Fanuc erwartet erstmals über 1 Billion Yen Umsatz, Roboter hinken CNC hinterher
Fanuc hat seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr bis März 2027 auf 1.013,7 Milliarden Yen angehoben und knackt damit erstmals die Billionen-Marke, teilte der Konzern am 23. Oktober mit. Das operative Ergebnis stieg im Juli bis September um 45,1 Prozent auf 63,2 Milliarden Yen.
Treiber waren CNC-Steuerungen und Werkzeugmaschinen für KI-Rechenzentren, Halbleiter und Humanoiden-Komponenten: Die FA-Aufträge stiegen um 130,1 Prozent, die Roboteraufträge um 12,6 Prozent, der Roboterumsatz in China fiel um 14,3 Prozent.
Fanuc rechnet erstmals mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Billion Yen. In den am 23. Oktober veröffentlichten Halbjahreszahlen hob der japanische Automatisierungskonzern die Prognose für das Geschäftsjahr bis März 2027 auf 1.013,7 Milliarden Yen Umsatz an, nach zuvor 948,1 Milliarden Yen. Das operative Ergebnis soll 240,7 statt 218,0 Milliarden Yen erreichen, der Nettogewinn 228,3 statt 198,0 Milliarden Yen. Die gelben Industrieroboter, mit denen die meisten Kunden Fanuc verbinden, haben die Anhebung allerdings nicht getragen.
Rekordquartal dank Steuerungen, nicht dank Robotern
Im Quartal Juli bis September stieg der Umsatz laut Unternehmensunterlagen um 14,9 Prozent auf 242,7 Milliarden Yen, das operative Ergebnis um 45,1 Prozent auf 63,2 Milliarden Yen, eine Marge von 26,0 Prozent. Der Auftragseingang wuchs um 49,0 Prozent auf 306,0 Milliarden Yen. Die FA-Sparte, die CNC-Steuerungen, Servomotoren und Laser an Werkzeugmaschinenbauer liefert, verbuchte Aufträge über 112,2 Milliarden Yen, ein Plus von 130,1 Prozent. Robomachine (ROBODRILL, ROBOSHOT, ROBOCUT) legte beim Auftragseingang um 72,3 Prozent zu. Die Roboteraufträge stiegen um 12,6 Prozent auf 103,4 Milliarden Yen, der Roboterumsatz um 7,2 Prozent auf 98,2 Milliarden Yen.
- FA (CNC, Servos, Laser)
- 112,2
- +130,1 %
- 62,5
- +15,4 %
- Roboter
- 103,4
- +12,6 %
- 98,2
- +7,2 %
- Robomachine
- 51,2
- +72,3 %
- 41,6
- +40,8 %
- Service
- 39,3
- +12,0 %
- 40,3
- +12,5 %
- Gesamt
- 306,0
- +49,0 %
- 242,7
- +14,9 %
Quelle: Fanuc, Ergebnisunterlagen vom 23. Oktober 2026. Veröffentlichte Werte.
Stand: 23. Okt. 2026
Fanuc nennt China als Treiber der Steuerungsnachfrage: KI-Rechenzentren, Halbleiter, Komponenten für humanoide Roboter und Elektroautos lösen dort Werkzeugmaschinenkäufe aus, auch Japan, Korea und Taiwan seien stark, Europa erhole sich allmählich. Bei Robotern verweist der Konzern auf stark steigende Automatisierungsinvestitionen in Amerika und China; in Amerika ziehe auch die Autoindustrie wieder an.
Roboter wachsen in Amerika und schrumpfen in China
Die regionale Aufteilung des Roboterumsatzes ist weniger einheitlich. In Amerika stieg er um 11,8 Prozent auf 46,0 Milliarden Yen, das sind 46,8 Prozent der Sparte. In China fiel er um 14,3 Prozent auf 18,1 Milliarden Yen und lag 32,0 Prozent unter dem Vorquartal. Europa wuchs um 4,4 Prozent auf 19,2 Milliarden Yen.
- Amerika
- 46,0
- 46,8 %
- +11,8 %
- Europa
- 19,2
- 19,5 %
- +4,4 %
- China
- 18,1
- 18,4 %
- -14,3 %
- Japan
- 7,0
- 7,1 %
- +21,8 %
- Asien ohne China
- 6,8
- 6,9 %
- +65,7 %
Quelle: Fanuc, Ergebnisunterlagen vom 23. Oktober 2026. Übrige Welt 1,3 Mrd. Yen nicht gezeigt.
