Teradynes Robotiksparte schrumpft 2025 um 16 Prozent auf 308 Millionen Dollar, rund 400 Stellen vom Umbau betroffen

Teradyne meldet für Universal Robots und MiR im vierten Quartal 2025 einen Umsatz von 89 Millionen Dollar, rund 19 Prozent mehr als im Vorquartal, aber unter den 98 Millionen Dollar des Vorjahres. Im Gesamtjahr fiel der Robotikumsatz auf 308 Millionen Dollar, rund 400 Beschäftigte waren von der Restrukturierung betroffen, während der Konzernumsatz dank KI-Chiptests um 44 Prozent zulegte.
Der US-Testausrüster Teradyne hat mit seiner Robotiksparte, zu der die Cobot-Marke Universal Robots und der Hersteller autonomer mobiler Roboter MiR gehören, im vierten Quartal 2025 einen Umsatz von 89 Millionen Dollar erzielt. Das sind rund 19 Prozent mehr als im Vorquartal, aber weniger als die 98 Millionen Dollar des Vorjahresquartals, wie das Unternehmen am 2. Februar 2026 mitteilte.
Über das ganze Jahr fiel der Robotikumsatz laut Teradynes Ergebnispräsentation auf 308 Millionen Dollar nach 365 Millionen Dollar im Jahr 2024, ein Minus von etwa 16 Prozent. Der Konzernumsatz stieg dagegen um 13 Prozent auf 3,19 Milliarden Dollar, im Schlussquartal sogar um 44 Prozent auf 1,083 Milliarden Dollar. Der Anteil der Robotik am Quartalsumsatz sank damit von 13 auf 8 Prozent.
Teradyne bezifferte zugleich den Umbau der Sparte. Von der Restrukturierung in der Robotik waren im vierten Quartal rund 200 und im Gesamtjahr 2025 rund 400 Beschäftigte betroffen. Im Quartal fielen 10,9 Millionen Dollar an Abfindungen und eine Wertminderung von 3,3 Millionen Dollar an.
- Q4 2024
- 98
- 753
- 13
- Q3 2025
- 75
- 769
- 10
- Q4 2025
- 89
- 1083
- 8
- GJ 2024
- 365
- 2820
- 13
- GJ 2025
- 308
- 3190
- 10
Non-GAAP-Werte aus Teradynes Ergebnispräsentation zum Q4 2025 (2. Februar 2026). Anteil = Robotikumsatz / Konzernumsatz laut Teradyne. Offengelegte Werte, keine Schätzungen.
Stand: 1. Okt. 2026
Vorstandschef Greg Smith erklärte, das Quartal habe dank der KI-Nachfrage in Rechenzentren, Netzwerken und Speichern über dem oberen Ende der Prognose gelegen; Halbleitertest, Produkttest und Robotik seien gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Der Halbleitertest steuerte 883 Millionen Dollar bei, der Produkttest 110 Millionen Dollar. Für das erste Quartal 2026 stellte Teradyne 1,15 bis 1,25 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, ohne eigene Prognose für die Robotik.
Universal Robots wurde 2005 im dänischen Odense gegründet und gilt als Pionier der kollaborierenden Roboter; Teradyne übernahm das Unternehmen und später auch den ebenfalls in Odense ansässigen AMR-Spezialisten MiR. Laut Geschäftsbericht 2025 hat Universal Robots weltweit mehr als 110.000 Cobots verkauft, MiR mehr als 11.000 mobile Roboter. Das Programm reicht vom UR3e bis zum UR30 und vom MiR250 bis zum MiR1350 und dem Palettenhubwagen MiR1200.
In der Präsentation verortete Teradyne die Chancen der Sparte bei Physical AI und fortgeschrittener Robotik. Im langfristigen Zielmodell auf Basis eines Konzernumsatzes von rund 6 Milliarden Dollar soll die Robotik schneller wachsen, getrieben vom Fachkräftemangel, von Reshoring und vom Ausbau der Rechenzentrumsausrüstung. Den Vertrieb richtet das Unternehmen auf E-Commerce, Logistik, Halbleiter und Elektronik aus.
Der Kontrast zu ABB ist deutlich. Der Schweizer Konzern bestätigte bei seinen Zahlen am 29. Januar 2026, dass er seine Robotiksparte für einen Unternehmenswert von 5,375 Milliarden Dollar an die Softbank Group verkauft und den Abschluss in der Mitte bis zweiten Hälfte 2026 erwartet. Nach ABB-Angaben erzielte die Sparte 2024 einen Umsatz von 2,3 Milliarden Dollar bei einer operativen EBITA-Marge von 12,1 Prozent und beschäftigte rund 7.000 Menschen. Gemessen am Umsatz ist sie etwa sechsmal so groß wie Teradynes Robotik.
