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ABB Robotics schließt das letzte volle Jahr im Konzern mit 2,8 Prozent mehr Umsatz und halbiertem Betriebsergebnis im vierten Quartal ab

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ABB Robotics schließt das letzte volle Jahr im Konzern mit 2,8 Prozent mehr Umsatz und halbiertem Betriebsergebnis im vierten Quartal ab (Illustration: MEKAWIRE)

Die Robotiksparte von ABB, die für 5,375 Mrd. USD an die SoftBank Group geht, erzielte 2025 einen Umsatz von 2.331 Mio. USD und ein Betriebsergebnis von 294 Mio. USD. Das geht aus den Finanzinformationen hervor, die ABB am 29.

Januar 2026 mit den Zahlen zum vierten Quartal veröffentlichte. Im Schlussquartal fiel das Betriebsergebnis bei um 48 Prozent höheren Aufwendungen auf 37 Mio. USD, die Bruttomarge stieg dagegen.

Die Robotiksparte von ABB hat ihr letztes volles Geschäftsjahr im Schweizer Konzern mit leicht höherem Umsatz und deutlich geringerem Gewinn beendet. In den Finanzinformationen, die ABB am 29. Januar 2026 zusammen mit den Zahlen zum vierten Quartal vorlegte, weist der Zürcher Konzern für das inzwischen als aufgegebener Geschäftsbereich geführte Robotikgeschäft einen Umsatz von 2.331 Mio. USD für 2025 aus, nach 2.267 Mio. USD im Vorjahr. Das Betriebsergebnis sank von 331 Mio. USD auf 294 Mio. USD.

Das vierte Quartal fiel schwächer aus. Laut der Anhangangabe zu den aufgegebenen Geschäftsbereichen ging der Umsatz auf 581 Mio. USD zurück, nach 594 Mio. USD ein Jahr zuvor. Das Betriebsergebnis halbierte sich nahezu von 71 Mio. USD auf 37 Mio. USD. Nach einem Nettofinanzaufwand von 13 Mio. USD und Ertragsteuern von 17 Mio. USD blieben im Quartal 6 Mio. USD Nettogewinn, gegenüber 47 Mio. USD im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr sank der Beitrag nach Steuern von 226 Mio. USD auf 174 Mio. USD.

Der Druck entstand unterhalb des Rohertrags. Der Bruttogewinn stieg im Quartal von 189 Mio. USD auf 212 Mio. USD, die Bruttomarge erhöhte sich nach Berechnung von MEKAWIRE von 31,8 auf 36,5 Prozent. Die Aufwendungen kletterten jedoch von 118 Mio. USD auf 175 Mio. USD, ein Plus von 48 Prozent. ABB schlüsselt den Anstieg nicht auf und hat ihn in der Mitteilung nicht erläutert. Bei Bekanntgabe des Verkaufs hatte ABB die Separierungskosten auf rund 200 Mio. USD geschätzt.

ABB Robotics als aufgegebener Geschäftsbereich (Mio. USD, sofern nicht anders angegeben)
  • Umsatz
    Q4 2024
    594
    Q4 2025
    581
    GJ 2024
    2267
    GJ 2025
    2331
  • Umsatzkosten
    Q4 2024
    -405
    Q4 2025
    -369
    GJ 2024
    -1497
    GJ 2025
    -1527
  • Bruttogewinn
    Q4 2024
    189
    Q4 2025
    212
    GJ 2024
    770
    GJ 2025
    804
  • Aufwendungen
    Q4 2024
    -118
    Q4 2025
    -175
    GJ 2024
    -439
    GJ 2025
    -510
  • Betriebsergebnis
    Q4 2024
    71
    Q4 2025
    37
    GJ 2024
    331
    GJ 2025
    294
  • Ergebnis nach Steuern
    Q4 2024
    47
    Q4 2025
    6
    GJ 2024
    226
    GJ 2025
    174
  • Bruttomarge (%)
    Q4 2024
    31,8
    Q4 2025
    36,5
    GJ 2024
    34
    GJ 2025
    34,5
  • Betriebsergebnis / Umsatz (%)
    Q4 2024
    12
    Q4 2025
    6,4
    GJ 2024
    14,6
    GJ 2025
    12,6

Quelle: ABB-Finanzinformationen Q4 2025, Anhang zu aufgegebenen Geschäftsbereichen (US GAAP), veröffentlicht am 29. Januar 2026. Berechnung MEKAWIRE: Bruttomarge = Bruttogewinn / Umsatz; Betriebsquote = Betriebsergebnis / Umsatz. Keine Abschreibungen nach dem 5. Oktober 2025; 30 Mio. USD (Q4) und 123 Mio. USD (2025) zugerechnete Gemeinkosten stattdessen unter Corporate and Other.

