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ABB IRB 1700: bis zu 20 Prozent kürzere Taktzeiten, 15 Prozent weniger Strom

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ABB Robotics hat am 12. Oktober in einer Pressemitteilung die kompakten Industrieroboter IRB 1700 und IRB 1700ID vorgestellt: fünf Varianten mit 6 bis 12 kg Traglast auf OmniCore-Steuerungen. Laut ABB sind die Taktzeiten bis zu 20 Prozent kürzer als bei vergleichbaren Robotern und der Stromverbrauch bis zu 15 Prozent niedriger als beim Vorgänger IRB 1600. Premiere war auf der CIIF in Shanghai vom 12. bis 16. Oktober.

ABB Robotics erneuert einen seiner wichtigsten Mittelklasse-Roboter. Der neue IRB 1700 und die Variante IRB 1700ID mit innenliegender Energiezuführung kommen in fünf Ausführungen mit 6 bis 12 kg Traglast und laufen auf OmniCore-Steuerungen, teilte das Unternehmen am 12. Oktober in einer Pressemitteilung mit. ABB verspricht bis zu 20 Prozent kürzere Taktzeiten als vergleichbare Roboter am Markt und bis zu 15 Prozent weniger Stromverbrauch als der Vorgänger IRB 1600 bei gleicher Traglast.

Öffentlich gezeigt wurden die Roboter erstmals auf der China International Industry Fair (CIIF) in Shanghai vom 12. bis 16. Oktober, in einer laufenden Lichtbogenschweiß- und Schleifzelle am ABB-Stand.

Das Datenblatt hinter den 20 Prozent

ABB nennt eine Bahnwiederholgenauigkeit bis 0,03 mm und Achsgeschwindigkeiten bis 700 Grad pro Sekunde. Die Stellfläche ist 50 Prozent kleiner als beim Vorgänger, das Ölwechselintervall steigt auf bis zu 20.000 Stunden. Beim IRB 1700ID verlaufen Kabel und Schläuche im Arm, was laut ABB die Installation vereinfacht und Störkonturen in engen Zellen vermeidet.

Als Einsatzfelder nennt ABB Materialhandling, Lichtbogenschweißen, Entgraten, Schleifen und Maschinenbeschickung, dazu die Montage von KI-Server-Racks in der Elektronikfertigung. Craig McDonnell, Managing Director des Geschäftsbereichs Industries bei ABB Robotics, sagte, Präzisionsfertiger müssten mehr produzieren, die Qualität halten und zugleich Betriebskosten senken.

IRB 1700: Angaben von ABB
  • Varianten
    IRB 1700 / 1700ID
    5
    Bezug
    ABB-Mitteilung
  • Traglast
    IRB 1700 / 1700ID
    6 bis 12 kg
    Bezug
    ABB-Mitteilung
  • Taktzeit
    IRB 1700 / 1700ID
    Bis zu 20 % kürzer
    Bezug
    gegenüber vergleichbaren Robotern
  • Stromverbrauch
    IRB 1700 / 1700ID
    Bis zu 15 % niedriger
    Bezug
    gegenüber IRB 1600, gleiche Traglast
  • Wiederholgenauigkeit
    IRB 1700 / 1700ID
    Bis 0,03 mm
    Bezug
    ABB-Mitteilung
  • Achsgeschwindigkeit
    IRB 1700 / 1700ID
    Bis 700 Grad/s
    Bezug
    ABB-Mitteilung
  • Ölwechselintervall
    IRB 1700 / 1700ID
    Bis 20.000 h
    Bezug
    ABB-Mitteilung
  • Stellfläche
    IRB 1700 / 1700ID
    50 % kleiner
    Bezug
    gegenüber Vorgänger

Herstellerangaben aus der ABB-Pressemitteilung vom 12. Oktober 2026; keine unabhängigen Tests.

Stand: 12. Okt. 2026

Warum die Software so viel zählt wie der Arm

Die Mitteilung koppelt den IRB 1700 an ABBs Softwarepaket: RobotStudio, AI Robot Trainer, OmniCore EyeMotion und automatische kollisionsfreie Bahnplanung. MEKAWIRE berichtete am 15. Oktober, dass ABB den AI Robot Trainer in einer Sortierzelle für Bekleidung einsetzt und dort bis zu 75 Prozent weniger Inbetriebnahmezeit angibt. Verkauft wird also kürzere Einrichtung, nicht nur schnellere Achsen.

