Dobot verfünffacht Umsatz mit Embodied-AI-Robotern auf 20 Millionen Yuan, Cobots finanzieren den Humanoiden-Kurs

Der Hongkonger Cobot-Hersteller Dobot hat 2025 den Umsatz um 31,7 Prozent auf 492,2 Millionen Yuan gesteigert, mit Embodied-AI-Robotern erlöste er 20,0 Millionen Yuan nach 3,9 Millionen. Der Nettoverlust sank auf 84,0 Millionen Yuan, der bereinigte Verlust stieg auf 49,6 Millionen Yuan, und 39,3 Prozent der Forschungsausgaben flossen in Embodied AI.
Der in Hongkong notierte chinesische Cobot-Hersteller Shenzhen Dobot hat seinen Umsatz mit Embodied-AI-Robotern 2025 auf 20,0 Millionen Yuan gesteigert, nach 3,9 Millionen Yuan im Vorjahr. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den das Unternehmen am 30. März 2026 bei der Hongkonger Börse eingereicht hat. Der Konzernumsatz stieg um 31,7 Prozent auf 492,2 Millionen Yuan, der Nettoverlust verringerte sich von 95,4 auf 84,0 Millionen Yuan.
Der Bericht zeigt ein Unternehmen, das seine Humanoiden mit dem Geschäft mit Roboterarmen finanziert. Der Bruttogewinn stieg auf 226,7 Millionen Yuan, die Bruttomarge sank leicht von 46,6 auf 46,1 Prozent. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung kletterten um 59,7 Prozent auf 114,7 Millionen Yuan; davon flossen nach Angaben des Unternehmens 45,1 Millionen Yuan oder 39,3 Prozent in Embodied AI. Der bereinigte, nicht nach IFRS ermittelte, den Aktionären zurechenbare Verlust weitete sich dagegen von 36,5 auf 49,6 Millionen Yuan aus.
Woher der Umsatz kommt
Treiber blieben sechsachsige Cobots. Ihr Umsatz wuchs um 44,7 Prozent auf 302,2 Millionen Yuan und machte 61,4 Prozent der Erlöse aus. Integrierte Cobots, bei denen ein Arm mit weiterer Hardware kombiniert wird, legten um 27,3 Prozent auf 67,6 Millionen Yuan zu. Vierachsige Tischroboter, mit denen Dobot in Schulen und Laboren bekannt wurde, gingen um 3,0 Prozent auf 93,0 Millionen Yuan zurück. Embodied-AI-Roboter trugen 4,1 Prozent zum Umsatz bei.
- Sechsachsige Cobots
- 302,2
- 208,9
- 44,7
- 61,4
- Vierachsige Cobots
- 93
- 95,8
- -3
- 18,9
- Integrierte Cobots
- 67,6
- 53,1
- 27,3
- 13,7
- Embodied-AI-Roboter
- 20
- 3,9
- 418,8
- 4,1
- Sonstige
- 9,4
- 12
- -21,7
- 1,9
- Gesamt
- 492,2
- 373,7
- 31,7
- 100
Laut Dobot-Geschäftsbericht 2025. Veränderung bei Sonstige berechnet als 2025 / 2024, minus 1; alle übrigen Prozentwerte wie veröffentlicht.
Stand: 1. Okt. 2026
Dobot bezeichnet 2025 als erstes Jahr der Serienfertigung und Vermarktung von Embodied-AI-Robotern. Zum Angebot gehören der zweibeinige Humanoide ATOM und die fahrende Variante ATOM-W. Die Strategie nennt das Unternehmen "ein Gehirn, viele Körper". Eine Softwarebasis soll Arme, Humanoide und Laufroboter steuern. Als Vorzeigeprojekt nennt der Bericht einen Humanoiden, der in einem K11-Standort autonom Popcorn zubereitet, 1.000 Becher am Tag. Die kumulierten weltweiten Auslieferungen überschritten nach Firmenangaben 100.000 Einheiten, zu den Kunden zählen mehr als 80 Unternehmen der Fortune Global 500. Der Vorsitzende schreibt, Dobot sei 2025 nach Stückzahlen weltweit führend gewesen; eine unabhängige Quelle dafür nennt der Bericht nicht.
