Was kostet ein humanoider Roboter 2026? Von 2.490 bis 80.000 Dollar, und warum Industrie-Humanoide keinen Listenpreis haben
Ein heute bestellbarer Humanoide kostet zwischen 2.490 Dollar (Faraday Futures Entwicklerroboter FF Nova) und 29.900 Dollar (Unitrees großer H2); Unitrees R1 kostet 5.900 Dollar, der G1 13.500 Dollar, 1X verlangt für den Haushaltsroboter NEO 20.000 Dollar oder 499 Dollar im Monat.
Die Humanoiden für Fabrik und Lager, darunter Figure und Agilitys Digit, haben keinen öffentlichen Listenpreis und werden über Verträge verkauft. MEKAWIRE vergleicht alle verifizierten Preise.
Am unteren Ende des Marktes kostet ein laufender humanoider Roboter inzwischen weniger als ein Mittelklasse-Laptop, am oberen Ende etwa so viel wie ein Kleinwagen. Faraday Future teilte am 15. Oktober mit, den Entwickler-Humanoiden FF Nova für 2.490 Dollar zu verkaufen. Unitree listet den R1 mit 5.900 Dollar, den G1 mit 13.500 Dollar und den 182 Zentimeter großen H2 mit 29.900 Dollar. 1X nimmt Bestellungen für den Haushaltsroboter NEO zu 20.000 Dollar oder 499 Dollar im Monat an.
Was ein Humanoide kostet, der bezahlte Arbeit verrichtet, verraten diese Zahlen nicht. Figure AI, mit 39 Mrd. Dollar bewertet, und die vor dem Nasdaq-Gang stehende Agility Robotics veröffentlichen keinen Listenpreis. Dieser Erklärtext stellt alle Preise zusammen, die MEKAWIRE auf Herstellerseiten oder in Pflichtmitteilungen geprüft hat, und ordnet ein, was die Lücke für europäische Anwender und Zulieferer bedeutet.
Die Preisliste aus Herstellerquellen
- FF Nova
- Faraday Future / FFR (USA)
- Zweibeinig, 20 Freiheitsgrade
- 2.490
- Verkauf auf Einladung an Entwickler und Schulen
- Mitteilung 15.10.2026
- R1
- Unitree (CN)
- Zweibeinig
- 5.900
- Kauf
- unitree.com/R1
- G1
- Unitree (CN)
- Zweibeinig
- 13.500
- Kauf
- unitree.com/g1
- NEO
- 1X (USA)
- Zweibeiniger Haushaltsroboter
- 20.000 oder 499/Monat
- Kauf oder Abo
- 1x.tech/order
- H2
- Unitree (CN)
- Zweibeinig, 182 cm
- 29.900
- Kauf
- unitree.com/H2
- RB-Y1
- Rainbow Robotics (KR)
- Auf Rädern, zweiarmig
- 80.000
- Vorbestellung für Forschung
- Rainbow-Mitteilung
- Digit v5
- Agility (USA)
- Zweibeinig
- nicht veröffentlicht
- Kundenverträge mit Meilensteinen
- S-4, 4.9.2026
- Figure-Roboter
- Figure AI (USA)
- Zweibeinig
- nicht veröffentlicht
- Kommerzielle Einsätze (BMW)
- Figure-Mitteilungen
Listenpreise laut Hersteller, ohne Steuern, Versand und Optionen. Offengelegt, nicht geschätzt.
Stand: 16. Okt. 2026
Es zeichnen sich drei Preisbänder ab. Unter 6.000 Dollar liegen Roboter für Entwickler, Schulen und Bastler: FF Nova zu 2.490 Dollar plus 390 Dollar für ein Entwicklerpaket und Unitrees R1, im Juli 2025 für 39.900 Yuan eingeführt. Zwischen 13.500 und 30.000 Dollar folgen Forschungs- und frühe Kommerzplattformen wie G1, H2 und NEO. Zweiarmige Systeme auf Rädern mit humanoidem Oberkörper sind teurer: Der bimanuelle mobile Manipulator RB-Y1 von Rainbow Robotics wurde Forschern für 80.000 Dollar angeboten.
