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Japans Roboteraufträge erreichen im dritten Quartal 2026 Rekord von 325,4 Mrd. Yen

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BrancheFANUC

Die Auftragseingänge der Mitglieder des japanischen Roboterverbands JARA stiegen von Juli bis September 2026 um 46,6 Prozent auf den Quartalsrekord von 325,4 Mrd. Yen, die Stückzahl um 36,1 Prozent auf 67.003, teilte der Verband am 22.

Oktober mit. Produktion und Gesamtauslieferungen erreichten ebenfalls Rekordwerte. Inlandslieferungen an Autohersteller wuchsen erstmals seit sieben Quartalen. Nach Berechnung von MEKAWIRE lagen die Aufträge in allen drei Quartalen 2026 über den Auslieferungen; Bestückungsautomaten stellen fast die Hälfte des Exportwerts.

Japans Roboterhersteller haben im dritten Quartal 2026 Aufträge im Rekordwert von 325,4 Mrd. Yen hereingeholt, 46,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das teilte der Branchenverband Japan Robot Association (JARA) am 22. Oktober in seiner Quartalsstatistik mit. Die Stückzahl der Aufträge stieg um 36,1 Prozent auf 67.003, beide Werte wachsen seit neun Quartalen in Folge. Die Statistik umfasst die ordentlichen und fördernden Unternehmensmitglieder der JARA, nicht den Gesamtmarkt.

Die Produktion legte um 26,2 Prozent auf 261,5 Mrd. Yen zu, die Gesamtauslieferungen um 22,1 Prozent auf 264,7 Mrd. Yen, jeweils Quartalsrekorde. Im Inland wurden 9.177 Einheiten ausgeliefert, 20,0 Prozent mehr, im Wert von 48,2 Mrd. Yen. Die Lieferungen an japanische Autohersteller stiegen um 15,5 Prozent auf 2.533 Einheiten, der erste Zuwachs seit sieben Quartalen; die JARA verweist auf die schwache Vorjahresbasis. An die Elektroindustrie gingen 3.225 Einheiten, ein Plus von 28,5 Prozent.

Aufträge laufen den Auslieferungen weiter voraus

MEKAWIRE hat die drei Quartalsmeldungen des Jahres verglichen. Wertmäßig lagen die Aufträge in jedem Quartal über den Auslieferungen, und der Abstand wuchs: Das Verhältnis von Auftragseingang zu Auslieferung betrug 1,17 im ersten, 1,21 im zweiten und 1,23 im dritten Quartal. Die Auftragsstückzahl stieg gegenüber dem Vorquartal um 16,1 Prozent, der Auftragswert nur um 4,1 Prozent. Das deutet auf einen höheren Anteil kleinerer oder günstigerer Maschinen hin.

Aufträge und Auslieferungen der JARA-Mitglieder 2026 nach Quartal
  • Q1 2026
    Aufträge (Mrd. Yen)
    294,8
    Aufträge ggü. Vorjahr
    +41,0 %
    Auftragsstückzahl
    60.412
    Auslieferungen (Mrd. Yen)
    251,9
    Inland (Mrd. Yen)
    52,1
    Auftrags-Liefer-Verhältnis
    1,17
  • Q2 2026
    Aufträge (Mrd. Yen)
    312,7
    Aufträge ggü. Vorjahr
    +40,0 %
    Auftragsstückzahl
    57.695
    Auslieferungen (Mrd. Yen)
    257,7
    Inland (Mrd. Yen)
    38,3
    Auftrags-Liefer-Verhältnis
    1,21
  • Q3 2026
    Aufträge (Mrd. Yen)
    325,4
    Aufträge ggü. Vorjahr
    +46,6 %
    Auftragsstückzahl
    67.003
    Auslieferungen (Mrd. Yen)
    264,7
    Inland (Mrd. Yen)
    48,2
    Auftrags-Liefer-Verhältnis
    1,23

Quelle: JARA-Quartalsstatistiken vom 24. April, 24. Juli und 22. Oktober 2026 (Mitgliederbasis). Verhältnis = Auftragswert geteilt durch Gesamtauslieferungen, Berechnung MEKAWIRE.

Stand: 30. Okt. 2026

Die Hälfte des Exportbooms sind Bestückungsautomaten

Die JARA-Statistik erfasst neben Roboterarmen auch Bestückungsautomaten für elektronische Bauteile. Deren Exporte stiegen um 41,6 Prozent auf 103,3 Mrd. Yen, das zehnte Plus in Folge. Die Verbandsmeldung nennt als Exportwert "41.226", dieselbe Zahl wie bei den exportierten Einheiten, ein offensichtlicher Druckfehler. Gesamtauslieferungen abzüglich Inlandslieferungen ergeben einen Exportwert von rund 216,5 Mrd. Yen; Bestückungsautomaten machten damit etwa 48 Prozent aus, nach 50 Prozent im Vorquartal. Hauptabnehmer sind laut JARA China und Thailand. Die Exporte von Schweißrobotern stiegen nur um 2,2 Prozent.

MEKAWIRE-Analyse

Der Rekord ist echt, doch er wird von den Elektronik- und KI-Hardware-Lieferketten Asiens getragen, nicht von einer Erholung bei Robotern für Autofabriken.

FANUC meldete am 26. Oktober ein Plus der Roboteraufträge um 12,6 Prozent auf 103,4 Mrd. Yen, Yaskawa einen Rückgang des Robotikgewinns um 43 Prozent im Halbjahr trotz steigender Aufträge, wie wir zu FANUC und Yaskawa berichtet haben. Ein Branchenplus von 46,6 Prozent neben dem langsameren Wachstum der beiden größten Armhersteller passt zu einem Boom, den Bestückungstechnik trägt. Für deutsche Automobilzulieferer und Anlagenbauer ist das ein Hinweis, dass Japans Robotiknachfrage aus der Autoindustrie erst zaghaft zurückkehrt. Das Gegenargument ist der Inlandsaufschwung bei den Autoherstellern, der die Nachfrage verbreitern würde, wenn er länger als ein Quartal anhält. Den strukturellen Hintergrund liefert unser Erklärstück zum japanischen Robotikmarkt.

Zu beobachten sind die JARA-Zahlen für das vierte Quartal Ende Januar, die nächsten Auftragsbücher von Yaskawa und FANUC und ob die Inlandslieferungen an Autohersteller im Oktober bis Dezember erneut wachsen.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Aufträge Q3 2026
325,4 Mrd. Yen, plus 46,6 % (Rekord)
Auftragsstückzahl
67.003, plus 36,1 %
Produktion
261,5 Mrd. Yen, plus 26,2 %
Gesamtauslieferungen
264,7 Mrd. Yen, plus 22,1 %
Inlandslieferungen
9.177 Einheiten, 48,2 Mrd. Yen
An Autohersteller (Inland)
2.533 Einheiten, plus 15,5 %, erstes Plus seit 7 Quartalen
Export Bestückungsautomaten
103,3 Mrd. Yen, plus 41,6 %
Quelle
JARA-Quartalsstatistik, 22. Oktober 2026 (Mitgliederbasis)
Quellen