Das Unternehmen
Dobot wurde 2015 in Shenzhen gegründet und ging im Dezember 2024 an das Main Board der Hongkonger Börse. Im Juli und November 2025 platzierte das Unternehmen neue H-Aktien, was Grundkapital und Agio laut Geschäftsbericht um 1.705,9 Millionen Yuan erhöhte. Das Eigenkapital stieg von 967,3 Millionen Yuan Ende 2024 auf 2.622,6 Millionen Yuan Ende 2025. Am 31. Dezember 2025 beschäftigte Dobot 768 Mitarbeiter.
Der Vergleich
Der Bericht erschien innerhalb derselben 48 Stunden wie die Zahlen dreier weiterer in Hongkong notierter chinesischer Roboterhersteller. UBTech Robotics meldete 2.001,0 Millionen Yuan Umsatz, davon 820,6 Millionen Yuan aus 1.079 großen Humanoiden, und einen Jahresverlust von 789,8 Millionen Yuan. Der Industrieroboterhersteller Estun Automation kam auf 4.888,01 Millionen Yuan Umsatz und kehrte mit 41,34 Millionen Yuan den Aktionären zurechenbarem Gewinn in die Gewinnzone zurück. Der Lagerroboteranbieter Geekplus steigerte den Umsatz um 31,6 Prozent auf 3.171,0 Millionen Yuan und senkte den Jahresverlust auf 10,4 Millionen Yuan.
- Dobot
- 2432.HK
- 492,2
- 373,7
- 31,7
- 46,1
- -84
- 114,7
- 23,3
- UBTech
- 9880.HK
- 2001
- 1305,4
- 53,3
- 37,7
- -789,8
- 507,5
- 25,4
- Estun Automation
- 2715.HK
- 4888
- 4008,8
- 21,9
- 28,95
- 41,3
- 418,7
- 8,6
- Geekplus
- 2590.HK
- 3171
- 2409
- 31,6
- 35,5
- -10,4
- 335,1
- 10,6
Angaben laut Geschäftsbericht oder Ergebnismitteilung zum Geschäftsjahr 2025, veröffentlicht am 30. oder 31. März 2026; veröffentlichte Werte, keine Schätzungen. Ergebnis = Jahresverlust, bei Estun den Aktionären zurechenbarer Gewinn. Bruttomarge Geekplus = Bruttogewinn / Umsatz. F&E-Quote = F&E-Aufwand / Umsatz. Wachstum = Umsatz 2025 / Umsatz 2024, minus 1.
Stand: 1. Okt. 2026
Dobot ist nach Umsatz der kleinste der vier, hat aber mit 46,1 Prozent die höchste Bruttomarge, vor UBTech mit 37,7, Geekplus mit 35,5 und Estun mit 28,95 Prozent. Die F&E-Quote von 23,3 Prozent liegt nahe an UBTechs 25,4 Prozent und weit über Estun und Geekplus. Der Unterschied liegt darin, wo sich die Ausgaben schon auszahlen. UBTech erzielte 41 Prozent seines Umsatzes mit großen Humanoiden, Dobot 4,1 Prozent mit Embodied AI.
Die Technik einfach erklärt
Ein kollaborativer Roboter ist ein Arm, der ohne Schutzzaun neben Menschen arbeitet und bei Berührung über Kraftbegrenzung und Sensorik stoppt. Sechsachsige Arme führen ein Werkzeug ähnlich frei wie ein menschlicher Arm und eignen sich für Montage, Prüfung und Maschinenbeschickung. Vierachsige Arme sind einfacher, billiger und arbeiten überwiegend in der Ebene. Embodied AI bezeichnet Roboter, deren Wahrnehmung und Bewegung von gelernten KI-Modellen statt von handgeschriebenen Programmen gesteuert werden. Dobot setzt darauf, dass dasselbe Modell und dieselbe Datenpipeline Arme und Humanoide bedienen.
Was das für Europa bedeutet
Für europäische Anwender und Hersteller ist das ein Signal. Ein chinesischer Cobot-Anbieter erwirtschaftet Bruttomargen im mittleren 40-Prozent-Bereich und steckt einen großen Teil davon in Robotik-Software und KI. Das erhöht den Preis- und Funktionsdruck auf Universal Robots aus Dänemark, auf die Cobot-Sparten von Kuka und ABB und auf Mittelständler, die Roboterzellen integrieren. Gerade bei sechsachsigen Cobots, dem Segment für Maschinenbeschickung in Zulieferbetrieben der Autoindustrie, wächst Dobot am schnellsten.
