Roboternachfrage im dritten Quartal 2026 nach Regionen: China plus 30 Prozent, Japan Rekord
Amtliche Statistiken für Juli bis September 2026 zeigen in China ein Wachstum der Industrieroboterproduktion von 18,9 bis 34,6 Prozent je Monat und bei den Mitgliedern des japanischen Verbands JARA Rekordaufträge von 325,4 Milliarden Yen, ein Plus von 46,6 Prozent.
Die USA, Korea und Deutschland veröffentlichten keine Quartalsstatistik. MEKAWIRE stellte fest, dass Chinas Q3-Zahl je nach Veröffentlichung des Statistikamts um 34.511 Einheiten abweicht und dass FANUCs Roboterumsatz in China um 14,3 Prozent sank.
Die Roboternachfrage des dritten Quartals 2026 ist nur in zwei der fünf größten Märkte amtlich erfasst. Chinas Nationales Statistikamt (NBS) meldete für Industrieroboter ein Produktionsplus von 30,2 Prozent im Juli, 34,6 Prozent im August und 18,9 Prozent im September. Der japanische Roboterverband JARA meldete Rekordaufträge seiner Mitglieder von 325,4 Milliarden Yen, 46,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die USA, Korea und Deutschland lag bis zum 30. Oktober keine Quartalsstatistik vor oder war nicht lesbar; dieser Bericht liest ihr Quartal aus Unternehmensberichten und benennt die Lücke.
Die beiden amtlichen Reihen messen Verschiedenes. Das NBS zählt produzierte Einheiten von Industriebetrieben oberhalb einer Größenschwelle, die JARA Aufträge und Auslieferungen ihrer Mitglieder in Yen, Bestückungsautomaten eingeschlossen. Installationen misst keine von beiden. Diese Zahl liefert einmal im Jahr die International Federation of Robotics (IFR); ihre Werte für 2025 dienen hier als Basis.
Neu bei MEKAWIRE
- Doosan Robotics: Umsatz sinkt im dritten Quartal um 8,5 Prozent, Verlust bei 83 Prozent
- Teradyne Robotics schreibt im dritten Quartal schwarze Zahlen, Umsatz sinkt aber um 4 Prozent
- Unitree im dritten Quartal: Umsatz plus 70 Prozent, Gewinn minus 17 Prozent
- Unitree und HongShan starten Shanyu-Programm für frühe Embodied-AI-Start-ups
- Doosan Robotics steckt 40 Mrd. Won in Doosan-Wagniskapitalfonds
China: Wachstum belegt, Beschleunigung hängt von der Veröffentlichung ab
Die Monatsmeldungen des NBS ergeben für das dritte Quartal 291.603 Industrieroboter (98.677 im Juli, 96.174 im August, 96.752 im September). Die kumulierten Werte derselben Meldungen erzählen etwas anderes: 537.689 Einheiten für Januar bis Juni und 794.781 für Januar bis September, im dritten Quartal also nur 257.092. Die Differenz beträgt 34.511 Einheiten oder 11,8 Prozent der Monatssumme. Das NBS weist kumulierte Raten auf vergleichbarer Basis aus und erklärt die Abweichung nicht.
- Juli
- 98.677
- +30,2 %
- 1.685.797
- +5,7 %
- August
- 96.174
- +34,6 %
- 1.656.132
- +5,0 %
- September
- 96.752
- +18,9 %
- 1.658.178
- -17,8 %
- Q3, Summe der Monatsmeldungen
- 291.603
- Keine Daten
- 5.000.107
- Keine Daten
- Januar bis Juni (kumuliert)
- 537.689
- +28,0 %
- 10.319.211
- +11,9 %
- Januar bis September (kumuliert)
- 794.781
- +29,1 %
- 15.588.372
- +7,9 %
- Q3, kumulierte Differenz
- 257.092
- Keine Daten
- 5.269.161
- Keine Daten
NBS-Meldungen vom 15. Juli, 17. August, 15. September und 19. Oktober 2026; Summen und Differenzen: MEKAWIRE-Berechnung.