Stand: 1. Okt. 2026

Drei Bilanzierungsfragen sind für die Einordnung wichtig. ABB hat die Sparte am 5. Oktober 2025, dem Tag der Zustimmung des Verwaltungsrats zum Verkauf, als zur Veräußerung gehalten eingestuft und seitdem keine Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mehr erfasst. Gemeinkosten, die bisher der Sparte zugerechnet wurden, 30 Mio. USD im Quartal und 123 Mio. USD im Jahr 2025, stehen nun als verbleibende Kosten im Bereich Corporate and Other. Zudem ist das ausgewiesene Betriebsergebnis eine Kennzahl nach US GAAP und nicht mit der operativen EBITA-Marge von 12,1 Prozent vergleichbar, die ABB bei Ankündigung des Verkaufs für 2024 nannte.

ABB hatte am 8. Oktober 2025 vereinbart, die Sparte zu einem Unternehmenswert von 5,375 Mrd. USD an die SoftBank Group zu verkaufen, und den zuvor geplanten separaten Börsengang aufgegeben. Bei Unterzeichnung rechnete ABB mit einem Buchgewinn vor Steuern von rund 2,4 Mrd. USD, einem Nettomittelzufluss von etwa 5,3 Mrd. USD und transaktionsbezogenen Steuerzahlungen von 400 bis 500 Mio. USD. Die Sparte beschäftigt rund 7.000 Menschen. Im Januar bekräftigte ABB, den Vollzug im zweiten Halbjahr 2026 zu erwarten, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und üblicher Bedingungen. Zum 31. Dezember 2025 standen 3.562 Mio. USD an zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in der Bilanz, darunter 1.847 Mio. USD Goodwill und 372 Mio. USD Vorräte, sowie 1.108 Mio. USD kurzfristige Verbindlichkeiten.

Der Konzern, der sich von der Robotik trennt, wächst schneller als die Sparte. Der Auftragseingang von ABB stieg im vierten Quartal um 36 Prozent auf 10,3 Mrd. USD, vergleichbar um 32 Prozent, der Umsatz um 13 Prozent auf 9,1 Mrd. USD. Für 2025 meldete ABB Aufträge von 36,8 Mrd. USD und einen Umsatz von 33,2 Mrd. USD bei einer operativen EBITA-Marge von 19,0 Prozent. Der Konzern schlägt eine Dividende von 0,94 CHF je Aktie vor und erwartet für 2026 ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 9 Prozent. Die Robotik stand bei Vertragsunterzeichnung für etwa 7 Prozent des Konzernumsatzes. Die Division Machine Automation bleibt bei ABB und wird seit dem vierten Quartal im Geschäftsbereich Automation berichtet. Sami Atiya, bisher Chef von Robotics and Discrete Automation, ist Ende 2025 aus der Konzernleitung ausgeschieden und verlässt ABB bis Ende 2026.

Die japanischen Hauptkonkurrenten meldeten im ähnlichen Zeitraum stärkere Robotikumsätze. FANUC steigerte den Umsatz der Robotersparte in den neun Monaten bis 31. Dezember 2025 um 11,1 Prozent auf 269.241 Mio. JPY, getragen von deutlich höheren Verkäufen in China dank Nachfrage aus der Elektroauto-Branche und der allgemeinen Industrie, während der Absatz in Japan sank. Das Robotiksegment von Yaskawa Electric wuchs in den neun Monaten bis 30. November 2025 um 7,3 Prozent auf 183.038 Mio. JPY, gestützt auf Großprojekte in China und Südkorea. Das Segmentergebnis fiel allerdings um 3,9 Prozent auf 15.484 Mio. JPY, und Yaskawa bezeichnete die Investitionen der Autoindustrie in Japan, Amerika und Europa als schwach. Im Segment der kollaborativen Roboter meldete Teradyne für das vierte Quartal einen Robotikumsatz von 89 Mio. USD.