- Teradyne Robotik (Universal Robots, MiR)
- 365
- 308
- Keine Daten
- Keine Daten
- ABB Robotics (Verkauf an Softbank ausstehend)
- 2300
- Keine Daten
- 5375
- 2,34
Teradyne-Werte aus der Q4-Präsentation; ABB-Werte aus der Verkaufsmitteilung vom 8. Oktober 2025. Multiple = 5.375 / 2.300. ABB wies den Robotikumsatz 2025 in der Q4-Mitteilung nicht separat aus. Offengelegte Werte, keine Schätzungen.
Stand: 1. Okt. 2026
Für Europa sind die Zahlen besonders relevant, weil Universal Robots und MiR ihren Sitz im dänischen Odense haben und damit europäische Anbieter sind. Die Sparte konkurriert hier mit Fanucs CRX-Reihe, den Cobots von ABB und der Kuka-Mutter Midea sowie mit chinesischen Anbietern wie JAKA, Elite Robots und Dobot. Mit dem Verkauf von ABB Robotics an Softbank und dem Sparkurs bei Teradyne stehen zwei der wichtigsten westlichen Roboteranbieter gleichzeitig vor strategischen Weichenstellungen, was für Automobilzulieferer und Maschinenbauer Fragen der langfristigen Lieferantenbindung aufwirft.
Offen bleibt vor allem die Profitabilität. Teradyne weist in den Übersichtstabellen der Mitteilung kein separates operatives Ergebnis der Robotik aus und nennt kein Umsatzziel der Sparte für 2026. Investoren müssen den Umbau daher an Umsatzerholung und Restrukturierungsaufwand messen.
MEKAWIRE-Analyse
Teradyne führt Universal Robots und MiR auf Kostendisziplin und Branchenfokus statt auf Größe, und das in dem Moment, in dem die Industrierobotik rund um Physical AI neu bewertet wird.
Die Belege liefern die offengelegten Zahlen. Der Jahresumsatz sank um 16 Prozent auf 308 Millionen Dollar, rund 400 Beschäftigte waren von der Restrukturierung betroffen, und der Konzernanteil fiel auf 8 Prozent, während das KI-Testgeschäft den Rest von Teradyne beflügelte. Eine Sparte, die das Management als Wachstumstreiber sähe, würde kaum in diesem Umfang umgebaut.
Das stärkste Gegenargument ist der Verlauf. Teradyne zufolge wuchs die Robotik 2025 drei Quartale in Folge bis auf 89 Millionen Dollar, und das Management verknüpft die Sparte mit Physical AI, dem Ausbau von Rechenzentren und Reshoring, Themen mit realem Kapital dahinter.
Bull Case: Eine schlankere Kostenbasis trifft auf wieder anziehende Investitionen in Europa und Nordamerika, und die installierte Basis von mehr als 110.000 UR-Cobots wird zur Standardplattform für KI-Softwarefirmen. Ein Quartalsumsatz über 100 Millionen Dollar im Jahr 2026 würde operative Hebelwirkung zeigen.
Bear Case: Chinesische Cobot-Hersteller unterbieten weiter beim Preis, der Umbau kostet Vertriebskraft genau dann, wenn die Nachfrage dreht, und die Robotik bleibt ein kleines Anhängsel eines Halbleitertesters. Der ABB-Verkauf für 5,375 Milliarden Dollar dürfte zudem die Frage aufwerfen, ob Teradyne die Sparte behalten sollte.
Signale, auf die es ankommt:
- Teradynes Zahlen zum ersten Quartal 2026 Ende April 2026 und ob die Robotik die 98 Millionen Dollar aus dem vierten Quartal 2024 übertrifft.
- Der Abschluss der Übernahme von ABB Robotics durch Softbank, den ABB für Mitte bis zweite Hälfte 2026 erwartet.
- Ob Teradyne in den Quartalsberichten 2026 ein Spartenergebnis der Robotik offenlegt, das die Wirkung der Restrukturierung zeigt.
- 89 Mio. Dollar (Q4 2024: 98 Mio.; Q3 2025: 75 Mio.)
- 308 Mio. Dollar (2024: 365 Mio.)
- 8 Prozent im Q4 2025 (Q4 2024: 13 Prozent)
- Rund 200 Beschäftigte im Q4, rund 400 im Gesamtjahr 2025
- 10,9 Mio. Dollar Abfindungen, 3,3 Mio. Dollar Wertminderung
- 1,083 Mrd. Dollar, plus 44 Prozent
- 1,15 bis 1,25 Mrd. Dollar Umsatz
- Mehr als 110.000 UR-Cobots und 11.000 MiR-AMR verkauft
- 2. Februar 2026
Warum das wichtig ist
Teradynes Robotikzahlen sind eine der wenigen sauberen öffentlichen Messgrößen für die Cobot-Nachfrage außerhalb Japans und Chinas. Ein Umsatzrückgang von 16 Prozent auf 308 Millionen Dollar und eine Restrukturierung, die rund 400 Beschäftigte betraf, zeigen, dass auch kollaborierende Roboter der Investitionsflaute in der Industrie 2024 und 2025 nicht entkommen sind.