Stand: 30. Okt. 2026
Die Wahl entscheidet über die Aussage. Nach den Monatswerten lag die Produktion im dritten Quartal bei 97.201 Einheiten im Monat, 8,5 Prozent über dem Halbjahresschnitt von 89.615. Nach der kumulierten Differenz waren es 85.697, also 4,4 Prozent weniger. Am Wachstum gegenüber dem Vorjahr besteht kein Zweifel: Jeder Monat lag zweistellig im Plus, und nach neun Monaten ist die Produktion des gesamten Jahres 2025 von 773.074 Einheiten bereits übertroffen. Bei Servicerobotern kippte der Trend: Im September sank die Produktion um 17,8 Prozent, das Neunmonatswachstum fiel von 11,9 auf 7,9 Prozent.
Wer diese Nachfrage bedient, zeigen die Abschlüsse. Unitree steigerte den Quartalsumsatz um 69,9 Prozent auf 665,0 Millionen Yuan. FANUC, der größte ausländische Roboterhersteller in China, meldete für Juli bis September einen Roboterumsatz in China von 18,1 Milliarden Yen, 14,3 Prozent weniger als im Vorjahr und 32,0 Prozent weniger als im zweiten Quartal. Laut IFR stammten 2025 bereits 55 Prozent der 354.000 in China installierten Roboter von chinesischen Marken.
Japan: Rekordaufträge, überwiegend für den Export
Die Quartalsstatistik der JARA zeigt in jedem Quartal 2026 steigende Aufträge, das Verhältnis von Auftragseingang zu Auslieferungen stieg von 1,17 auf 1,23, der Bestand wächst. Mit 932,9 Milliarden Yen nach neun Monaten liegen die Aufträge schon über dem Gesamtjahr 2025 von 925,8 Milliarden Yen.
- Q1 2026
- 294,8
- +41,0 %
- 60.412
- 251,9
- 52,1
- 1,17
- Q2 2026
- 312,7
- +40,0 %
- 57.695
- 257,7
- 38,3
- 1,21
- Q3 2026
- 325,4
- +46,6 %
- 67.003
- 264,7
- 48,2
- 1,23
JARA-Quartalsstatistik vom 24. April, 24. Juli und 22. Oktober 2026; Quote: MEKAWIRE-Berechnung.
Stand: 30. Okt. 2026
Der Inlandsmarkt ist der kleinere Teil. Die Inlandsauslieferungen stiegen im dritten Quartal um 16,3 Prozent auf 48,2 Milliarden Yen, Autowerke kauften erstmals seit sieben Quartalen mehr. Vom Gesamtversand über 264,7 Milliarden Yen gingen rund 216,5 Milliarden ins Ausland, etwa 82 Prozent, davon rund die Hälfte Bestückungsautomaten. Den Exportwert hat MEKAWIRE als Differenz berechnet, weil die JARA-Seite in der Exportzeile die Stückzahl wiederholt. Japan installierte 2025 nur 36.219 Roboter, so wenige wie seit zehn Jahren nicht.
USA, Korea und Deutschland: keine Quartalsstatistik
Die Auftragszahlen der Association for Advancing Automation (A3) für Nordamerika konnte MEKAWIRE nicht im Original lesen; sie bleiben deshalb draußen. Die USA installierten 2025 laut IFR 38.400 Roboter, 12 Prozent mehr. In den Berichten hatte die Robotiksparte von Teradyne (Universal Robots, MiR) im dritten Quartal 96 Millionen Dollar Umsatz, 3,9 Prozent weniger als im Vorquartal, während Intuitive 546 da-Vinci-Systeme platzierte nach 427 im Vorjahr.
Korea installierte 2025 30.000 Roboter, eine Quartalsstatistik von KIRIA oder KOSIS fand MEKAWIRE nicht. Doosan Robotics steigerte den Umsatz um 59,1 Prozent auf 16,175 Milliarden Won, der operative Verlust entsprach aber 82,9 Prozent des Umsatzes. Deutschland installierte 2025 24.800 Roboter. Der VDMA erwartete im Februar für 2026 einen Umsatzrückgang der deutschen Robotik und Automation um 5 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro und hat seither keine Quartalszahlen veröffentlicht. Für den Mittelstand bleibt damit offen, ob die Schwäche im Inland anhält, während Asien Rekorde meldet.