Robotikumsatz von ABB und ausgewählten Wettbewerbern, jüngster berichteter Zeitraum
  • ABB Robotics (aufgegebener Bereich)
    Zeitraum
    Gesamtjahr 2025
    Währung
    USD
    Umsatz (Mio.)
    2.331
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    2,8
    Segmentergebnis (Mio.)
    294
  • ABB Robotics (aufgegebener Bereich)
    Zeitraum
    Q4 2025
    Währung
    USD
    Umsatz (Mio.)
    581
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    -2,2
    Segmentergebnis (Mio.)
    37
  • FANUC (Robotersparte)
    Zeitraum
    9 Monate bis 31.12.2025
    Währung
    JPY
    Umsatz (Mio.)
    269.241
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    11,1
    Segmentergebnis (Mio.)
    Keine Daten
  • Yaskawa Electric (Robotiksegment)
    Zeitraum
    9 Monate bis 30.11.2025
    Währung
    JPY
    Umsatz (Mio.)
    183.038
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    7,3
    Segmentergebnis (Mio.)
    15.484
  • Teradyne (Robotiksegment)
    Zeitraum
    Q4 2025
    Währung
    USD
    Umsatz (Mio.)
    89
    Veränderung zum Vorjahr (%)
    Keine Daten
    Segmentergebnis (Mio.)
    Keine Daten

Angaben aus den eigenen Veröffentlichungen: ABB Finanzinformationen Q4 2025 (29.1.2026), FANUC Neunmonatsbericht (26.1.2026), Yaskawa Bericht zu den ersten drei Quartalen (9.1.2026), Teradyne Mitteilung zu Q4 2025 (2.2.2026). Veränderung bei ABB nach Berechnung von MEKAWIRE (laufende Periode geteilt durch Vorperiode, abzüglich 1), bei FANUC und Yaskawa laut Unternehmen. Ergebnisgrößen unterscheiden sich: ABB Betriebsergebnis nach US GAAP, Yaskawa Segmentergebnis. Zeiträume und Währungen weichen ab, verglichen werden Wachstumsraten, nicht Niveaus. — = nicht veröffentlicht.

Stand: 1. Okt. 2026

Für Europa ist der Befund unbequem. ABB Robotics zählt neben KUKA zu den großen europäischen Herstellern von Industrierobotern, und künftig gehört die Sparte einem japanischen Investor. Die schwachen Autoinvestitionen in Europa, die Yaskawa ausdrücklich nennt, treffen deutsche Zulieferer und Anlagenbauer ebenso wie die Roboterhersteller. Mittelständische Kunden, die ABB-Roboter in Schweißzellen oder Montagelinien betreiben, werden in der Übergangsphase vor allem auf Service, Ersatzteile und Softwarepflege achten.

Ein Industrieroboterhersteller verdient am Arm selbst, an Steuerung und Programmiersoftware und am Service über eine Nutzungsdauer von vielen Jahren. Die Bruttomarge spiegelt Preise und Produktmix dieser Verkäufe, und hier verbesserte sich ABB Robotics im vierten Quartal. Gewachsen sind die Vertriebs-, Verwaltungs- und sonstigen Kosten darunter. Ein Geschäft, das aus einem Konzern herausgelöst wird, trägt in diesem Bereich typischerweise Einmalkosten, ABB hat aber nicht beziffert, welcher Teil des Anstiegs auf die Separierung entfällt.

Nach Berechnung von MEKAWIRE entspricht der Unternehmenswert von 5,375 Mrd. USD dem 2,31-fachen Umsatz und dem 18,3-fachen Betriebsergebnis des Jahres 2025. Offen bleibt einiges. Seit der Umgliederung veröffentlicht ABB keine Auftragseingänge der Robotik mehr, der Bericht erlaubt also keinen Blick auf den Auftragsbestand. Der Abschreibungsstopp seit Oktober stützt das Betriebsergebnis, was den Rückgang im vierten Quartal umso deutlicher macht. Zum Berichtszeitpunkt standen Genehmigungen noch aus, und die Führung nach dem Vollzug war nicht benannt.

Die nächsten Wegmarken sind der Bericht von ABB zum ersten Quartal 2026 im April mit neuen Angaben zu verbleibenden Kosten und Zeitplan, die Jahresergebnisse von Yaskawa für das Geschäftsjahr bis 28. Februar 2026 und von FANUC für das Geschäftsjahr bis 31. März 2026 sowie der von ABB im zweiten Halbjahr 2026 erwartete Vollzug des SoftBank-Geschäfts.

MEKAWIRE-Analyse

ABB Robotics geht mit stabilem Umsatz und einer im letzten Quartal stark gestiegenen Kostenbasis an SoftBank, die erste Aufgabe des neuen Eigentümers ist daher die Wiederherstellung der Marge und erst danach Wachstum.

Die Belege stehen im Anhang von ABB. Der Umsatz 2025 stieg um 2,8 Prozent, die Bruttomarge im vierten Quartal um 4,7 Prozentpunkte, doch das Betriebsergebnis des Quartals fiel um 48 Prozent, weil die Aufwendungen um 48 Prozent zulegten. Das Verhältnis von Betriebsergebnis zu Umsatz sank 2025 auf 12,6 Prozent nach 14,6 Prozent und im vierten Quartal auf 6,4 Prozent nach 12,0 Prozent.