Aufschlussreich ist die Preisleiter innerhalb eines Herstellers. Der R1 kostet 44 Prozent eines G1, der H2 das 2,2-Fache. Der Aufpreis kauft Größe, Gelenkzahl und Traglast, kein anderes Geschäftsmodell: Alle drei werden als Hardware verkauft.
Warum Industrie-Humanoide keinen Preis haben
Roboter, die menschliche Arbeitsstunden ersetzen sollen, werden anders verkauft. Agilitys Form S-4 vom 4. September weist für 2025 einen Umsatz von 1,78 Mio. Dollar bei 138,1 Mio. Dollar Verlust aus sowie eine an Meilensteine gebundene Kundenzusage über 300 Mio. Dollar für Digit v5. Figure hat Einsätze bei BMW gemeldet, aber keinen Stückpreis. Der Kunde bezahlt ein Ergebnis, also Roboterstunden oder erledigte Aufgaben samt Service, und der Hardwarepreis verschwindet im Vertrag.
MEKAWIRE-Analyse: Der Listenpreis eines Humanoiden zeigt, an wen der Hersteller verkauft, nicht was der Roboter kann. Geräte unter 6.000 Dollar bedienen Entwickler und Bildung; der Markt für Arbeitsersatz hat keinen Listenpreis, weil seine Kunden Verfügbarkeit kaufen, keine Maschinen.
MEKAWIRE-Analyse: Was die Zahlen sagen
- Unitree R1 zu G1
- 44 %
- 5.900 / 13.500
- Unitree H2 zu G1
- 2,2-fach
- 29.900 / 13.500
- Teuerster zu günstigstem Zweibeiner
- 12-fach
- H2 29.900 / FF Nova 2.490
- NEO-Abo: Monate bis Kaufpreis
- rund 40
- 20.000 / 499
- 20.000-Dollar-Roboter nach 10 Jahren bei -3 % p.a.
- rund 14.750
- 20.000 x 0,97^10 (historische Rate laut Anthropic)
Von MEKAWIRE aus den verifizierten Preisen in Tabelle 1 berechnet.
Stand: 16. Okt. 2026
Der NEO von 1X ist in unseren Daten der einzige Roboter mit Kauf- und Abopreis. Bei 499 Dollar im Monat ist der Kaufpreis von 20.000 Dollar nach rund 40 Monaten erreicht (20.000 / 499). Das ist das deutlichste öffentliche Signal, dass Haushalts- und Serviceroboter wie Mobilfunkverträge bepreist werden und nicht wie Haushaltsgeräte.
Das stärkste Gegenargument lautet, billige Hardware ziehe auch die Industriepreise nach unten. Ökonomen von Anthropic schätzten im September, dass Roboter technisch 74 Prozent der körperlichen Tätigkeiten in den USA ausführen könnten, aber nur bei 0,3 Prozent billiger seien als Menschen; beim historischen Preisrückgang von 3 Prozent pro Jahr dauere es rund 40 Jahre bis 10 Prozent. In diesem Tempo kostet ein 20.000-Dollar-Roboter nach zehn Jahren noch etwa 14.750 Dollar (20.000 x 0,97^10). Für die Bullen spricht, dass Unitree die Preise deutlich schneller senkt; für die Bären, dass der Körper nie der entscheidende Kostenblock war, sondern Integration, Sicherheitszulassung und Verfügbarkeit.
Für den europäischen Maschinenbau ist das die relevante Lehre: Wer in der Fabrik Humanoide einsetzen will, kauft Integrationsleistung und Normkonformität. Genau dort liegen die Stärken von Integratoren und Zulieferern zwischen Stuttgart und München, nicht im Preiskampf um die Hardware.
Was unsere Sicht ändern würde
Drei datierte Signale: Agilitys erster Quartalsbericht nach dem Nasdaq-Debüt im November wird erstmals Umsatz pro eingesetztem Roboter zeigen. Die ersten US-Auslieferungen des NEO, für 2026 versprochen, verraten den Aboanteil. Und sollte Unitree oder ein anderer chinesischer Hersteller einen Preis für einen fabriktauglichen Humanoiden samt Servicevertrag veröffentlichen, beginnt sich die Lücke zwischen beiden Preiswelten zu schließen.