MEKAWIRE-Analyse

Der IRB 1700 ist ein Produkt für die Gesamtbetriebskosten, vorgestellt auf Chinas wichtigster Industriemesse: ABB konkurriert mit Verfügbarkeit und Energie gegen günstigere chinesische Arme, nicht allein mit Tempo.

MEKAWIRE-Rechnung mit ABBs eigener Zahl: 20.000 Stunden Ölwechselintervall entsprechen rund 2,3 Jahren Dauerbetrieb (20.000 geteilt durch 8.760 Stunden pro Jahr) oder rund 3,4 Jahren im Zweischichtbetrieb an allen Tagen (20.000 geteilt durch 5.840). Für Zulieferer der Automobil- und Elektronikindustrie in Deutschland heißt das: Wartungsstopps alle zwei bis drei Jahre statt jährlich.

Das Gegenargument: Die 20 Prozent beziehen sich auf nicht genannte Vergleichsroboter, die 15 Prozent auf ABBs eigenes Vorgängermodell. Unabhängige Messungen fehlen, Preise und Liefertermine nennt die Mitteilung nicht. Gegen KUKA und FANUC im selben Traglastsegment wird am Ende der Preis pro Zelle entscheiden.

Worauf zu achten ist

Ob ABB erste Kunden für KI-Server-Rack-Linien nennt, ob Integratoren unabhängige Taktzeittests veröffentlichen und wie ABB den IRB 1700 in China gegen heimische Arme derselben Klasse bepreist.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Unternehmen
ABB Robotics (rund 7.000 Beschäftigte laut Mitteilung)
Bekanntgabe
Pressemitteilung, 12. Oktober 2026
Modelle
IRB 1700 und IRB 1700ID, fünf Varianten
Traglast
6 bis 12 kg
Taktzeit
Bis zu 20 Prozent kürzer als vergleichbare Roboter (ABB-Angabe)
Energie
Bis zu 15 Prozent weniger als IRB 1600 bei gleicher Traglast
Präzision
Wiederholgenauigkeit bis 0,03 mm, Achsen bis 700 Grad pro Sekunde
Wartung
Ölwechsel nach bis zu 20.000 Stunden; Stellfläche 50 Prozent kleiner
Premiere
CIIF Shanghai, 12. bis 16. Oktober 2026
Quellen
MEKAWIRE Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Sechsachser mit 6 bis 12 kg Traglast sind das Volumensegment der Industrierobotik, verbreitet bei Elektronikfertigern und Automobilzulieferern. Ein neues Modell dort setzt die Preise aller Wettbewerber unter Druck.

    ABB argumentiert mit Gesamtbetriebskosten: Strom, Wartungsintervalle, Stellfläche. Das ist das Argument eines europäischen Premiumanbieters, der beim Kaufpreis gegen chinesische Arme verliert.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Direkte Vergleiche sind KUKA, FANUC und Yaskawa in derselben Klasse sowie chinesische Anbieter wie Estun und Inovance. ABB nennt die Vergleichsroboter für die 20 Prozent nicht; es bleiben nur die Datenblätter der Wettbewerber.

  3. 03

    Bewertungskontext

    ABB weist keine Umsätze einzelner Modelle aus. Energie- und Wartungsvorteile stützen Preisaufschläge und damit die Marge der Robotiksparte. Finanzzahlen enthält die Mitteilung nicht.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Getriebe, Servomotoren und Steuerung bestimmen die Kosten in dieser Klasse. Fertigungsort und Zulieferer nennt ABB nicht. Die Premiere in Shanghai deutet auf China als ersten Markt, bestätigt ist der Produktionsort nicht.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    Kunden für KI-Server-Rack-Montage; Taktzeittests von Integratoren; Preise in China; Varianten mit größerer Reichweite.

  6. 06

    Analystensicht

    Eine solide Produktpflege, kein strategischer Schwenk. Mittlere Zuversicht, dass sie ABBs Anteil in der Elektronik stützt; geringe, dass sie den Preiswettbewerb mit China verändert, solange Preise unbekannt sind.

  7. 07

    Offene Fragen

    Welche Roboter sind Basis der 20 Prozent? Wo wird der IRB 1700 gefertigt? Wie groß ist der Preisabstand zum IRB 1600 und zu chinesischen Armen?