Das stärkste Gegenargument lautet, dass die Separierung das Quartal verzerrt. ABB erwartet rund 200 Mio. USD Separierungskosten, ein Teil des Kostenanstiegs dürfte einmalig sein. Steht das Geschäft erst einmal allein, könnte dieselbe Bruttomarge ein deutlich besseres Betriebsergebnis tragen, und SoftBank hätte am Tiefpunkt gekauft.

Positives Szenario: Eine Bruttomarge von 36,5 Prozent im vierten Quartal zeigt intakte Preissetzungsmacht. Fallen die Separierungskosten nach dem Vollzug weg, ist eine Rückkehr zu den 14,6 Prozent von 2024 möglich, und SoftBank besitzt einen profitablen Roboterhersteller zum 2,31-fachen Umsatz.

Negatives Szenario: 2025 ist ABB Robotics langsamer gewachsen als FANUC und Yaskawa, und der Kostenanstieg ist teilweise strukturell, weil eine eigenständige Sparte Funktionen bezahlen muss, die bisher der Konzern stellte. Die verbleibenden Kosten von 123 Mio. USD im Jahr zeigen, wie viel Gemeinkosten die Sparte bislang teilte.

Signale:

  • April 2026: Bericht von ABB zum ersten Quartal mit Angaben zu verbleibenden Kosten, Separierungsaufwand und Genehmigungen.
  • Zweites Halbjahr 2026: Vollzug des SoftBank-Geschäfts und Benennung der neuen Führung.
  • April bis Mai 2026: Jahreszahlen von Yaskawa (Geschäftsjahresende Februar) und FANUC (Geschäftsjahresende März) als Test, ob sich der Wachstumsabstand vergrößert hat.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Berichtstag
29. Januar 2026
Umsatz ABB Robotics 2025
2.331 Mio. USD (2024: 2.267 Mio. USD)
Betriebsergebnis 2025
294 Mio. USD (2024: 331 Mio. USD)
Umsatz Q4 2025
581 Mio. USD (Q4 2024: 594 Mio. USD)
Betriebsergebnis Q4 2025
37 Mio. USD (Q4 2024: 71 Mio. USD)
Nettoergebnis Q4 2025
6 Mio. USD (Q4 2024: 47 Mio. USD)
Verbleibende Kosten bei Corporate
30 Mio. USD in Q4, 123 Mio. USD in 2025
Verkauf an SoftBank
Unternehmenswert 5,375 Mrd. USD, Vollzug im zweiten Halbjahr 2026 erwartet
Unternehmenswert / Umsatz 2025
2,31-fach (Berechnung MEKAWIRE)
ABB-Konzernumsatz 2025
33,2 Mrd. USD, operative EBITA-Marge 19,0 Prozent
Quellen
MEKAWIRE Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Es sind die letzten Jahreszahlen, die ABB Robotics als Teil von ABB veröffentlicht, und die einzige detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung vor der Übernahme durch SoftBank. Sie bilden die Messlatte, an der die neue Eigentümerschaft gemessen wird.

    Der Umsatz hielt, der Gewinn fiel, während FANUC und Yaskawa im selben Jahr dank China zulegten. Für die europäische Präsenz im Markt für Industrieroboter ist das ein Warnsignal, zumal mit ABB Robotics einer der beiden großen europäischen Anbieter in japanische Hände wechselt.

    Für deutsche Anwender aus Automobilindustrie und Mittelstand zählt vor allem Kontinuität bei Service und Software. Die Zahlen zeigen, dass die Sparte profitabel bleibt, aber in der Übergangsphase Kosten aufbaut.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    FANUC wuchs im Robotergeschäft in neun Monaten bis Dezember 2025 um 11,1 Prozent und verwies auf deutliches Wachstum in China. Yaskawa legte im Robotiksegment in neun Monaten bis November um 7,3 Prozent zu. ABB Robotics wuchs 2025 nur um 2,8 Prozent und schrumpfte im vierten Quartal um 2,2 Prozent. Gemessen an den veröffentlichten Raten fiel die Schweizer Einheit hinter beide japanischen Marktführer zurück.

    Bei der Profitabilität ist Vorsicht geboten. Die Segmentmarge von Yaskawa liegt nach Berechnung von MEKAWIRE bei 8,5 Prozent und damit unter der Betriebsquote von ABB Robotics von 12,6 Prozent für 2025. Die ABB-Zahl profitiert jedoch vom Abschreibungsstopp und enthält 123 Mio. USD Gemeinkosten nicht mehr, der tatsächliche Abstand ist daher kleiner.