Mit 8 Prozent des Quartalsumsatzes ist die Robotik innerhalb Teradynes zur Randgröße geworden. Das verändert die Kapitalallokation und beeinflusst, wie Kunden und Systemintegratoren das langfristige Engagement hinter Universal Robots und MiR einschätzen.
Wettbewerbsanalyse
Der naheliegende westliche Vergleich ist ABB Robotics. ABB nannte für 2024 einen Spartenumsatz von 2,3 Milliarden Dollar und eine operative EBITA-Marge von 12,1 Prozent; die Sparte ist damit etwa sechsmal so groß wie Teradynes Robotik und operativ profitabel. Im Cobot-Segment konkurriert Universal Robots mit Fanucs CRX, den Cobots von ABB und Kuka sowie mit chinesischen Anbietern wie JAKA, Elite Robots und Dobot.
Die Neuausrichtung auf E-Commerce, Logistik, Halbleiter und Elektronik bringt UR und MiR näher an Kunden, die bislang von Intralogistik- und Elektronikautomatisierern bedient werden. Im klassischen Automobil- und Maschinenbaugeschäft dürfte der Wettbewerb mit Fanuc, Kuka und ABB unverändert bleiben.
Bewertungskontext
Der ABB-Verkauf liefert den aktuellsten Preispunkt für ein skaliertes westliches Robotikgeschäft: 5,375 Milliarden Dollar Unternehmenswert bei 2,3 Milliarden Dollar Umsatz 2024, also rund das 2,3-Fache. Teradyne weist keinen eigenen Wert für die Robotik aus; mit 308 Millionen Dollar Umsatz ließe sich ein ähnliches Multiple ohne glaubwürdigen Weg zurück zu Wachstum und positiver Marge kaum rechtfertigen.
Die Restrukturierungskosten von 10,9 Millionen Dollar und die Wertminderung von 3,3 Millionen Dollar sind im Verhältnis zum Konzerngewinn von 257,2 Millionen Dollar im Quartal gering. Teradyne kann die Sparte also aus dem KI-Testgeschäft finanzieren, während es die Physical-AI-These testet.
Folgen für die Lieferkette
UR-Arme benötigen Getriebe, Servomotoren, Encoder und sicherheitsgerichtete Steuerungen, MiR-Fahrzeuge Lidar, Sicherheitsscanner und Batteriepakete. Teradyne legt seine Lieferanten nicht offen; geringere Stückzahlen 2025 dürften die Einkaufsmacht aber geschwächt haben.
Für europäische Zulieferer und Integratoren ist die Frage relevant, wie stabil die Produktplanung bei UR und MiR nach dem Personalabbau bleibt. Teradyne hat dazu keine Angaben gemacht.
Worauf jetzt zu achten ist
Erster Prüfstein ist das erste Quartal 2026, dessen Zahlen Ende April anstehen. Ein Robotikumsatz über 98 Millionen Dollar würde erstmals in der veröffentlichten Reihe wieder Wachstum zum Vorjahr bedeuten. Zweitens zählt, ob Teradyne ein Spartenergebnis offenlegt, das die Wirkung des Umbaus mit rund 400 Betroffenen zeigt.
Außerhalb Teradynes wird der für Mitte bis zweite Hälfte 2026 erwartete Abschluss des Softbank-Kaufs von ABB Robotics die Strategie eines der wichtigsten UR-Konkurrenten neu ordnen.
Analystensicht
These: Teradyne steuert die Robotik auf Fokus und Kosten statt auf Größe; 2026 entscheidet sich, ob die verschlankte Einheit ohne neue Investitionen wachsen kann. Zuversicht: mittel. Umsatzverlauf und Restrukturierung sind durch Teradyne selbst belegt, doch ohne Spartenergebnis und ohne Robotikprognose lässt sich die Sanierung nur grob beurteilen.
Wir würden unsere Einschätzung anheben, wenn die Robotik bis Mitte 2026 wieder zum Vorjahr wächst und ein besseres Ergebnis ausgewiesen wird. Wir würden sie senken, wenn der Quartalsumsatz unter 90 Millionen Dollar verharrt und das Management sich auf das KI-Testgeschäft konzentriert.
Offene Fragen
Wie hoch ist das operative Ergebnis der Robotiksparte nach der Restrukturierung 2025, und wann erwartet Teradyne die Gewinnschwelle? Welcher Teil der Erholung im vierten Quartal kam von Universal Robots, welcher von MiR, und aus welchen Regionen?
Wie will Teradyne Physical AI in Produkte, Partnerschaften oder Softwareumsatz übersetzen? Erwägt das Unternehmen nach dem ABB-Verkauf strategische Optionen für die Robotik?