- FF Nova, 2.490 Dollar plus 390 Dollar Entwicklerpaket (Mitteilung von Faraday Future und FFR, 15. Oktober 2026)
- R1 5.900 Dollar, G1 13.500 Dollar, H2 29.900 Dollar (Produktseiten unitree.com)
- 20.000 Dollar Kauf oder 499 Dollar pro Monat; Vorbestellung seit Oktober 2025, US-Auslieferung für 2026 angekündigt
- 80.000 Dollar, bimanueller mobiler Manipulator für KI-Forscher
- Figure und Agility ohne Listenpreis; Agilitys S-4: 1,78 Mio. Dollar Umsatz 2025, 300 Mio. Dollar Kundenzusage für Digit v5
- R1 = 44 % des G1; H2 = 2,2-fach G1; NEO-Abo erreicht Kaufpreis nach rund 40 Monaten
Warum das wichtig ist
Investoren lesen fallende Humanoidenpreise als Beleg, dass der Markt für Arbeitsersatz nahe ist. Unsere Daten zeigen zwei getrennte Märkte: Öffentliche Preise gehören zu Entwickler-, Bildungs- und Haushaltsrobotern, die als Hardware verkauft werden; die Industrieprogramme hinter Bewertungen von 39 und 2,5 Mrd. Dollar verkaufen Serviceverträge ohne öffentlichen Stückpreis.
Ein billigerer R1 verbreitert die Entwicklerbasis chinesischer Hersteller, macht aber einen Lagereinsatz nicht automatisch günstiger, weil Integration, Sicherheitsfreigabe und Verfügbarkeitsgarantien separat bepreist werden.
Wettbewerbsanalyse
Unitree beherrscht die Preisleiter von 5.900 bis 29.900 Dollar und hat seit dem Börsengang in Shanghai Spielraum für weitere Senkungen. FF Nova liegt 58 Prozent unter dem R1, nennt aber weder Größe, Akkulaufzeit, Fertiger noch Liefertermin. Wer einen Industrie-Humanoiden kaufen will, verhandelt also einen Vertrag, keinen Katalogpreis.
Bewertungskontext
Agilitys S-4 bewertet das Unternehmen vor dem Geld mit 2,5 Mrd. Dollar bei 1,78 Mio. Dollar Umsatz 2025; Figure wurde zuletzt mit 39 Mrd. Dollar bewertet. Beide Bewertungen lassen sich mangels Stück- oder Stundenpreis nicht an Stückkosten prüfen. Unitree sammelte am STAR Market 6,1 Mrd. Yuan mit einem Hardwaregeschäft mit öffentlichen Preisen ein.
Folgen für die Lieferkette
Niedrige Listenpreise hängen an chinesischen Aktoren, Getrieben und Batterien. Nichtchinesische Anbieter unter 10.000 Dollar müssen diese Teile kaufen oder dünnere Margen hinnehmen; für europäische Getriebe- und Antriebshersteller ist das Industriesegment mit Qualitätsanforderungen der realistischere Markt.
Worauf jetzt zu achten ist
Agilitys erster Quartalsbericht nach dem Nasdaq-Debüt im November; erste US-Auslieferungen des NEO 2026 und Aboanteil; veröffentlichte Servicepreise chinesischer Hersteller für Fabrik-Humanoide.
Analystensicht
These: Der Listenpreis zeigt den Zielkunden, nicht die Fähigkeit. Zuversicht mittel: Die Preisdaten sind belastbar, die Industrievertragsbedingungen zur Prüfung der These fehlen.
Offene Fragen
Agility: Was kostet eine Digit-Roboterstunde unter der 300-Mio.-Zusage? 1X: Welcher Anteil der NEO-Bestellungen ist Abo? Faraday Future: Wer fertigt FF Nova, und wann wird geliefert?