    KUKA als zweiter großer europäischer Anbieter ist in dieser Tabelle nicht enthalten, weil MEKAWIRE keine Primärzahlen für den Vergleichszeitraum geprüft hat. Teradyne meldete im Robotiksegment 89 Mio. USD Quartalsumsatz, ein Bruchteil der 581 Mio. USD von ABB Robotics.

  3. 03

    Bewertungskontext

    Der Unternehmenswert von 5,375 Mrd. USD entspricht dem 2,31-fachen Umsatz von 2.331 Mio. USD und dem 18,3-fachen Betriebsergebnis von 294 Mio. USD für 2025. Auf Basis des Betriebsergebnisses 2024 aus derselben Anhangangabe läge das Vielfache bei 16,2, der Gewinnrückgang 2025 lässt den Preis also höher erscheinen.

    Die Bilanz liefert eine zweite Referenz. Der Goodwill von 1.847 Mio. USD macht 51,9 Prozent der 3.562 Mio. USD an zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten aus. Der von ABB erwartete Buchgewinn von rund 2,4 Mrd. USD vor Steuern ist die Differenz zwischen Preis und Buchwert.

    MEKAWIRE schätzt keinen eigenständigen Wert. Alle Vielfachen beruhen auf von ABB veröffentlichten Zahlen.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Zum Jahresende 2025 umfassten die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte Vorräte von 372 Mio. USD, Forderungen von 489 Mio. USD und Sachanlagen von 290 Mio. USD. Im Verhältnis zum Goodwill sind das bescheidene Werte, der Großteil des Werts liegt in Marke, Kundenbeziehungen und Software.

    Die Sparte bezieht wie ihre Wettbewerber Präzisionsgetriebe, Servomotoren, Antriebe und Steuerungen. Weder ABB noch SoftBank haben Änderungen bei Beschaffung oder Fertigungsstandorten im Zusammenhang mit dem Verkauf angekündigt. Für europäische Zulieferer ist die Einkaufspolitik des neuen Eigentümers dennoch eine offene Frage.

    Die Herauslösung selbst ist eine Aufgabe für die Lieferkette. Gemeinsame Dienste, IT-Systeme und Einkaufsverträge, die ABB zentral führte, müssen getrennt werden. Das passt zum Kostenanstieg und zu den 123 Mio. USD verbleibenden Kosten.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    Der Bericht zum ersten Quartal 2026 im April zeigt, ob die verbleibenden Kosten sinken und ob Separierungsaufwand das Ergebnis weiter belastet. Änderungen an der Vollzugsprognose für das zweite Halbjahr würden Fortschritt oder Verzögerung bei den Genehmigungen anzeigen.

    Die Jahreszahlen von Yaskawa bis Februar 2026 und FANUC bis März 2026 zeigen, ob die japanischen Hersteller ihren Wachstumsvorsprung ausgebaut haben, und ob die Autoindustrie in Europa weiter zögert.

    Nach dem Vollzug wird die erste eigenständige Offenlegung von SoftBank zu ABB Robotics die Kostenbasis ohne ABB-Konzerndienste sichtbar machen.

  6. 06

    Analystensicht

    These: ABB Robotics geht mit intakter Bruttomarge und einer durch die Separierung aufgeblähten Kostenbasis an SoftBank, das erste Jahr unter neuem Eigentümer wird deshalb zur Probe für Kostendisziplin, nicht für Wachstum.

    Konfidenz: mittel. Umsatz, Bruttogewinn und Aufwendungen sind von ABB vollständig offengelegt. Begrenzt wird die Konfidenz, weil ABB den Kostenanstieg nicht in einmalige und wiederkehrende Teile trennt, keine Auftragseingänge der Robotik veröffentlicht und die Abschreibungsbasis mitten im Quartal geändert hat.

    Was das Urteil ändern würde: Eine Angabe, dass der Großteil des Kostenanstiegs im vierten Quartal einmalige Separierungskosten waren, stützt das positive Szenario. Belege für schwächere Aufträge im zweiten Halbjahr 2025 würden in die Gegenrichtung weisen.

  7. 07

    Offene Fragen

    An ABB: Welcher Anteil des Kostenanstiegs von 57 Mio. USD im vierten Quartal waren Separierungskosten, und wie viel der 123 Mio. USD verbleibenden Kosten fällt nach dem Vollzug weg?

    An ABB: Wie hoch war der Auftragseingang der Robotik im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2025?

    An SoftBank: Wird ABB Robotics nach dem Vollzug eigene Zahlen veröffentlichen, und wer führt die Einheit?