Stand: 23. Okt. 2026
Der schwache Yen schönt alle Wachstumsraten. Der Durchschnittskurs lag im Quartal bei 159,25 Yen je Dollar nach 147,48 Yen ein Jahr zuvor. Zu diesen Kursen umgerechnet erreichte der Roboterumsatz rund 617 Millionen Dollar nach 621 Millionen Dollar, in Dollar also etwa unverändert (MEKAWIRE-Berechnung; grober Richtwert, da nicht alle Roboterumsätze in Dollar anfallen). Für das zweite Halbjahr unterstellt Fanuc 150 Yen je Dollar.
MEKAWIRE-Analyse
Japans zwei größte Roboterhersteller wachsen inzwischen am schnellsten mit dem, was eine Stufe hinter dem Roboter sitzt, und ihre Robotersparten verlieren im Konzern an Gewicht.
Vor einem Jahr stammten 44,7 Prozent der Fanuc-Aufträge aus dem Robotergeschäft, jetzt sind es 33,8 Prozent. Yaskawa Electric meldete am 9. Oktober dasselbe Muster: Die Antriebstechnik wuchs um 21,7 Prozent und überholte die Robotik, deren Halbjahresgewinn um 43,3 Prozent einbrach (MEKAWIRE-Erklärstück zu Yaskawa). Beide verkaufen mehr Servos, Antriebe und Steuerungen in die Lieferketten für Chips, Rechenzentren und Humanoiden als fertige Roboterarme.
- Fanuc
- Juli bis September 2026
- Umsatz +7,2 %, Aufträge +12,6 %
- FA-Aufträge +130,1 %, Umsatz +15,4 %
- Yaskawa Electric
- März bis August 2026
- Umsatz -0,7 %, operatives Ergebnis -43,3 %
- Antriebstechnik Umsatz +21,7 %, Gewinn +32,8 %
Quellen: Fanuc-Zahlen vom 23. Oktober 2026; Yaskawa-Halbjahreszahlen vom 9. Oktober 2026 (MEKAWIRE-Berichterstattung). Roboteranteil an Fanuc-Aufträgen = 103,4 / 306,0 = 33,8 %.
Stand: 23. Okt. 2026
Das Gegenargument steckt im Auftragsbuch. Fanucs Roboteraufträge wuchsen schneller als der Roboterumsatz, und Yaskawas Roboteraufträge stiegen im zweiten Quartal um 33 Prozent; die Sparte könnte also eher vor einer Wende als vor einem Stillstand stehen. Entscheidend ist China. Fanuc liefert CNC-Steuerungen an chinesische Werke, die Gelenke und Getriebe für Humanoiden fertigen, während der eigene Roboterumsatz dort sinkt. Das deutet darauf hin, dass lokale Marken Marktanteile gewinnen, während der Komponentenboom die japanischen Zulieferer trägt. Für europäische Anbieter wie KUKA und ABB ist die Botschaft ähnlich: Der Wettbewerb um Chinas Roboterkunden wird härter, das Geschäft mit Antriebs- und Steuerungstechnik bleibt das robustere Standbein. Wie Fanuc mit Partnerschaften statt eigenen Humanoiden antwortet, beschreibt unser Erklärstück zur japanischen Physical-AI-Strategie.
Worauf es jetzt ankommt
Die Zahlen zum dritten Quartal Ende Januar zeigen, ob die Roboteraufträge aus Amerika in Umsatz münden und ob sich der China-Umsatz vom Septemberquartal erholt. Die Quartalsstatistik des japanischen Roboterverbands JARA, fällig Ende Oktober, zeigt, ob Japans Roboterexporte Fanucs regionalem Muster folgen; die Jahreszahlen stehen in unserem Erklärstück zum japanischen Robotermarkt.
- 1.013,7 Mrd. Yen (zuvor 948,1 Mrd.), erstmals über 1 Billion Yen
- 240,7 Mrd. Yen (zuvor 218,0 Mrd.)
- 242,7 Mrd. Yen, plus 14,9 Prozent
- 63,2 Mrd. Yen, plus 45,1 Prozent; Marge 26,0 Prozent
- 306,0 Mrd. Yen, plus 49,0 Prozent
- 103,4 Mrd. Yen, plus 12,6 Prozent; 33,8 Prozent der Aufträge (Vorjahr 44,7 Prozent)
- 18,1 Mrd. Yen, minus 14,3 Prozent zum Vorjahr, minus 32,0 Prozent zum Vorquartal
- 23. Oktober 2026
