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FCC-Covered-List für Roboter erklärt: neue Auslandsmodelle gesperrt, vier Ausnahmen

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AnalyseANSCER Robotics

Seit dem 28. Juli 2026 erhalten im Ausland produzierte fortgeschrittene mobile Roboter wie Humanoide, Vierbeiner und AMR keine FCC-Gerätezulassung mehr für neue Modelle in den USA, es sei denn, das US-Kriegsministerium erteilt eine an einen Onshoring-Plan geknüpfte Conditional Approval.

Bis zum 16. Oktober erhielten nur vier Roboterhersteller eine: Husqvarna, ANSCER Robotics, Matic Robots und Volley Automation. MEKAWIRE erklärt die Regel anhand der FCC-Bekanntmachungen und zeigt, was sie für europäische Hersteller bedeutet.

Die USA haben ausländische Roboter nicht verboten. Sie haben etwas Engeres gewählt, das eine schnelllebige Produktkategorie härter trifft: Seit dem 28. Juli 2026 erhält ein neu im Ausland produziertes fortgeschrittenes Robotergerät keine Gerätezulassung der Federal Communications Commission (FCC) mehr, die jedes funkvernetzte Produkt für Import, Vermarktung und Verkauf in den USA braucht. Bereits zugelassene Modelle bleiben im Handel. Wer ein neues Modell bringen will, benötigt eine Conditional Approval des Kriegsministeriums (Department of War). In den 80 Tagen bis zum 16. Oktober veröffentlichte die FCC genau vier solcher Freigaben für Roboter.

Dieses Erklärstück ordnet ein, was die FCC tatsächlich veröffentlicht hat, welche Geräte erfasst sind, wie die Ausnahme funktioniert und warum Humanoid-Hersteller stärker exponiert sind als Saugroboter-Marken. Hintergrund liefert auch unser Bericht über das IDC-Wirkungsmodell.

Neu bei MEKAWIRE

Was die FCC am 28. Juli veröffentlichte

Das Public Safety and Homeland Security Bureau der FCC führt die Covered List, das Verzeichnis von Ausrüstung, die nach dem Secure and Trusted Communications Networks Act von 2019 ein inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit darstellt. Mit der Bekanntmachung DA 26-786 vom 28. Juli nahm die Behörde zwei Kategorien auf: im Ausland produzierte Wechselrichter und im Ausland produzierte fortgeschrittene Robotergeräte, ausgenommen solche mit Conditional Approval des Kriegsministeriums. Grundlage ist eine nationale Sicherheitsfeststellung, die ein vom Weißen Haus einberufenes interministerielles Gremium der FCC am 27. Juli übermittelte.

Die in der Bekanntmachung zitierte Feststellung argumentiert, dass die Vernetzung fortgeschrittener Roboter Angriffswege auf Daten und physischen Betrieb eröffnet und gesammelte Daten zur Überwachung von US-Bürgern oder zur Fernübernahme genutzt werden könnten. Rechtlich greift die FCC auf bestehende Regeln zurück: Nach Abschnitt 2.903(a) erhält gelistete Ausrüstung keine Gerätezulassung, nach Abschnitt 2.911 muss jeder Antragsteller bestätigen, dass sein Gerät nicht erfasst ist. Die neuen Einträge richten sich nach dem Produktionsort, nicht nach dem Unternehmen. Ein deutscher oder schwedischer Hersteller mit Fertigung in Europa oder Asien ist damit ebenso betroffen wie ein chinesischer.

Welche Roboter erfasst sind

Der koreanische Branchenverband KAR fasst die Definitionen in einer Mitteilung vom 16. September so zusammen: Erfasst ist ein Gerät nur, wenn es alle sieben Kriterien erfüllt, darunter Mobilität, ferngesteuerter oder autonomer Betrieb, ein Gewicht über 2 kg, Umgebungssensoren, Netzwerkanbindung sowie Steuerungssoftware oder KI. Das betrifft AMR, Humanoide und Vierbeiner. Die Herkunft folgt laut KAR dem US-Beschaffungstest in 48 CFR 25.101(a); unter 65% US-Wertschöpfungsanteil gilt ein Modell als ausländisch.