Risiken und offene Fragen
Die Vertriebskosten stiegen um 32,1 Prozent auf 182,3 Millionen Yuan und damit schneller als der Umsatz, die Verwaltungskosten sanken von 88,8 auf 73,2 Millionen Yuan. Der höhere bereinigte Verlust zeigt, dass der geringere ausgewiesene Verlust auf Posten außerhalb des Kerngeschäfts beruht. Stückzahlen für Embodied-AI-Roboter nennt Dobot nicht, die 20,0 Millionen Yuan lassen sich daher nicht in Menge und Preis zerlegen. Der Rückgang bei vierachsigen Robotern belastet zudem das Bildungsgeschäft.
MEKAWIRE-Analyse
Dobots Humanoiden-Offensive wird von einem margenstarken Cobot-Geschäft bezahlt, und 2026 zeigt sich, ob Embodied AI schneller wächst als die Kosten ihrer Entwicklung.
Die Belege stecken in der Aufteilung. Sechsachsige Cobots legten 2025 um 93,3 Millionen Yuan Umsatz zu, mehr als die gesamte Embodied-AI-Sparte. Gleichzeitig gab Dobot 45,1 Millionen Yuan für Embodied-AI-Forschung aus und erlöste 20,0 Millionen Yuan, ein Verhältnis von etwa 2,3 zu 1. Ein Eigenkapital von 2.622,6 Millionen Yuan erlaubt es, dieses Verhältnis mehrere Jahre durchzuhalten.
Das stärkste Gegenargument liefert UBTech. Der Konkurrent hat mit 1.079 verkauften großen Humanoiden 2025 gezeigt, dass ein chinesisches Unternehmen daraus eine große Umsatzlinie machen kann. Dobot ist später eingestiegen, und bei Humanoiden zählt die Zahl der Einsätze mehr als die Marge auf Roboterarme.
Bull-Szenario. Die installierte Basis von mehr als 100.000 Robotern und die Kundenliste verschaffen Dobot Daten und Vertriebskanäle, die Humanoiden-Start-ups fehlen. Wenn ein Modell Arme und Humanoide steuern kann, stärkt jeder Cobot-Verkauf das Humanoidengeschäft, und Embodied AI könnte 2026 einen zweistelligen Umsatzanteil erreichen.
Bear-Szenario. Finanzstärkere Rivalen wie UBTech und Unitree beschaffen sich Geld am Kapitalmarkt. Dobot könnte auf steigenden Forschungs- und Vertriebskosten sitzen bleiben, während Embodied AI klein bleibt, und ein Preiskampf bei Cobots könnte die Marge von 46,1 Prozent schmälern, die den Plan finanziert.
Worauf zu achten ist
- Bis 31. August 2026 der Halbjahresbericht, nach Hongkonger Regeln binnen zwei Monaten nach Halbjahresende fällig, und ob er Stückzahlen für Embodied AI nennt.
- Das Börsenverfahren von Unitree am Shanghaier STAR Market nach dem Antrag vom 20. März 2026, das einen öffentlichen Bewertungsmaßstab für chinesische Humanoidenhersteller setzen wird.
- Bis 31. März 2027 der Geschäftsbericht 2026 und die Frage, ob Embodied AI mehr als 10 Prozent des Umsatzes erreicht.
- 492,2 Mio. Yuan (+31,7 %)
- 20,0 Mio. Yuan (2024: 3,9 Mio. Yuan)
- 46,1 % (2024: 46,6 %)
- 84,0 Mio. Yuan (2024: 95,4 Mio. Yuan)
- 49,6 Mio. Yuan (2024: 36,5 Mio. Yuan)
- 114,7 Mio. Yuan (+59,7 %), davon 45,1 Mio. Yuan für Embodied AI
- mehr als 100.000 Roboter
- 768 (31. Dezember 2025)
- Geschäftsbericht, HKEX 2432, 30. März 2026
Warum das wichtig ist
Dobot gehört zu den wenigen börsennotierten chinesischen Unternehmen, die aus einem margenstarken Robotergeschäft heraus in Humanoide einsteigen. Die Bilanz zeigt deshalb ungewöhnlich klar, was dieser Übergang kostet. Embodied AI beanspruchte 39,3 Prozent eines um 59,7 Prozent gewachsenen F&E-Budgets und brachte 4,1 Prozent des Umsatzes.
Zusammen mit UBTech, Estun und Geekplus lagen binnen einer Woche vier testierte Datensätze zur chinesischen Robotik vor. Dobot fällt durch Marge auf, nicht durch Größe, und wird damit zum Prüfstein, ob im Humanoidenmarkt Margendisziplin oder Stückzahl gewinnt.
