150 Millionen Dollar und 1X im Januar 2024 eine Serie B über 100 Millionen Dollar. Ihre Produktionspläne sind die Nachfrage, die Thor zu relevantem Umsatz machen würde.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Thor vereint Blackwell-GPU, eine 14-Kern-CPU Arm Neoverse-V3AE und 128 GB LPDDR5X auf einem Modul. Nvidia vertreibt T5000-Module über Distributoren, Embedded-Partner bauen Trägerplatinen und Komplettsysteme. Kleine Robotikfirmen können so einen fertigen Rechner kaufen, statt Platinen zu entwickeln, Modulpreise, Speicherversorgung und Lieferzeiten der Partner bestimmen aber ihre Stücklistenkosten.

    Für europäische Zulieferer von Antrieben, Batterien und Kühlung bedeutet die 130-Watt-Obergrenze neue Auslegungsfragen. Jedes Watt für Rechenleistung verkürzt die Lauf- und Arbeitszeit eines Humanoiden, die Abstimmung zwischen Modellgröße und Laufzeit wird in den Spezifikationen der Hersteller sichtbar werden.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    Erstens Nvidias Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, die im November 2025 erwartet werden, und ob Automotive und Robotik schneller wächst als der Konzern. Zweitens die Datenblätter. Wenn Figure, Agility, Boston Dynamics oder 1X Serienspezifikationen veröffentlichen, zeigt der genannte Bordrechner, ob aus früher Anwendung ein Serienauftrag wurde.

    Drittens die Produktplanung. Ein günstigeres Modul der Thor-Familie würde Blackwell in preiswertere Roboter bringen und zeigen, dass Nvidia auf Stückzahlen zielt. Viertens Europa, wo eine Anwendermeldung eines hiesigen Humanoid-Entwicklers oder eines großen Autobauers die Lesart verändern würde.

  6. 06

    Analystensicht

    These: Thor sichert Nvidia den Bordplatz in den meisten führenden westlichen Humanoid-Programmen, die Umsatzwirkung ist aber eine Geschichte ab 2026, die von Stückzahlen abhängt, die die Branche noch nicht nachgewiesen hat. Zuversicht: mittel.

    Gegen eine hohe Zuversicht sprechen die fehlenden Mengen- und Exklusivitätsangaben in der Anwenderliste, der nicht separat ausgewiesene Robotikumsatz und das Fehlen chinesischer Hersteller. Gegen eine niedrige Zuversicht sprechen die Breite der Anwender von Humanoiden über Logistik und Baumaschinen bis zur Medizintechnik und die enge Kopplung mit Nvidias Trainings- und Simulationswerkzeugen.

  7. 07

    Offene Fragen

    Welche der genannten Anwender werden Serienroboter mit T5000-Modulen ausliefern, und in welcher Menge? Was kostet ein T5000-Modul in Stückzahlen, und wie schneidet das gegen einen eigenen Inferenzchip für einen Hersteller mit Zehntausenden Robotern ab?

    Wie viel des Batteriebudgets eines Humanoiden wird Thor im Alltag verbrauchen, und betreiben Hersteller ihn eher bei 40 oder bei 130 Watt? Wird Nvidia Robotikumsatz separat ausweisen, und wird ein europäischer oder chinesischer Humanoid-Hersteller als Thor-Kunde genannt?