IDC nennt in seiner Analyse vom 22. Oktober die Ausnahmen: stationäre Industrieroboterarme, Fahrzeuge, Unterwasserroboter, Medizin- und Mobilitätshilfen sowie Beschaffungen der Bundesregierung. Bereits zertifizierte Modelle dürfen laut IDC weiter ausgeliefert und mindestens bis zum 1. Januar 2029 mit Software- und Firmware-Updates versorgt werden; Anträge auf Conditional Approval sind bis zum 1. Januar 2028 fällig. Für Knickarmroboter von Herstellern wie ABB, KUKA oder FANUC ändert sich nach dieser Lesart vorerst nichts, für Mähroboter und Saugroboter dagegen schon.

Wie die Ausnahme funktioniert und wer sie hat

Per Conditional Approval von der FCC-Covered-List ausgenommene Roboter
  • Husqvarna AB (Schweden)
    Geräte
    Mähroboter 305v IQ, 310v IQ, 420v IQ und 440v IQ
    Freigabe
    9. September 2026
    FCC-Bekanntmachung
    FCC-Freigabetabelle
  • ANSCER Robotics (Indien)
    Geräte
    Roboterplattformen AR250, AR650 und AR1250
    Freigabe
    18. September 2026
    FCC-Bekanntmachung
    DA 26-996
  • Matic Robots (USA)
    Geräte
    Bodenreinigungsroboter 4MA0001 und Dock 4DK0008
    Freigabe
    2. Oktober 2026
    FCC-Bekanntmachung
    DA 26-1063
  • Volley Automation
    Geräte
    Park-AGV und AMR
    Freigabe
    16. Oktober 2026
    FCC-Bekanntmachung
    DA 26-1114

Quelle: Bekanntmachungen des FCC Public Safety and Homeland Security Bureau. Alle Freigaben setzen Onshoring-Plan und erneute Produktprüfung voraus.

Stand: 24. Okt. 2026

Jede Freigabe folgt demselben Muster. Das Kriegsministerium prüft einen Antrag, übermittelt der FCC eine konkrete Feststellung, und die Behörde streicht die genannten Geräte von der Liste. Alle bisherigen Freigaben setzen die fortlaufende Einhaltung des Onshoring-Plans aus dem Antrag und eine erneute Prüfung der Produkte voraus; Falschangaben oder Verstöße führen zurück auf die Liste. Die vier Inhaber sind der schwedische Husqvarna-Konzern, der indische AMR-Hersteller ANSCER Robotics die US-Firma Matic Robots und der Parkroboter-Hersteller Volley Automation. Kein chinesischer oder koreanischer Hersteller ist dabei, kein Humanoid.

Wer um Entlastung bittet

Das deutlichste Signal kam von einem Anwender. Intel beantragte am 16. Oktober bei der FCC eine beschleunigte Ausnahme, um ausländische fahrerlose Transportfahrzeuge in seinen US-Chipfabriken weiter warten und aktualisieren zu dürfen, weil es keine bewährte heimische Alternative gebe.

MEKAWIRE-Analyse: eine Steuer auf Modellzyklen, keine Grenzmauer

Die FCC-Regel besteuert Produktzyklen statt Produkte: Wer am häufigsten neue Modelle bringt, heute vor allem Humanoid-Hersteller und unter ihnen die chinesischen, zahlt am meisten, während Anbieter mit langlebigen zertifizierten Flotten bis 2027 kaum etwas spüren.

Das IDC-Modell beziffert dies: Der US-Umsatz mit Humanoiden liegt 2027 um 41% und 2030 um 58% unter dem Ausgangsszenario, bei Haushaltsreinigungsrobotern nur um 4% und 18%.

IDC-Modell: US-Umsatzlücke gegenüber dem Ausgangsszenario
  • Humanoide Roboter
    2027
    41% darunter
    2030
    58% darunter
  • Haushaltsreinigungsroboter
    2027
    4% darunter
    2030
    18% darunter
  • Alle modellierten Kategorien, entgangener Umsatz 2026 bis 2030
    2027
    k. A.
    2030
    mehr als 6 Mrd. US-Dollar

IDC-Handelspolitikmodell vom 22. Oktober 2026, Projektion eines Marktforschers, keine Marktstatistik. MEKAWIRE-Kennzahl: vier Roboter-Freigaben in 80 Tagen (28. Juli bis 16. Oktober), eine alle 20 Tage.

