BrancheNorwegen

Equinor eröffnet KNARR, ein Testzentrum für Meeresroboter an einer laufenden Gasanlage

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Equinor hat nach eigener Mitteilung vom 28. Oktober an seiner Gasaufbereitung Kårstø in Westnorwegen das Kårstø Marine Robotics Centre (KNARR) eröffnet, in dem Unterwasserdrohnen, Roboter und unbemannte Schiffe an laufender Infrastruktur erprobt und qualifiziert werden.

Equinor und Gassco haben bisher 16 Mio. Kronen bereitgestellt; es gibt Testfelder in 25, 140 und 250 Meter Tiefe sowie 3 km Unterwasser-Sensorkabel. Equinor erwartet Einsparungen von mehreren hundert Millionen Kronen pro Jahr.

Equinor teilte am 28. Oktober mit, dass an der Gasaufbereitungsanlage Kårstø in Tysvær an der norwegischen Westküste das Kårstø Marine Robotics Centre, kurz KNARR, eröffnet wurde. Dort sollen Meeresroboter getestet, qualifiziert und weiterentwickelt werden. Nach Angaben des Konzerns ist es eines der weltweit ersten Testzentren dieser Art, das an eine Anlage im laufenden Betrieb angeschlossen ist. Zulieferer können ihre Systeme also an echten Pipelines und Unterwasserstrukturen statt im Becken erproben.

Die Ausstattung ist konkret. Drei Testfelder liegen in 25, 140 und 250 Meter Wassertiefe. Drei Kilometer Unterwasserkabel mit Elektronik wurden verlegt, um Sensoren über längere Zeit zu testen; zusammen mit vorhandenen Stromkabeln, Exportleitungen und Unterwasserstrukturen lässt sich auch Distributed Acoustic Sensing erproben, bei dem eine Glasfaser zu einer langen Kette von Schwingungssensoren wird. Equinor und Gassco, Betreiber des norwegischen Gastransportnetzes, haben bisher 16 Mio. Kronen bereitgestellt, ein Ausbau ist möglich. Das Zentrum steht auch anderen maritimen Branchen offen, etwa für Inspektion, autonome Einsätze, Umweltüberwachung und Wartung von Offshore-Anlagen.

Das Geld steckt im Betriebsbudget, nicht im Zentrum

16 Mio. Kronen sind für einen Nordsee-Betreiber wenig. Wichtiger ist die zweite Zahl der Mitteilung: Equinor sieht durch Unterwasserroboter und autonome Schiffe ein Sparpotenzial von mehreren hundert Millionen Kronen pro Jahr und will die Betriebskosten bis 2035 deutlich senken. Hege Skryseth, Executive Vice President für Technologie, Digitalisierung und Innovation, sagte, kleinere Aufgaben sollten Unterwasserdrohnen übernehmen, damit große und teure Schiffe nur dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen.

MEKAWIRE-Kontext

Es ist die zweite Equinor-Robotikmeldung binnen zwei Tagen. Am 27. Oktober nannte ANYbotics Equinor unter den ersten Kunden des explosionsgeschützten Laufroboters ANYmal X (unser Bericht). Zusammen ergibt sich ein Bild: Laufroboter für explosionsgefährdete Anlagenbereiche über Wasser, Drohnen und unbemannte Schiffe darunter, und KNARR als Prüfstand, auf dem sich Zulieferer bewähren müssen, bevor sie auf eine Plattform kommen.

Warum das zählt

Für Hersteller von Unterwasserrobotern ist die Qualifizierung an echter Infrastruktur der langsame und teure Schritt zwischen Demo und Betreibervertrag. Ein Testfeld des Betreibers selbst verkürzt diesen Weg für die Zulieferer, mit denen er arbeiten will. Für deutsche und europäische Anbieter von Unterwassertechnik und Sensorik ist KNARR damit ein naheliegender Zugang zum norwegischen Schelf. Zu beobachten: welche Zulieferer die ersten Testkampagnen fahren und ob Equinor die Einsparungen in künftigen Kostenzielen beziffert.

Gute oder schlechte Nachricht für das Unternehmen?

 

Eckdaten
Anlage
Kårstø Marine Robotics Centre (KNARR), eröffnet am 28. Oktober 2026
Standort
Gasaufbereitung Kårstø, Tysvær, Westnorwegen
Mittel bisher
16 Mio. Kronen von Equinor und Gassco
Testfelder
25, 140 und 250 Meter Wassertiefe
Sensorkabel
3 km Unterwasserkabel für Langzeit- und DAS-Tests
Sparpotenzial
Mehrere hundert Mio. Kronen pro Jahr durch Unterwasserroboter und autonome Schiffe (Equinor)
Nutzer
Offen für maritime Branchen über Öl und Gas hinaus
Quellen