- China
- 354.000 (59 % der Welt)
- Produktion +18,9 bis +34,6 % je Monat
- Unitree-Umsatz +69,9 %; FANUC-Roboterumsatz in China -14,3 %
- USA
- 38.400 (+12 %)
- Nicht lesbar
- Teradyne Robotics 96 Mio. USD, -3,9 % zum Vorquartal; Intuitive 546 Systeme nach 427
- Japan
- 36.219 (-19 %)
- JARA-Aufträge +46,6 %, Inland +16,3 %
- FANUC-Roboteraufträge 103,4 Mrd. Yen, +12,6 %
- Korea
- 30.000 (-1 %)
- Keine
- Doosan Robotics 16,175 Mrd. Won Umsatz, +59,1 %
- Deutschland
- 24.800
- Keine; VDMA-Jahresprognose -5 %
- Kein Bericht eines deutschen Roboterherstellers im Zeitraum
IFR World Robotics 2026; Unternehmenszahlen aus den Q3-Berichten der MEKAWIRE-Übersicht vom 30. Oktober.
Stand: 30. Okt. 2026
MEKAWIRE-Analyse
Die Nachfrage im dritten Quartal war dort am stärksten, wo sie in chinesischen Stückzahlen und japanischen Yen-Aufträgen gemessen wird, und beide Reihen verweisen aufeinander: Chinas Fabriken bauten rund 30 Prozent mehr Industrieroboter, FANUCs Roboterumsatz in China sank um 14 Prozent. Chinas Nachfrage wird zunehmend von chinesischer Produktion gedeckt, Japans Rekordauftragsbuch hängt am Export.
Belege sind das NBS-Wachstum, der IFR-Anteil chinesischer Marken von 55 Prozent für 2025 und FANUCs Rückgang in China. Das stärkste Gegenargument ist die Messung: NBS-Einheiten enthalten günstige Geräte, die Reihe widerspricht sich um 34.511 Einheiten, und ein Quartal eines Anbieters ist kein Marktanteil. FANUCs Minus von 32 Prozent gegenüber dem Vorquartal kann auch am Zeitpunkt großer Autowerksaufträge liegen.
Optimistisches Szenario: Japans Auftragsquote von 1,23 wird 2027 zu Inlandsinstallationen, wenn Autowerke wieder investieren, und Chinas Produktion wächst zweistellig weiter, der Überschuss geht in den Export. Pessimistisches Szenario: Die Verlangsamung auf 18,9 Prozent im September und der Rückgang bei Servicerobotern markieren den Zyklushöhepunkt in China, und Japans an Bestückungsautomaten gebundene Aufträge fallen mit der Elektronikkonjunktur.
Methode: Chinas drittes Quartal wird als Summe der NBS-Monatswerte und als Differenz der Werte Januar bis September und Januar bis Juni gezeigt. Japan beruht auf JARA-Mitgliedsdaten; der Exportwert ist Gesamtauslieferung minus Inland. Einheiten, Währungen und Definitionen unterscheiden sich und werden nicht addiert. Stand aller Zahlen: 30. Oktober 2026.
Zu beobachten: die NBS-Produktionszahlen für Oktober Mitte November, die JARA-Statistik für Oktober bis Dezember Ende Januar 2027 und FANUCs China-Roboterumsatz für Oktober bis Dezember zur gleichen Zeit.
- 291.603 Einheiten nach Monatsmeldungen, 257.092 nach kumulierter Differenz
- Juli +30,2 %, August +34,6 %, September +18,9 %
- 1.658.178 Einheiten, minus 17,8 %
- 325,4 Mrd. Yen, plus 46,6 %, Rekord
- 932,9 Mrd. Yen, über dem Gesamtjahr 2025
- 18,1 Mrd. Yen, minus 14,3 %
- Keine Quartalsstatistik veröffentlicht oder lesbar
- China 354.000; USA 38.400; Japan 36.219; Korea 30.000; Deutschland 24.800