Stand: 22. Okt. 2026

Für Europa ist die Regel zweischneidig. Einerseits zeigt Husqvarna, dass ein europäischer Hersteller die Freigabe erreichen kann. Andererseits erwartet IDC, dass chinesische Anbieter ihre Volumina nach Europa umlenken, mit Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Osteuropa als größten Abnehmern. Für deutsche Integratoren und Mittelständler bedeutet das mehr und günstigere Angebote, für europäische Hersteller mobiler Roboter mehr Preisdruck im Heimatmarkt. Eine Freigabe alle 20 Tage (vier in 80 Tagen) ist für einen Humanoid-Markt mit jährlichen Hardware-Generationen langsam. Das stärkste Gegenargument: Der Onshoring-Weg funktioniert, und ein Hersteller mit US-Endmontage kann folgen. Die Regel erfasst zudem keine Komponenten, sodass ein in den USA montierter Humanoid weiter chinesische Aktoren und Magnete nutzen kann.

Positives Szenario für US-Hersteller: Der Engpass hält bis 2028, Freigaben bleiben selten. Negatives Szenario: Die Regel wird auf Komponenten oder stationäre Arme ausgeweitet, oder vor der Frist im Januar 2028 erhalten viele ausländische Hersteller mit US-Montage eine Freigabe. Unsere Einschätzung würde sich ändern bei einer ersten Freigabe für einen chinesischen oder koreanischen Humanoiden, einer Ausweitung auf Komponenten oder einer FCC-Entscheidung zu Intel, die eine Wartungsausnahme für Bestandsflotten schafft.

Drei Termine: die Entscheidung über Intels Antrag im ET Docket 26-256, die nächsten Freigabe-Bekanntmachungen, die seit dem 18. September etwa alle zwei Wochen erschienen, und die von IDC genannte Antragsfrist am 1. Januar 2028.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Grundlage
FCC-Bekanntmachung DA 26-786 vom 28. Juli 2026
Umfang
Im Ausland produzierte mobile, vernetzte Roboter über 2 kg (Humanoide, Vierbeiner, AMR)
Wirkung
Keine neue FCC-Gerätezulassung, zertifizierte Modelle bleiben im Handel
Ausnahme
Conditional Approval des Kriegsministeriums mit Onshoring-Plan
Roboter-Freigaben bis 16. Oktober
4 (Husqvarna, ANSCER, Matic, Volley)
Herkunftsregel
Produktionsort, 65% US-Anteil (Lesart des KAR)
IDC-Projektion
US-Humanoid-Umsatz 2030 um 58% unter Ausgangsszenario
Quellen
MEKAWIRE Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Die Listung ist die erste US-Maßnahme, die Roboter als Produktklasse statt einzelner Unternehmen trifft. Sie wirkt über die Funkzulassung, also beim Marktstart eines neuen Modells. Für europäische Hersteller mobiler Roboter wird die Produktplanung damit zur Exportfrage.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Am stärksten exponiert sind chinesische Humanoid-Hersteller wie Unitree und AgiBot. US-Anbieter wie Figure AI, Apptronik und Tesla gewinnen relativen Schutz beim Endprodukt, bleiben aber von asiatischen Komponenten abhängig. Husqvarna zeigt, dass europäische Hersteller die Freigabe erreichen können.

  3. 03

    Worauf jetzt zu achten ist

    FCC-Entscheidung zu Intels Ausnahmeantrag; erste Freigabe für einen chinesischen oder koreanischen Humanoiden; Ankündigungen von US-Endmontage vor der Frist am 1. Januar 2028.

  4. 04

    Analystensicht

    These: Die Regel ist eine Steuer auf Modellzyklen, die Humanoide und chinesische Hersteller am härtesten trifft und nur die US-Endmontage schützt, nicht die Komponenten. Zuversicht: mittel, da Freigaben selten und die Prüfkriterien des Kriegsministeriums nicht öffentlich sind.

  5. 05

    Offene Fragen

    Wie viele geplante US-Markteinführungen europäischer Hersteller mobiler Roboter benötigen vor 2028 eine neue Zulassung? Wie bereiten sich deutsche Anbieter auf zusätzlichen Preisdruck durch umgelenkte chinesische Volumina vor?