Wettbewerbsanalyse
Bei Humanoiden ist UBTech die Messlatte, mit 820,6 Millionen Yuan aus 1.079 großen Einheiten 2025. Dobot nennt keine Stückzahlen, was einen direkten Vergleich verhindert und auf noch kleine Volumina hindeutet. Unitree, das am 20. März 2026 den Börsengang am STAR Market beantragte, ist der zweite heimische Maßstab.
Bei Cobots trifft Dobots Wachstum von 44,7 Prozent im Sechsachsersegment auf Universal Robots, die CRX-Reihe von Fanuc sowie chinesische Wettbewerber wie JAKA und Elite Robots. Für europäische Hersteller wie Kuka, ABB und Neura Robotics wird die Kombination aus niedrigen Kosten und eigener KI-Software zum Wettbewerbsfaktor.
Bewertungskontext
Nach Platzierungen über 1.705,9 Millionen Yuan stieg Dobots Eigenkapital auf 2.622,6 Millionen Yuan, bei einem Jahresumsatz von 492,2 Millionen Yuan. Der Kapitalmarkt finanziert Dobot also vor allem wegen der Embodied-AI-Option und weniger wegen des Cobot-Ergebnisses, das ausgewiesen wie bereinigt negativ bleibt.
Der höhere bereinigte Verlust von 49,6 nach 36,5 Millionen Yuan ist für die Bewertung relevant, weil er Effekte herausrechnet, die das ausgewiesene Ergebnis schönen. Wer Dobot als Humanoidenwert bewertet, braucht Belege, dass Embodied-AI-Umsätze schneller wachsen als 45,1 Millionen Yuan Forschungsaufwand.
Folgen für die Lieferkette
Cobots und Humanoide von Dobot nutzen dieselbe chinesische Komponentenbasis aus Servomotoren, Getrieben, Encodern und Steuerungen, vieles davon von Zulieferern rund um Shenzhen. Eine Hardwaremarge von 46,1 Prozent spricht dafür, dass Dobot Wert in Integration und Software schöpft, nicht in Standardteilen.
Für europäische Zulieferer wie Schaeffler, die Antriebe und Getriebe für Humanoide anbieten, vergrößert der Schwenk chinesischer Cobot-Hersteller den Markt. Zugleich steigt der Druck zur Lokalisierung in China, weil die Hersteller Kostenziele für Humanoide verfolgen.
Worauf jetzt zu achten ist
Erstens der Halbjahresbericht bis 31. August 2026 und der Anteil von Embodied AI am Umsatz. Zweitens, ob Dobot Stückzahlen für Humanoide veröffentlicht, was den Vergleich mit UBTech ermöglichen würde. Drittens die Bruttomarge; ein Rückgang unter 45 Prozent wäre ein Zeichen für Preisdruck durch heimische Cobot-Rivalen.
Zu beobachten sind auch die Vertriebskosten, die 2025 um 32,1 Prozent stiegen. Wachsen die Kosten für den Aufbau ausländischer Vertriebskanäle weiter schneller als der Umsatz, rückt die Gewinnschwelle in die Ferne.
Analystensicht
These: Dobot ist ein glaubwürdiger Humanoiden-Anbieter der zweiten Reihe, dessen eigentliche Stärke ein margenstarkes Cobot-Geschäft ist; Embodied AI bleibt 2026 ein kleiner Umsatzanteil. Zuversicht: mittel.
Die Finanzdaten sind testiert und klar, doch es fehlen Stückzahlen und Ziele für 2026, und der Humanoidenmarkt bewegt sich so schnell, dass ein einzelner Großauftrag das Bild ändern kann. Die Behauptung zur weltweiten Marktführerschaft im Brief des Vorsitzenden ist ohne Quelle und wird hier nicht gewichtet.
Offene Fragen
Wie viele ATOM- und ATOM-W-Einheiten hat Dobot 2025 ausgeliefert, und zu welchem Durchschnittspreis? Welcher Teil des Sechsachser-Wachstums kam von Auslandskunden? Warum stieg der bereinigte Verlust, während der ausgewiesene sank?
Wie viel der 2025 eingeworbenen 1.705,9 Millionen Yuan ist für Embodied AI vorgesehen, und über welchen Zeitraum? Läuft die gemeinsame Softwarebasis heute tatsächlich auf Armen und Humanoiden, oder ist sie eine Roadmap?